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Apostolikumsstreit
Der Apostolikumsstreit war an der Schwelle des 20. Jahrhunderts eine Auseinandersetzung in der evangelischen Kirche um die Bindung an die altkirchlichen Bekenntnisse.
1871 lösten Karl Leopold Adolf Sydow und Emil Gustav Lisco mit der Infragestellung der im Apostolischen Glaubensbekenntnis artikulierten Jungfrauengeburt und der Höllenfahrt Christi erbitterte Streitigkeiten aus. 1891 verweigerte der württembergische Pfarrer Christoph Schrempf die übliche Rezitation des Apostolikums während der Taufe, was zu seiner Entlassung führte.
Den Höhepunkt des Streites löste Adolf von Harnack aus, der zwar nicht die Abschaffung des altkirchlichen Symbols, aber die Schaffung eines gleichrangigen, unanstößigen Formulars anregte. Darauf erklärte die Evangelisch-Lutherische Konferenz die Jungfrauengeburt zum Fundament des Christentums.
Der Streit führte in der Folge zum kirchlichen Erlass eines "Irrlehregesetzes" (1910), das 1911 bei Carl Jatho zur Anwendung kam.
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