William Crookes

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Sir William Crookes (1832-1919)

Sir William Crookes (* 17. Juni 1832 in London; † 4. April 1919 ebenda) war ein bedeutender englischer Physiker, Chemiker und Wissenschaftsjournalist.

Nach Assistenztätigkeit bei August Wilhelm von Hofmann und einer Beschäftigung am Ratcliffe-Observatorium als Meteorologe, gab er 1859 als Privatgelehrter die Zeitschrift Chemical News heraus.

1861 entdeckte Crookes in seinen spektroskopischen Versuchen das chemische Element Thallium, benannt nach dem griechischen Wort thallos ("grüner Spross") wegen der grünen Lichtwirkung in der Spektralanalyse. 1863 wurde er Mitglied der Royal Society.

Seine Untersuchungen der Elektrizitätsleitung in Gasen bei niedrigem Druck führten ihn zur Entdeckung der Kathodenstrahlen, die anscheinend bei stetiger Verringerung des Drucks zunehmend aus der negativen Elektrode austraten. Dies hatte Johann Hittorf bereits früher beschrieben, ohne jedoch die nötige Aufmerksamkeit erringen zu können. Heute kennt man die Natur der Kathodenstrahlen als einen Strom freier Elektronen. Gleichzeitig war Crookes unter den ersten, die sich mit dem Plasmazustand beschäftigten. Damit einhergehend entwickelte er die so genannte "Crookessche Lichtröhre".

Eine noch heute in manchen Geschäften angebotene Spielerei, das so genannte "Licht-Windrad" oder auch "Lichtmühle" wurde von Crookes im Jahre 1873 erfunden. (Wird im englischsprachigen Raum auch "Radiometer" genannt)

Im Jahre 1900 entdeckte er das Thoriumisotop 234Th.

Die Erscheinung der Trancepersönlichkeit "Katie King" bei der Séance in William Crookes Haus.

Seit etwa 1870 beschäftigte sich Crookes mit wissenschaftlichem Anspruch ausgiebig mit mediumistischen und spiritistischen Phänomenen. 1873 lernte er die die damals 17-jährige Florence Cook kennen, die bereits als Kind übersinnliche Erfahrungen gemacht und schon früh die Fähigkeit zu Levitationen und automatischem Schreiben gezeigt hatte. Während einer Séance in Crookes' Haus materialisierte sie die Trancepersönlichkeit Katie King, die als außergewöhnlich schön beschrieben wurde. Diese spektakuläre Erscheinung war in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert: Sie erschien voller elektrischer Beleuchtung, ließ sich anfassen und sprach mit den Sitzungsteilnehmern. Die Erscheinung Kings trat dabei durch eine Türöffnung herein, bei der die Türflügel ausgehängt und durch einen Vorhang ersetzt worden war. Cook lag während der ganzen Erscheinung in Trance auf einem Sofa und Medium und Erscheinung waren gleichzeitig sichtbar. Crookes führte eine ganze Reihe von Tests durch, wobei er das Florence Cook sogar fesselte und knebelte; damit war eine Transfiguration - eine Verkleidung des Mediums als Trancepersönlichkeit - ausgeschlossen. Crookes machte etwa 40 Fotografien von Katie King, doch haben die Angehörigen Crookes nach dessen Tod die meisten Bilder vernichtet, weil sie fürchteten, dass dadurch Crookes Ruf als Wissenschaftler gefährdet wäre. Die meisten Wissenschaftler standen Cookes Versuchen mehr als skeptisch gegenüber; ein Historiker warf Crookes sogar vor, die Seancen bloß als Tarnung für seine Romanze mit Florence Cook zu benutzen.

Rudolf Steiner hat gelegentlich auf William Crookes Bezug genommen:

"Da ist zum Beispiel der Naturforscher William Crookes. Er hat vieles Bedeutsame für die naturwissenschaftliche Forschung geleistet, er ist zu gleicher Zeit jemand gewesen, der sich mit vollstem Herzen bekannt hat zu der Unsterblichkeitsforschung. Er wollte über die Unsterblichkeit Gewißheit erlangen mit den gewöhnlichen naturwissenschaftlichen Methoden, und er hat wunderbare Resultate erzielt in seiner medialen Forschung. Nun hat er einmal eine Idee geäußert so, daß man sich diese Idee auch aneignen kann, mit ihr mitgehen kann bis zu einem gewissen Punkt. Wenn jemand behauptet: daß wir Farben sehen, hängt von der Beschaffenheit unserer Augen ab, daß wir Töne hören, verdanken wir unseren Ohren, und wenn wir andere Sinnesorgane hätten, würde die Welt um uns herum ganz anders sein -, so ist das ganz richtig. Wenn nun William Crookes sagt: Warum leugnet ihr denn das Dasein einer übersinnlichen Welt, die doch auch nur deshalb nicht für euch da ist, weil ihr solche Organe habt, die nicht geeignet sind, sie wahrzunehmen? — so hat das auch seine Richtigkeit. Diese vollberechtigte Idee drückt er genauer aus, indem er davon ausgeht, daß er sagt: Die Farben nehmen wir wahr, die Töne hören wir, aber von Elektrizität und Magnetismus sehen wir nur Wirkungen. Sie sind Naturkräfte, deren Wesen der Mensch nicht kennt, wenn er sie auch im praktischen Leben anwendet. Das findet man überall, daß man sagt, das seien Naturkräfte, deren Wesen der Mensch nicht ergründet hat. - Zugegeben! Es bedeutet in Wirklichkeit nichts anderes als: Für die Farben hat der Mensch seine Augen, für die Töne seine Ohren und so weiter; in dem Falle des Magnetismus sieht der Mensch zwar, daß der Magnet das Eisen anzieht, aber den Magnetismus selber, das, was der Magnetismus eigentlich selber ist, das sieht er nicht. Bei der Elektrizität nimmt er Licht- und Wärmewirkungen wahr, nicht aber die Elektrizität selber. - Nun sagt William Crookes: Wie würde sich die Welt ausnehmen für Wesen, die Elektrizität und Magnetismus unmittelbar mit besonderen Sinnesorganen wahrnehmen könnten, aber dafür nicht Licht, Farben, Töne und so weiter? Wenn wir kein Licht wahrnehmen könnten, so würde zum Beispiel ein Kristall für uns undurchsichtig sein, Glas ebenso, und Fenster anzubringen würde dann keinen Sinn haben. Sie würden uns nur daran hindern, eine Verbindung mit der Außenwelt zu haben. Hätten wir dagegen Organe für den elektrischen Strom, so würden wir einen Telegraphendraht sehen wie eine Lichtlinie, die durch den finsteren Raum zieht; fließende, lichtvolle Elektrizität würden wir da wahrnehmen. Magneten könnten wir, wenn wir ein Organ für Magnetismus hätten, so wahrnehmen, daß magnetische Kräfte nach allen Seiten ausstrahlen würden und so weiter. - William Crookes sagt nun: Es ist nicht unwahrscheinlich, daß es solche Wesen gibt, deren Organe eingerichtet sind auf Schwingungen, die unsere Organe unberührt lassen. Solche Wesen leben in einer ganz anderen Welt als wir. — Und er betrachtet dann, wie diese Welt ausschauen würde. Glas und Kristall sind in dieser Welt dunkle Körper, Metalle, da sie die Elektrizität leiten, sind schon etwas heller, mit dunklen Teilen durchsetzt. Ein Telegraphendraht wäre ein langes, enges Loch in einem Körper von undurchdringbarer Festigkeit. Eine arbeitende Dynamomaschine würde ähnlich sein einer Feuersbrunst, und ein Magnet würde gar den Traum der mittelalterlichen Mystiker erfüllen von einer ewigen Lampe, die nie erlischt.

William Crookes

Schön hat das William Crookes auseinandergesetzt, und man kann auf diese Weise schon eine Vorstellung davon erwecken, wie unsinnig es ist, zu behaupten, daß diese sinnlich-physische Welt die einzige sei, daß es keine andere Welt gäbe als nur die unsrige, und daß es andere Wesen als die Menschen nicht geben könne. Alles richtig! Aber man kann noch etwas anderes sagen über diese Idee - und hier beginnt die andere Seite der Sache, die den wahren Geistesforscher angeht. Nehmen wir einmal an, wir stellen die Frage: Wie würde es sein, wenn der Mensch anstelle der Augen wirklich diese Organe hätte, um direkt Elektrizität und Magnetismus wahrzunehmen, wenn diese Idee, die in einer naiven Weise ein Mensch hinstellt, verwirklicht wäre an uns Menschen, wie wäre das? Dann würden wir Menschen uns in dem Reich von Elektrizität und Magnetismus ebenso unmittelbar zurechtfinden, wie wir uns jetzt im Reiche des Lichtes und der Töne zurechtfinden. Das würde aber eine Folge haben. Hätte der Mensch ein Organ für das unmittelbare Wahrnehmen von Elektrizität und Magnetismus, so hätte er zugleich mit diesem Organ, das dann für ihn ein Erkenntnisorgan wäre, die Macht und die Gewalt, jeden anderen Menschen zu töten oder krank zu machen. Diese Fähigkeit würde ein solches Organ unmittelbar verleihen.

Das ist es, was Geisteswissenschaft zu sagen hat zu der Idee des William Crookes, weil Geisteswissenschaft weiß, daß der Mensch durchzogen ist von solchen Kräften, die eine Verwandtschaft haben hier auf Erden mit den magnetischen und elektrischen Kräften. Nun bekommt die Frage einen ganz anderen Sinn, nun wird wirklich das Stück Naivität in dem einfachen Aufstellen einer solchen Idee erst recht sichtbar. Während ein Mensch, der kein höheres Schauen besitzt, die Idee von dem Hineinschauen in die elektrischen und magnetischen Kräfte aufstellt, folgt für den Geistesforscher aus ihr sogleich das soeben Gesagte. Wenn wir uns das vergegenwärtigen, kommen wir erst dazu, uns klar zu werden darüber, daß wir nicht an der Oberfläche bleiben dürfen, wenn wir uns in die Weisheit, die der Weltenordnung zugrunde liegt, wirklich vertiefen und sie verstehen wollen. Denn diese Erkenntnis des Geistesforschers zeigt uns, daß es sehr gut ist für den Menschen, daß er die elektrischen und magnetischen Organe nicht hat, daß er also seine Mitmenschen mit ihnen nicht schädigen kann. So können sich zunächst seine niederen Instinkte und Begierden auch nicht in solcher Weise ausleben und für ihn und die Welt verhängnisvoll werden." (Lit.: GA 150, S 87ff)

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Die Welt des Geistes und ihr Hereinragen in das physische Dasein, GA 150 (1980), Stockholm, 10. Juni 1913
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Weblinks

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