Zostrianos

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Zostrianos ist eine gnostische Schrift der Sethianer aus dem 3. Jahrhundert und wird als Pseudepigraph dem Zostrianos = Zarathustra (Zoroaster) zugeschrieben. Der Text ist die längste der überlieferten Nag-Hammadi-Schriften (NHC VIII,1), ist aber teilweise stark zerstört.

In der Literatur der Antike gab es zahlreiche Hinweise auf Schriften des Zoroaster. Über den „Zostrianos“ schreibt der Neuplatoniker Porphyrios:

„Zu jener Zeit waren da viele Christen und einige andere, und sie (sc. die anderen) waren Sektierer, die sich entfernt haben von der Philosophie, Schüler des Adelphius und Aquilinus. Sie waren im Besitz von vielen Schriften von Alexander, dem Libyer, Philocomes, Demostratus von Lydien, und sie zitierten aus den Offenbarungen des Zoroaster, Zostrianos, Nikotheos, Allogenes, Messos und anderer dieser Art. Sie haben viele in die Irre geführt, obwohl sie es ja gerade selbst sind, die in die Irre gegangen sind, weil sie denken, daß Plato nicht die Tiefen des Verstandes (Tiefe der intelligiblen Substanz) erreicht hat. Deswegen hat er (sc. Plotin), nachdem er viele Widerlegungen geschrieben hat zum Nutzen seiner Gefährten und ebenso ein Buch ,Gegen die Gnostiker` verfaßt hat, uns den Rest zur Kritik übriggelassen. Amelius brachte 40 Bücher gegen das Buch des Zostrianos hervor. Ich für meinen Teil, Porphyrius, habe viele Widerlegugen gegen jenes ,Zoroaster` genannte (Buch) verfaßt, indem ich aufgewiesen habe, daß dies ein unrechtes und neues Buch ist, erdacht von denen, die Mitglieder der Sekte waren, um den Anschein zu erwecken, daß es sich um Lehren des alten Zoroaster handle, die sie hochzuhalten wünschten.“

Porphyrios: Vita Plotin 16,3ff

Inhalt

Zostrianos sucht Antwort auf die Frage, wie die schlechte, finstere Welt aus dem unsichtbaren, ungeteilten und selbstgezeugten Geist entstehen konnte. Da erscheint ihm der Engel der Erkenntnis des ewigen Lichts, der ihn auf eine Himmelsreise durch die Äonen führt.

„Als er dieses zu mir gesagt hatte, ging ich mit ihm sehr schnell und sehr freudig in eine große Lichtwolke hinauf. Ich warf mein Gebilde, meinen Körper, auf die Erde, damit es durch Herrlichkeiten bewahrt werde. Wir waren gerettet aus der ganzen Welt und den dreizehn Äonen in ihr und ihren Engelwesen. Sie sahen uns nicht, sondern ihr Archon war verwirrt hinsichtlich unserer Durchquerung, denn die Licht-Wolke ist besser als jedes weltliche Ding. Mit ihrer unaussprechlichen Schönheit scheint sie hell, indem sie reine Geister geleitet als ein Geist-Erlöser und ein verständiges Wort, nicht wie die Dinge, die in der Welt sind, mit wandelbarer Materie und einem umstoßenden Wort.
Dann erkannte ich, daß die Kraft in mir über der Finsternis war, weil sie im Besitz des ganzen Lichtes war. Ich wurde dort getauft, und ich empfing dort das Bild der Herrlichkeiten. Ich wurde wie eine Herrlichkeit von ihnen. Ich verließ die Luft-Erde, und ich durchquerte die Antitypen der Äonen, nachdem ich mich dort siebenmal taufen ließ in lebendigem Wasser gemäß jedem einzelnen der Äonen. Ich hörte nicht auf, bis ich alle die Wasser zusammen sah. Ich stieg hinauf in die Nachbarschaft, die wirklich existiert. Ich wurde getauft. Ich stieg auf zu der Reue, welche wirklich existiert, und ich wurde dort viermal getauft. Ich durchquerte den sechsten Äon. Ich stand da, nachdem ich ein Licht der Wahrheit gesehen hatte, das wirklich existiert aus seiner selbstgezeugten Wurzel mit großen Engeln und Herrlichkeiten, Zahl.“

Zostrianos: Himmelsreise des Zostrianos

Zostrianos wird viermal getauft im Namen des göttliches Autogenes und hört die Offenbarungsrede des Authrounios, durch die er mehr über die Kosmogonie und den Fall der Sophia erfährt. In der Offenbarungsrede des Ephesech wird ihm gezeigt, das sich zwischen dem unsichtbaren Vater und der geschaffenen Welt der jungfräulich-weibliche Barbelo-Äon befindet, der sich wieder in drei Äonen gliedert. Der erste und höchste ist der Kalyptos-Äon. Ihm folgt der Protophanes-Äon, der Zuerstsichtbare, Zuersterscheinende, der der Verstandeswelt entspricht. Der unterste Äon ist der Autogenes-Äon, der Selbstgezeugte, aus dem das Leben entspringt. Auf der höchsten Ebene erfährt Zostrinos aus der Offenbarung des Salamex mehr „über den, der wirklich existiert“. Zostrianos erfährt auch viel über die verschiedenen Menschentypen und welche grettet werden können, über die verschiedenen Taufen und über die drei Seelentypen. Auch lernt er die Helfer der Menschen kennen und empfängt eine fünfte Taufe.

Am Ende seiner Himmelsreise kehrt Zostrianos in größerer Vollkommenheit zur Erde zurück und erweckt hier durch seine Predigt die „in die Irre gegangene Menge“.

Weblinks

  • Zostrianos - aus der „Bibel der Häretiker“ ins Deutsche übersetzt von Gerd Lüdemann und Martina Janßen.
  • Zostrianos (deutsche Übersetzung)