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Theologia crucis

Aus AnthroWiki
(Weitergeleitet von Theologie des Kreuzes)
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Theologia crucis (lat. „Theologie des Kreuzes“) ist die von Martin Luther geprägte Bezeichnung für eine Theologie, die das Kreuz Christi in den Mittelpunkt stellt und Lehre und Leben der Kirche daran misst. Luther knüpfte dabei unmittelbar an Kernaussagen des Apostels Paulus an.

Die Theologia crucis wird innerhalb der reformatorischen Kirchen als Gegensatz zu einer scholastisch-spekulativen Theologia gloriae („Theologie der Herrlichkeit“) verstanden. An dieser wird bemängelt, dass sie lebensfern über Gottes Sein spekuliere und der Kirche einen sakramentalen Heilsbesitz zuerkenne, während die Theologia crucis auf dem Weg der Sündenerkenntnis zur Annahme der Erlösungsgnade Christi anleite (Rechtfertigungslehre) und die Kirche lediglich als Geschöpf und Werkzeug der Botschaft vom Kreuz verstehe.

Im ökumenischen Dialog besteht heute weitgehende Übereinstimmung darin, dass Kreuz und Herrlichkeit im christlichen Glaubensvollzug untrennbar zusammengehören.

Siehe auch

Literatur

  • Walther von Loewenich: Luthers Theologia Crucis. Luther-Verlag, 5. Auflage, Witten 1967.
  • Theodor Nikolaou: Aspekte einer Kreuzestheologie aus orthodoxer Sicht. In: Orthodoxes Forum. Zeitschrift des Instituts für Orthodoxe Theologie der Universität München. Jahrgang 8, Heft 1 + 2, EOS Verlag Erzabtei St. Ottilien, Sankt Ottilien 1994, ISSN 0933-8586, Heft 2, S. 201–213 (PDF-Datei; 1,85 MB).
  • Yong Joo Kim: Crux sola est nostra theologia: Das Kreuz Christi als Schlüsselbegriff der „Theologia crucis“ Luthers (= Europäische Hochschulschriften, Reihe 23 / Theologie, 863). Verlag Peter Lang, Frankfurt am Main 2008, ISBN 978-3-631-57736-3.