Freidenker

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Freidenker (eng. freethinker; franz. libre-pensée) ist ein Begriff, der auf die französische und englische Aufklärung zurückgeht und für eine selbstständige und selbstverantwortliche Lebensgestaltung steht, die jeglichen religiösen Glauben und namentlich alle kirchlichen Dogmen vehement ablehnt. Ihrem Selbstverständnis nach sind sie säkulare Humanisten, radikale Skeptiker, Agnostiker oder Atheisten.

Das Wort wurde von dem englischen Philosophen und Naturwissenschaftler William Molyneux geprägt, der in einem Brief vom 6. April 1697 an den Begründer der englischen Aufklärung John Locke diesen als „candid freethinker“ bezeichnete[1]. 1715 übernahm Gottfried Wilhelm Leibniz diese Bezeichnung als „Freidenker“ in die deutsche Sprache, wo er mit mit dem damals schon geläufigen Begriff Freigeist verschmolz. 1749 schrieb Gotthold Ephraim Lessing das 1755 veröffentlichte Lustspiel „Der Freigeist“.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Johannes Hoffmeister (Hrsg.): Wörterbuch der philosophischen Begriffe. 2. Auflage. Felix Meiner Verlag, Hamburg 1955, S. 236.