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Bergelmir

Aus AnthroWiki
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Bergelmir, altnordisch Bergelmir, ist ein Riese (Jötunn) in der nordischen Mythologie.

In der Lieder-Edda wird er nur im Lied Vafþrúðnismál erwähnt. Danach ist er der Sohn des Riesen Thrudgelmir und ein Enkel Aurgelmirs und wurde noch in der Vorzeit, bevor die Welt geschaffen wurde, gezeugt. Er gilt als weise. Darüber hinaus heißt es, dass er auf ein lúdr (ein vieldeutiger Begriff) gelegt wurde.[1] Zu welchem Zweck bleibt offen. Nach der Prosa-Edda überlebten Bergelmir und seine Frau auf besagtem lúdr als einzige der Vorzeitriesen die Sintflut, die durch das ausströmende Blut Ymirs hervorgerufen wurde, als die Götter den Riesen töteten, um aus seinem Körper die Welt zu erbauen. Dadurch wurde Bergelmir zum Stammvater der Reifriesen.[2]

In der Forschung ist bis heute nicht entschieden, ob Snorri Sturlusons Prosa-Edda einen eigenständigen germanischen Sintflutmythos wiedergibt oder ob er als Christ in seine heimische Mythologie nur die biblische Sintflut hineinlas. Befürworter des germanischen Sintflutmythos deuten den lúdr als ausgehöhlten Baumstamm, Floß[3] oder Mahlkasten[4], Gegner sehen darin eine Wiege[5] (Bergelmir als Stammvater des Riesengeschlechts) oder sogar seine Beerdigungsstätte[6].

Auch der Name des Riesen kann nicht eindeutig bestimmt werden. Man deutet ihn entweder als ‚Berg-Brüller‘[7], ‚Bär-Brüller‘, ‚barhäuptiger Brüller‘[8] oder als ‚Bösbeere‘[9].

Teilweise wurde Bergelmir auch mit dem Riesen Farbauti, dem Vater Lokis, gleichgesetzt.[10]

Literatur

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. ↑ Lieder-Edda: Vafþrúðnismál 31, 35
  2. ↑ Prosa-Edda: Gylfaginning 7
  3. ↑ Rudolf Simek: Lexikon der germanischen Mythologie. 3. Auflage, Kröner, Stuttgart 2006. ISBN 978-3-520-36803-4, S. 497
  4. ↑ So die gängigen Übersetzungen: Arnulf Krause: Die Götter- und Heldenlieder der Älteren Edda (Übersetzung). Reclam Verlag, 2004, S. 81 – Arthur Häny: Die Edda. Götter- und Heldenlieder der Germanen (Übersetzung). 3. Auflage. Manesse Verlag, Zürich 1989 (Erstauflage 1987), S. 83 – Felix Genzmer: Die Edda (Übersetzung). Sonderdruck nach der Erstauflage von 1981, Diederichs Verlag, München 2008, ISBN 978-3-7205-2759-0, S. 49.
  5. ↑ Jan de Vries: Altgermanische Religionsgeschichte – Bd. 2: Religion der Nordgermanen. Verlag Walter de Gruyter & Co., Berlin – Leipzig 1937, § 321.
  6. ↑ Vergleiche John Lindow: Handbook of Norse Mythology. USA 2001, ISBN 1-57607-217-7, S. 75
  7. ↑ Rudolf Simek: Lexikon der germanischen Mythologie. 3. Auflage, Kröner, Stuttgart 2006. ISBN 978-3-520-36803-4, S. 48: mit Fragezeichen – John Lindow: Handbook of Norse Mythology. USA 2001, ISBN 1-57607-217-7, S. 74: bei ihm ist diese Deutung nur eine von drei Alternativen
  8. ↑ John Lindow: Handbook of Norse Mythology. USA 2001, ISBN 1-57607-217-7, S. 74: bear-yeller, bare-yeller.
  9. ↑ Adolfo Zavaroni: Mead and Aqua Vitae: Functions of Mímir, Oðinn, Viðofnir and Svipdagr. In: Amsterdamer Beiträge zur älteren Germanistik, Band 61. Editions Rodopi BV, 2006, ISBN 978-9042018594, S. 82: evil-berry.
  10. ↑ H. A. Guerber: Myths of Northern Lands Narrated with Special Reference to Literature and Art. Dodo Pr., 2007, ISBN 978-1406739893, S. 199
Dieser Artikel basiert ganz oder teilweise auf einer für AnthroWiki adaptierten Fassung des Artikels Bergelmir aus der freien Enzyklopädie de.wikipedia.org und steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike. In Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.