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39. Sinfonie (Mozart)
Die Sinfonie Es-Dur Köchelverzeichnis 543 komponierte Wolfgang Amadeus Mozart im Sommer 1788 in Wien. Nach der Alten Mozart-Ausgabe trägt die Sinfonie die Nummer 39.
Allgemeines zu den Sinfonien KV 543, KV 550 und KV 551

Nach Mozarts „Verzeichnüß aller meiner Werke“ entstanden die drei letzten Sinfonien Köchelverzeichnis (KV) 543, KV 550 und KV 551 innerhalb weniger Wochen im Sommer 1788. Die Einträge stammen vom 26. Juni, 25. Juli und 10. August, wobei damit vermutlich das Ende der Kompositionsarbeit gemeint ist. Mozart schrieb die Werke in einer Krise, die durch Geldsorgen und Depression gekennzeichnet war (Brief vom 27. Juni 1788 an Michael Puchberg):
„Kommen Sie doch zu mir und besuchen Sie mich; ich bin immer zu Hause; – ich habe in den 10 Tagen daß ich hier wohne mehr gearbeitet als in anderen Logis in 2 Monat, und kämen mir nicht so oft schwarze Gedanken (die ich nur mit Gewalt ausschlagen muß) würde es mir noch besser von Statten gehen …“[1]
Da sichere Belege für konkrete Aufführungen der Werke zu Mozarts Lebzeiten nicht vorhanden sind, nahmen frühere Autoren an, Mozart habe die Sinfonien ohne Hoffnung auf eine Aufführung komponiert, d. h. nur für sich selbst oder „für die Ewigkeit“. Dies entsprach der romantischen Kunstauffassung des 19. Jahrhunderts vom armen, weltfremden und verkannten Genie.[2] Aus heutiger Sicht erscheint es dagegen unwahrscheinlich, dass Mozart derartig umfangreiche Partituren ohne Aussicht auf eine Aufführung geschrieben haben soll. Bezüglich des Kompositionsanlasses kommen verschiedene Deutungen in Frage:[3]
- Planung für eine Aufführung von Konzerten im Sommer 1788. Von diesen fand aber offenbar nur das erste statt, während die anderen aus Mangel an Interesse abgesagt wurden.
- Planung für eine Veröffentlichung: Es war damals üblich, drei größere oder sechs kleinere Werke als ein Opus herauszugeben. Hierbei könnte Mozart durch die 1787 von Joseph Haydn veröffentlichen Sinfonien Nr. 82, 83 und 84 beeinflusst worden sein, die in denselben Tonarten stehen: C-Dur, g-Moll, Es-Dur.[2]
- Planung für eine Englandreise 1788, die dann aber nicht stattfand.
Trotz des Fehlens sicherer Belege meinen mehrere Autoren[1][2][3][4], dass die drei Sinfonien möglicherweise doch zu Mozarts Lebzeiten aufgeführt worden sein könnten. In Frage kommen folgende überlieferte Veranstaltungen (es ist jeweils nicht klar, welche Sinfonie Mozarts aufgeführt wurde):
- Beim Konzert von Mozart am Dresdner Hof am 14. April 1789 wurden wahrscheinlich auch Sinfonien gespielt.
- Beim Konzert am 15. Oktober 1790 in Frankfurt wurde eine Mozart-Sinfonie gespielt.
- Beim Konzert am 16. und 17. April 1791 der Tonkünstler-Sozietät unter Leitung von Antonio Salieri wurde „Eine große Sinfonie von der Erfindung des Hrn. Mozart“ mit Beteiligung von den mit Mozart befreundeten Klarinettisten Johann und Anton Stadler gespielt.
Die Frage nach Gemeinsamkeiten zwischen den Werken im Sinne einer „Trias“ wird unterschiedlich beurteilt. Peter Gülke (1997)[5] sieht in der Einleitung zu KV 543 eine Introduktion und im Finale von KV 551 den Abschluss für die drei Sinfonien insgesamt, weist aber auch auf die Spekulativität der Überlegungen hin. Ähnlich äußern sich Bernhard Paumgartner (1957)[6] und Peter Revers (2007),[4] während andere Autoren[7][1] skeptischer sind. So hebt z. B. Volker Scherliess (2005)[2] die Unterschiede in der Instrumentierung hervor und meint: „Betrachtet man die Sinfonien, so fällt eher das Individuelle als das Verbindende auf. (…) Wollte man sie als zusammengehörige Werkgruppe auffassen, so wäre – paradox gesagt – ein Moment der Zusammengehörigkeit schon darin zu sehen, wie unterschiedlich sie im Einzelnen gestaltet sind (…).“ Ein gemeinsamer Aspekt liegt jedoch in ihrer Entstehungsgeschichte: sie sind innerhalb einer kurzen Zeit komponiert worden.
Zur Musik siehe auch
- 39. Sinfonie (Mozart)#Zur Musik - Artikel in der deutschen Wikipedia
Siehe auch
- 39. Sinfonie (Mozart) - Artikel in der deutschen Wikipedia
- Liste der Sinfonien Wolfgang Amadeus Mozarts - Artikel in der deutschen Wikipedia
Literatur
- Wolfgang Amadeus Mozart: Symphony E flat major K. 543. Edition Eulenburg No. 451, London / Mainz ohne Jahresangabe, 64 S. (Taschenpartitur, Originalausgabe von 1933; Nachdruck ohne Jahresangabe)
- W. Meves: Symphonies de W. A. Mozart. Collection Litolff No. 168. Henry Litolff´s Verlag, Braunschweig ohne Jahresangabe (ca. 1890, u. a. mit einer Fassung der Sinfonie KV 543 für Klavier zu zwei Händen)
- Mozart: 39. Symphonie Gemeinfreie Aufnahme YouTube
Einzelnachweise
- ↑ Hochspringen nach: 1,0 1,1 1,2 Stephan Kunze: Wolfgang Amadeus Mozart: Sinfonie G-Moll KV 550. Reihe: Meisterwerke der Musik – Werkmonographien zur Musikgeschichte. Band 6, Wilhelm Fink Verlag, München 1998, ISBN 3-7705-2703-8, 100 S. + Anhang.
- ↑ Hochspringen nach: 2,0 2,1 2,2 2,3 Volker Scherliess: Die Sinfonien. In: Silke Leopold (Hrsg.): Mozart-Handbuch. Bärenreiter-Verlag, Kassel 2005, ISBN 3-7618-2021-6
- ↑ Hochspringen nach: 3,0 3,1 Neal Zaslaw: Mozart’s Symphonies. Context, Performance Practice, Reception. Clarendon Press, Oxford 1989, 617 S.
- ↑ Hochspringen nach: 4,0 4,1 Peter Revers: Die Sinfonien-Trias KV 543, KV 550 und KV 551 („Jupiter“). In: Joachim Brügge, Claudia Maria Knispel (Hrsg.): Das Mozart-Handbuch, Band 1: Mozarts Orchesterwerke und Konzerte. Laaber-Verlag, Laaber 2007, ISBN 3-8900-7461-8, S. 98–148.
- ↑ Peter Gülke: Im Zyklus eine Welt. Mozarts letzte Sinfonien. München 1997. Zitiert bei Scherliess (2005)
- ↑ Bernhard Paumgartner: Mozart. Atlantis-Verlag, Zürich und Freiburg i. Br. 1957
- ↑ Alfred Einstein: Mozart – Sein Charakter, sein Werk. Pan-Verlag, Zürich / Stuttgart 1953, 553 S.
Dieser Artikel basiert auf einer für AnthroWiki adaptierten Fassung des Artikels 39. Sinfonie (Mozart) aus der freien Enzyklopädie de.wikipedia.org und steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike. In Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. |