Empyreum

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Gustave Doré: Das Empyreum, Illustration zu Dantes Göttlicher Komödie

Das Empyreum oder Empyrion (lat. empyreus „im Feuer“, von altgriech. ἔμπυρος émpyros; eng. Empyrean Heaven oder kurz Empyrean), der Feuerhimmel, ist nach der antiken und mittelalterlichen Kosmologie die vom göttlichen Feuer und Licht erfüllte, noch über dem Kristallhimmel gelagerte, äußerste und höchste himmlische Sphäre. Sie entspricht dem Nirvana der östlichen Tradition. Nach späterer christlichen Auffassung ist sie der Sitz des dreifältigen Gottes und der Seligen und wird so auch in Dantes Göttlicher Komödie beschrieben.

„So wie Dante diese Dinge schildert, so galten sie dem Menschen dazumal als wirklich. Das ist bei Dante nicht Dichtung. Der versteht ihn nicht, der nur einen Moment daran denken kann, daß Dante das als bloßen Aberglauben angesehen hat. Damals hatte man die Vorstellung: Jenseits, auf der andern Seite der Erde, wirkt die Schwerkraft in der entgegengesetzten Richtung. Da stellten sich die mittelalterlichen Menschen die Kräfte vor, die dem Menschen entgegengesetzt waren, die Kräfte, die ihn loslösten von alledem, was geistige Erdenschwere bedeutet. Da war das Läuterungsfeuer, Kamaloka.

Wenn man von da aus in den Sternenraum hinausblickt, so waren da ganz andere Vorstellungen. Der Mond war nicht ein Mineral, sondern der Körper eines Geistwesens, auf dem viele Geistwesen wohnten, ein Weltenkörper. Es lebten darauf Wesen, die ähnliche Entwickelungszustände durchgemacht hatten wie die Menschen. Sie waren aber tiefer hinuntergefallen als die Menschen, nur waren ihre Laster geistiger aufgefaßt als die tierischen Laster der Menschen.

Den Merkur stellte man sich auch als körperliches Wesen vor, welches einen Geist umfaßte. Wie wir den Menschen aus dem innersten des Seelenwesens ableiten, so dachte sich der mittelalterliche Mensch als Geistwesen die Sonne, den Mond, Merkur, Venus, Mars, Jupiter, Saturn. Der Mensch nahm damals überall Geist wahr. Überall war die Welt für ihn von Geistwesen bevölkert.

In dem Fixsternhimmel lebte der Christus, seit er die Welt verlassen hatte. Jenseits des Fixsternhimmels war das Empyreum, das heißt der zehnte Himmel, welcher die Urgründe alles Daseins umfaßte. Diejenigen Wesenheiten, welche nicht hier auf der Erde in diesem Leibe waren, stellte sich der Mensch vor als wohnend in irgendeinem Gebiet außerhalb der Erde. Einen Krieger, der durch den Tod gegangen war, hatten wir nach der damaligen Vorstellung auf dem Mars zu suchen. Einer, der ein beschauliches Leben geführt hat, wäre auf dem Saturn. Der noch höhergestiegen war, war im Fixsternhimmel zu suchen, wo der Christus nach seinem Tode war. Darüber standen dann noch höhere Wesenheiten.“ (Lit.:GA 97, S. 28f)

Paulus beschreibt im 2. Korintherbrief, wie er in den Dritten Himmel entrückt wurde. Der erste Himmel entspricht dabei dem Luftkreis, der zweite den Himmlischen Sphären mit den Planeten und Sternen, insbesondere dem Tierkreis, und der dritte schließlich dem Empyreum.

„1 Gerühmt muss werden; wenn es auch nichts nützt, so will ich doch kommen auf die Erscheinungen und Offenbarungen des Herrn. 2 Ich kenne einen Menschen in Christus; vor vierzehn Jahren – ist er im Leib gewesen? Ich weiß es nicht; oder ist er außer dem Leib gewesen? Ich weiß es nicht; Gott weiß es –, da wurde derselbe entrückt bis in den dritten Himmel. 3 Und ich kenne denselben Menschen – ob er im Leib oder außer dem Leib gewesen ist, weiß ich nicht; Gott weiß es –, 4 der wurde entrückt in das Paradies und hörte unaussprechliche Worte, die kein Mensch sagen kann. 5 Für denselben will ich mich rühmen; für mich selbst aber will ich mich nicht rühmen, außer meiner Schwachheit.“

Paulus von Tarsos: 2 Korinther 12,1-5 LUT

Literatur

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