Feder

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Verschiedene Vogelfedern
Schematischer Bau der Konturfeder: 1 Schaft, 2 Spule, 3 Fahne (3b Außen-, 3a Innenfahne), 4 Nebenfeder, 5 oberer Nabel, 6 unterer Nabel, 7 Federast, 8 Bogenstrahl, 9 Hakenstrahl
Federstruktur eines Gelbbrustaras

Federn (lat. pennae, Singular penna) sind der äußeren Haut der Vögel eingebildete, im ausgewachsenen Zustand tote Strukturen aus Keratin, die zusammen das Gefieder oder Federkleid bilden. Zu unterscheiden sind dabei die oft stark gefärbten Konturfedern, die den Körper außen umhüllen, und die unter den Deckfedern liegenden Unterfedern, die Daunen oder Dunen, die der Wärmedämmung dienen. Die Farben der Federn sind stofflich hauptsächlich durch das schwarzbraune Pigment Melanin bedingt, das auch die Färbung der Haare und Augen und die Bräunung der menschlichen Haut bewirkt, teilweise aber auch durch Carotinoide und Porphyrine.

Ein ähnliches Federkleid hat man auch bei fossilen gefiederten Dinosauriern (z.B. Sinosauropteryx, Caudipteryx, Beipiaosaurus) gefunden, die nach gegenwärtiger Ansicht das entwicklungsgeschichtliche Bindeglied zwischen Vögeln und Sauriern sind. Seit dem ersten Fund des Archaeopteryx im Solnhofener Plattenkalk im Jahr 1861 gilt als gesichert, dass die Vögel von den Reptilien abstammen.

Die strahligen Sonnenkräfte, die Vogelfedern bilden und ihnen ihre Form und Farben verleihen, sind dieselben, die das menschliche Gehirn zum Denkorgan formen und ihm dadurch das Denken ermöglichen:

"Dann, wenn wir uns so richtig versenken in diese Adlernatur, wenn wir verstehen, inneres künstlerisches Naturverständnis zu entwickeln, welches das Geistige mitenthält, wenn wir hinschauen können, wie künstlerisch herausgebildet wird aus den Sonnenimpulsen, die verstärkt sind durch andere Impulse, die ich nachher nennen werde, wenn wir das sehen, wie gleichsam diese Sonnenimpulse hinfluten über den Adler, schon bevor er aus dem Ei gekrochen ist, wie sie das Gefieder herauszaubern oder eigentlich, besser gesagt, hineinzaubern in seine Fleischesgestalt, und uns dann fragen: Was bedeutet denn das für den Menschen? - Ja, das bedeutet für den Menschen dasjenige, was sein Gehirn zum Träger der Gedanken macht. Und Sie sehen richtig hin in den Makrokosmos, in die große Natur, wenn Sie den Adler so ansehen, daß Sie sagen: Der Adler hat sein Gefieder, seine vielfarbigen, bunten Federn; in denen lebt dieselbe Kraft, die in dir lebt, indem sie dein Gehirn zum Gedankenträger macht. Dasjenige, was dein Gehirn faltet, was dein Gehirn fähig macht, jene innere Salzkraft aufzunehmen, die die Grundlage des Denkens ist, was dein Gehirn überhaupt dazu macht, dich zu einem Denker zu bilden, das ist dieselbe Kraft, die dem Adler in den Lüften sein Gefieder gibt. - So fühlen wir uns verwandt, indem wir denken, gewissermaßen den menschlichen Ersatz in uns fühlend für das Adlergefieder; unsere Gedanken strömen von dem Gehirn so aus, wie ausfluten von dem Adler die Federn." (Lit.: GA 230, S. 14)

Es sind aber vor allem auch ahrimanische Kräfte daran beteiligt, den Federn ihre Struktur zu geben und sie mit Materie zu durchdringen. Wirkten nur die reinen Sonnenkräfte, blieben die Federn rein ätherische Gebilde. Die ahrimanischen Richtungskräfte wirken strahlig in Linien und zeigen sich bis hinein in den Bau jeder einzelnen Feder. Die luziferischen Richtungskräfte wirken hingegen in Spiralen und zeigen sich etwa in der Form der Vogeleischale.

"Wenn Sie das Vogelei vor sich hinlegen, so können Sie sich sagen: Dadrinnen sitzt in seiner Wesenheit Luzifer. Wenn Sie einem Vogel die Federn auszupfen, dann können Sie sagen: Hier habe ich das reinste Bild der ahrimanischen Richtungskräfte. Da wirken die ahrimanischen Richtungskräfte, auch bei den feinen, daunenhaf ten Federchen, die Sie beim auskriechenden Küchlein finden. Da haben schon die ahrimanisehen Kräfte durch die Schale hindurch gewirkt. Sie waren schon im Kampfe mit demjenigen, was sich durchaus nicht von Federn durchziehen lassen will. Wenn Sie also das Federkleid des Vogels betrachten, dann haben Sie das reinste Bild des Ahrimanischen.

ahrimanische Richtungskräfte in den Vogelfedern.

Daher können Sie sagen: Schaue ich ein Ei an, so verhüllt sich mir Luzifer. Er verrät sich mir nur durch die äußere Gestalt, die er abwirft, durch dasjenige, was an Materie ausgeworfen wird in gewisser Weise. - Was also abfällt, ob es eine Vogeleischale ist, ob es eine Schlangenhaut ist, die abgeworfen wird und so weiter, das ist aus dem luziferischen Prinzip, aus den luziferischen Kräften herausgeworfen. In dem, was da abgeworfen wird, kann man noch etwas sehen von der eigentlichen Gestaltung der luziferischen Kräfte. Sie wirken eigentlich, wenn sie rein wirken, in Spiralen. Und in demjenigen, was Sie als Federkleid haben, oder was Sie überhaupt so haben, daß es von außen sich in das Leibliche hineinversetzt, da haben Sie das Ahrimanische. Das wirkt in seinen Richtungskräften tangential. Nehmen Sie einen Pfauenschwanz und betrachten Sie ihn recht genau und denken Sie sich dabei: Das ist das reinste Bild von ahrimanischen Richtekräften." (Lit.: GA 205, S. 213f)

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Menschenwerden, Weltenseele und Weltengeist – Erster Teil, GA 205 (1987), ISBN 3-7274-2050-2 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  2. Rudolf Steiner: Der Mensch als Zusammenklang des schaffenden, bildenden und gestaltenden Weltenwortes, GA 230
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Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz
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