Heilkräfte

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Alle Heilkräfte, die in unserem Organismus wirken, sind letzlich Selbstheilungskräfte, die aber gegebenenfalls durch äußere therapeutische Maßnahmen angeregt und unterstützt werden müssen. Wie Rudolf Steiner in seinen Vorträgen über "Das Miterleben des Jahreslaufes in vier kosmischen Imaginationen" geschildert hat, sind diese Heilkräfte eine Gabe des Erzengels Raphael. In der Betrachtung der Oster-Imagination erlebt man ihn als den Frühlingsgeist, der die Erde umkreist, und der während der Herbsteszeit die Kräfte der menschlichen Atmung eigentlich schafft und darin seine heilende Kräfte verankert. Im Atem, der den Ätherleib durchpulst, liegt das Geheimnis aller Heilung.

"Während Michael zur Herbsteszeit oben der kosmische Geist ist, der kosmische Erzengel, webt im Menschen während der Michaelzeit Raphael, Raphael, der ordnend, segnend, wirkend im ganzen menschlichen Atmungssystem tätig ist. Und wir stellen uns im Grunde genommen den Herbst nur richtig vor, wenn wir auf der einen Seite die mächtige Michael-Imagination haben mit dem Schwerte, das aus dem Meteoreisen herausgeschmiedet ist, mit dem Kleide, das aus dem Sonnengold, durchglänzt von den Silberstrahlungen der Erde, durchwoben ist, wenn wir das oben uns vorstellen, im Menschen aber wirkend Raphael, Raphael, Sinn habend für jeden Atemzug, Sinn habend für alles dasjenige, was von den Lungen aus zum Herzen, und vom Herzen wiederum durch den ganzen Blutkreislauf geht. Daher lernt der Mensch jene heilenden Kräfte, die in der Raphaelzeit im Frühling den Kosmos durchweben, in sich selber kennen, wenn er dasjenige, was da Raphael, indem dann seine Strahlungen durch die Erde durchgehen, zur Herbsteszeit, wenn Michael oben ist, in der Atmung des Menschen tut.

Denn es gibt ein großes Geheimnis: Alle heilenden Kräfte liegen nämlich ursprünglich im menschlichen Atmungssystem. Und wer den ganzen Umfang des Atmens wirklich versteht, der kennt aus dem Menschen heraus die heilenden Kräfte. Nicht in den andern Systemen liegen die heilenden Kräfte. Die andern Systeme müssen selbst geheilt werden.

Das Atmungssystem - sehen Sie nach in dem, was ich über Pädagogik gesagt habe - kommt ja insbesondere zur Tätigkeit zwischen dem siebenten und vierzehnten Lebensjahr des Kindes. Währenddem die Krankheitsmöglichkeiten in den ersten sieben Lebensjahren groß sind, nach dem vierzehnten Lebensjahre wiederum groß werden, sind sie relativ am geringsten in der Zeit, wo das Atmungssystem durch den menschlichen Leib hindurch mit Hilfe des Ätherleibes durchpulsiert. Es liegt ein geheimnisvolles Heilungsweben gerade im Atmungssystem. Und alle Geheimnisse des Heilens sind zugleich die Geheimnisse des Atmens. Und das hängt damit zusammen, daß jene Raphael-Wirkungen, die im Frühling kosmisch sind, eindringen zur Herbsteszeit in das ganze Geheimnis des menschlichen Atmens." (Lit.: GA 229, S. 80f)

Krankheit entsteht dadurch, dass die Wesensglieder, die mit der Bewusstseinstätigkeit des Menschen zusammenhängen, also der Astralleib und das Ich, zu tief in den physischen Leib eingreifen, denn alles Bewusstsein beruht auf lebenshemmenden Abbauprozessen. Greifen diese beiden höheren Wesensglieder allerdings zu wenig in den Organismus ein, beginnen die Lebenskräfte zu stark zu wuchern, und auch dadurch entsteht Krankheit (Lit.: GA 027, S. 23). Der Prozess der Heilung soll das Zusammenwirken der Wesensglieder wieder in richtige Bahnen lenken und dadurch die Gesundung des Organismus bewirken, wobei die eigentlichen Heilkräfte, wie schon oben erwähnt, ihren Sitz im vom Atem durchpulsten Ätherleib haben. Darum wird der Ätherleib zu Recht auch als Lebensleib bezeichnet.

"Der bloße physische Organismus könnte niemals einen Selbstheilungsvorgang hervorrufen. Ein solcher wird in dem ätherischen Organismus angefacht. Damit aber wird die Gesundheit als der Zustand erkannt, der im ätherischen Organismus seinen Ursprung hat. Heilen muß daher in einer Behandlung des ätherischen Organismus bestehen." (Lit.: GA 027, S. 24)

Literatur

  1. Rudolf Steiner/Ita Wegman: Grundlegendes für eine Erweiterung der Heilkunst nach geisteswissenschaftlichen Erkenntnissen, GA 27 (1991), ISBN 3-7274-0270-9; Tb 701, ISBN 978-3-7274-7010-3 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  2. Rudolf Steiner: Das Miterleben des Jahreslaufes in vier kosmischen Imaginationen, GA 229 (1999), ISBN 3-7274-2290-4 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
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