Clara Reemtsma

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Carla Reemtsma (* 3. April 1998 in Berlin) ist eine deutsche Klimaschutzaktivistin. Sie gehört in Deutschland zu den Hauptorganisatoren des von Greta Thunberg inspirierten Schulstreiks Fridays for Future („Klimastreik“) und vertritt die Bewegung mit anderen in der medialen Öffentlichkeit. Dabei sieht sie Politik und Gesellschaft in der Pflicht, für Zukunfts- und Generationengerechtigkeit bei der Ressourcenbewirtschaftung und durch die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen zu sorgen.

Werdegang

Reemtsma wuchs in Berlin auf und besuchte das Werner-von-Siemens-Gymnasium in Berlin-Nikolassee, wo sie als Schulsprecherin aktiv war. Nach dem Abitur zog sie nach Münster, um an der Westfälischen Wilhelms-Universität Politik und Wirtschaft zu studieren. Im Frühjahr 2019 gründete sie den örtlichen Ableger der Fridays for Future-Bewegung. Sie ist die Cousine von Luisa Neubauer und entfernte Verwandte der vormaligen Eigner der Reemtsma Cigarettenfabriken.[1]

Positionierung und öffentliches Wirken für den Klimaschutz

Carla Reemtsma engagiert sich an prominenter Stelle bei der Organisation von Klimastreiks und -demonstrationen der Fridays-for-Future-Bewegung sowie als eine der Sprecherinnen der Bewegung.[2] Sowohl in Talkshows wie zuerst bei Maybrit Illner[3] als auch in Printmedien ist sie eine gesuchte Gesprächspartnerin.[1]

Für Reemtsma ist klar, dass die bisherige Wirtschaftsweise die Klimakrise verursacht hat und dass diesbezüglich ein Umbau ansteht. „Ob wir das Wirtschaftssystem aber komplett neu denken müssen, das ergibt sich aus der Frage, welche Maßnahmen wir treffen müssen, um unsere Klimaziele einzuhalten – und wie sich diese Maßnahmen auswirken. Das kann man nicht für die nächsten 30 Jahre durchspielen.“ Die Notwendigkeit eines Wirtschaftswachstums allerdings sei ihr beim Studium der Wirtschaftswissenschaften noch von niemandem plausibel gemacht worden.[4]

Dazu befragt ob die Corona-Krise, die im Frühjahr 2020 die Nachrichtenlage dominiert hat, auch das Fortleben der Fridays for Future-Bewegung in Frage stelle, räumt Reemtsma ein, dass Corona anfangs alle aus der Bahn geworfen habe, dass man aber unter den veränderten Umständen auch bereits wieder aktiv sei. Man organisiere ein Webinar-Programm, Abstandsdemos, Schilder- und Kreideaktionen, „und am 24. April hatten wir einen großen Streik im Netz.“ Auch seien anlässlich der Diskussionen um eine Autoprämie innerhalb weniger Tage in allen Autostädten Proteste organisiert worden. Die Senkung der weltweiten CO2-Emissionen im Zuge der Maßnahmen zum Schutz vor der Corona-Pandemie, die auch den Flugverkehr nahezu zum Erliegen gebracht haben und die in Deutschland die Einhaltung des Klimaziels 2020 doch noch ermöglichen, schätzt Carla Reemtsma als nicht nachhaltig ein. „Wir haben ja nicht unser Verkehrssystem umgestellt, in erneuerbare Energien investiert, die Produktion weniger energieintensiv gemacht.“ Die Politik lasse es an Tempo und Willen bei der Umsteuerung fehlen. „Wir stecken in einer katastrophalen Gesundheitskrise, die eine Wirtschaftskrise auslösen wird, die die Existenz vieler Menschen bedroht und soziale Ungerechtigkeit krass vergrößert. Wir protestieren weiter, um diese Krisen gemeinsam zu lösen.“[1]

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 „Wir sind halt einen Tacken radikaler als die Grünen“ tagesspiegel.de, 3. Juni 2020
  2. Maria Mercedes Hering: Mit Greta Thunberg in Berlin auf die Straße. Schwedische Klimaaktivistin ist am Freitag in der Hauptstadt. In: Der Tagesspiegel, 28. März 2019; abgerufen am 1. Juni 2020.
  3. Pjer Biederstädt: Carla Reemtsma Beachtlicher Auftritt im ZDF. In: Westfälische Nachrichten, 29. März 2019; abgerufen am 1. Juni 2020.
  4. Wirtschaftswachstum ist nicht das, worauf alles gründet – sondern ein intakter Planet. GEO-Interview mit Carla Reemtsma und Luisa Neubauer in: GEO, 6. Juni 2019; abgerufen am 1. Juni 2020.


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