Antisemitismus

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Der Antisemitismus umreißt eine Abneigung gegen alle Völker, die vom biblischen Stammvater Sem abstammen. Dazu - also zu den Semiten - gehören nicht nur die Juden, sondern auch die arabischen Völker. Im engeren Sinn wird Antisemitismus aber zumeist mit Judenfeindlichkeit bzw. Judenhass, Judenfeindschaft oder Judenverfolgung gleichgesetzt.

Das Judentum begreift Rudolf Steiner nicht als Rasse, sondern als eine auf religiöser und nationaler Einheit basierende Gemeinschaft, die sich selbst ausgrenzt. Diese habe dadurch eine isolierte Kultur begründet:

„Das Judentum als solches hat sich aber längst ausgelebt, hat keine Berechtigung innerhalb des modernen Völkerlebens, und daß es sich dennoch erhalten hat, ist ein Fehler der Weltgeschichte, dessen Folgen nicht ausbleiben konnten.“ (Lit.:GA 32, S. 152)

Damit war dennoch Steiners deutliche Ablehnung des Antisemitismus verbunden:

„Mein Entwicklungsgang war auch ein solcher, daß damals, als ein Teil der nationalen Studentenschaft Österreichs antisemitisch wurde, mir das als eine Verhöhnung aller Bildungserrungenschaften der neuen Zeit erschien. Ich habe den Menschen nie nach etwas anderem beurteilen können als nach den individuellen, persönlichen Charaktereigenschaften, die ich an ihm kennenlerne. Ob einer Jude war oder nicht: das war mir immer ganz gleichgültig. Ich darf wohl sagen: diese Stimmung ist mir auch bis jetzt geblieben. Und ich habe im Antisemitismus nie etwas anderes sehen können als eine Anschauung, die bei ihren Trägern auf Inferiorität des Geistes, auf mangelhaftes ethisches Urteilsvermögen und auf Abgeschmacktheit deutet.“ (Lit.:GA 31, S. 378f)

„Mit Schaudern erkennt man, was der Antisemitismus in den Gemütern edler Juden angerichtet hat. Der Antisemitismus ist nicht alleine für die Juden eine Gefahr, er ist es auch für die Nichtjuden. Jede unbestimmte Haltung ist von Übel.“ (Lit.:GA 31, S. 409)

Da der Nationalsozialismus dem deutschen Volk hinsichtlich des Holocaust an den Juden ein besonders negatives Karma aufbürdete, steht dieses auch heute noch in einer besonderen Verantwortung für das jüdische Volk. Insbesondere die Beziehungen Deutschlands zu Israel sind - nach wie vor - durch den Holocaust belastet.

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 – 1901, GA 31 (1989), ISBN 3-7274-0310-1 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  2. Rudolf Steiner: Gesammelte Aufsätze zur Literatur 1884 – 1902, GA 32 (2004), ISBN 3-7274-0320-9 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
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Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz
Email: verlag@steinerverlag.com URL: www.steinerverlag.com. Freie Werkausgaben gibt es auf fvn-rs.net, archive.org und im Rudolf Steiner Online Archiv.
Eine textkritische Ausgabe grundlegender Schriften Rudolf Steiners bietet die Kritische Ausgabe (SKA) (Hrsg. Christian Clement): steinerkritischeausgabe.com
Die Rudolf Steiner Ausgaben basieren auf Klartextnachschriften, die dem gesprochenen Wort Rudolf Steiners so nah wie möglich kommen.
Hilfreiche Werkzeuge zur Orientierung in Steiners Gesamtwerk sind Christian Karls kostenlos online verfügbares Handbuch zum Werk Rudolf Steiners und
Urs Schwendeners Nachschlagewerk Anthroposophie unter weitestgehender Verwendung des Originalwortlautes Rudolf Steiners.
Ausführliche bibliografische Informationen mit Volltextsuche in allen derzeit verfügbaren Online-Ausgaben bietet die Steinerdatenbank.de.