Verantwortung

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Verantwortung (von mhd. verantwürten, was ursprünglich bedeutete, "sich als Angeklagter vor Gericht zu verteidigen."[1]) ist die Fähigkeit des Menschen, sich über die Folgen eigener (Eigenverantwortung) oder fremder, mit bewusster Absicht vollzogener Handlungen Rechenschaft abzulegen und die damit verbundenen Kosequenzen zu tragen. Philosophisch gesehen bedeutet moralische Verantwortung, dass man für eine Handlung oder Unterlassung in Übereinstimmung mit seinen moralischen Verpflichtungen Lob, Tadel, Belohnung oder Strafe verdient. Die Entscheidung darüber, was (wenn überhaupt) als "moralisch verpflichtend" gilt, ist ein Hauptanliegen der Ethik. Grundlage dafür ist ein emotional veranlagtes, unterbewusst oder halbbewusst empfundenes Verantwortungsgefühl, das sich zum Verantwortungsbewusstsein steigert, wenn es durch das klare Denken voll ins Bewusstsein gehoben wird.

Im Rechtsleben resultiert die Verantwortung aus der gesetzlichen Pflicht, die einer Person oder Personengruppe gegenüber einer anderen Person oder Personengruppe aufgrund des geltenden Rechts auferlegt ist und gegebenfalls vor Gericht eingefordert werden kann.

Um völlig unabhängig von jeder äußerlich gegeben Regel aus individueller Freiheit Verantwortung übernehmen zu können, ist die Fähigkeit zur moralischen Intuition notwendig, wie sie von Rudolf Steiner schon in seiner «Philosophie der Freiheit» ausführlich beschrieben hat.

Verantwortungsbewusstsein ist für jede Art von Geistesschulung unbedingte Voraussetzung:

„Der Mensch ist durch alle Phasen seines Erdenseins hineingestellt in sein Karma, dem er unmöglich entrinnen kann, denn die Folgen seines Wollens, Fühlens und Denkens und besonders seiner Taten folgen ihm unwiderruflich durch all seine Inkarnationen hindurch, sei es früher oder später. Die Schuld, die er gemacht, die muß er auf dieser Erde tilgen, je nach den Umständen, in welche er durch seine Inkarnation gebracht ist. Dafür sorgt die göttliche Führung. Ehe der Mensch selbst seine Entwicklung in die Hand nimmt, geht alles nach geregelten Gesetzen, die durch nichts beschleunigt werden können. Tritt er nun in eine esoterische Schulung, so geschieht etwas ganz anderes mit dem Menschen. Da macht er sich frei von der Führung, er nimmt nun seine Entwicklung selbst in die Hand, er wird qualitativ ein anderer Mensch. Wodurch? Alles was er früher als begehrenswert erachtete, verliert jetzt im großen und ganzen seinen Wert für ihn, seine Anschauungen und Gesinnungen werden andere, er sieht, daß er früher oft mitleidlos und hart gehandelt hat; sein Verantwortungsgefühl wird von jetzt an ein viel subtileres und er versucht nach jeder Richtung hin seine begangene Schuld auszugleichen, kostet es ihn selbst auch große Opfer äußerlich und innerlich.“ (Lit.:GA 266b, S. 334f)

Siehe auch

Literatur

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Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz
Email: verlag@steinerverlag.com URL: www.steinerverlag.com. Freie Werkausgaben gibt es auf fvn-rs.net, archive.org und im Rudolf Steiner Online Archiv.
Eine textkritische Ausgabe grundlegender Schriften Rudolf Steiners bietet die Kritische Ausgabe (SKA) (Hrsg. Christian Clement): steinerkritischeausgabe.com
Die Rudolf Steiner Ausgaben basieren auf Klartextnachschriften, die dem gesprochenen Wort Rudolf Steiners so nah wie möglich kommen.
Hilfreiche Werkzeuge zur Orientierung in Steiners Gesamtwerk sind Christian Karls kostenlos online verfügbares Handbuch zum Werk Rudolf Steiners und
Urs Schwendeners Nachschlagewerk Anthroposophie unter weitestgehender Verwendung des Originalwortlautes Rudolf Steiners.
Ausführliche bibliografische Informationen mit Volltextsuche in allen derzeit verfügbaren Online-Ausgaben bietet die Steinerdatenbank.de.

Einzelnachweise

  1.  Friedrich Kluge: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 23. Auflage. De Gruyter, Berlin 1999, ISBN 3-11-016392-6 (Bearb. von Elmar Seebold).