Raphael (Erzengel)

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Michael, Raphael (Mitte) und Gabriel führen Tobias, Gemälde von Francesco Botticini, 1470

Raphael (hebräisch: רפאל; rapha'el bedeutet „Gott heilt“) ist gemeinsam mit Michael, Gabriel und Uriel einer der vier führenden Erzengel bzw. einer der sieben Erzengel, die den Planetensphären zugeordnet sind. Seine kosmische Heimat ist die Merkursphäre. Raphael repräsentiert aber auch die Weltentwicklungsstufe der alten Sonne und hat dadurch auch einen besonderen Bezug zum Ätherleib des Menschen, der damals geschaffen wurde, und kann die darin wirkenden Heilkräfte anregen. Raphaels Wirken spiegelt sich auch im menschlichen Fühlen wieder. Nach katholischer Tradition steht Raphael im Westen vor dem Thron Gottes.

„In der Richtung des Westens steht derjenige, welcher zu der Sonnen-Entwickelung in Beziehung steht. Im goldenen Glanze strahlt sein Licht. Eine erhabene, kraftvolle Gestalt, wird er mit dem Namen des Raphael bezeichnet.“ (Lit.:GA 265, S. 336f)

Raphaels letzte Erzengel-Regentschaft währte laut Rudolf Steiner von 850 - 1190 n. Chr.

Im Buch Tobit spricht Raphael:

15 Ich bin Rafael, einer von den sieben heiligen Engeln, die das Gebet der Heiligen emportragen und mit ihm vor die Majestät des heiligen Gottes treten. 16 Da erschraken die beiden und fielen voller Furcht vor ihm nieder. 17 Er aber sagte zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Friede sei mit euch. Preist Gott in Ewigkeit! 18 Nicht weil ich euch eine Gunst erweisen wollte, sondern weil unser Gott es wollte, bin ich zu euch gekommen. Darum preist ihn in Ewigkeit! 19 Während der ganzen Zeit, in der ihr mich gesehen habt, habe ich nichts gegessen und getrunken; ihr habt nur eine Erscheinung gesehen. 20 Jetzt aber dankt Gott! Ich steige wieder auf zu dem, der mich gesandt hat. Doch ihr sollt alles, was geschehen ist, in einem Buch aufschreiben. 21 Als sie wieder aufstanden, sahen sie ihn nicht mehr. (Tob 12,15-21 EU)

Raphael gilt als Beschützer des Baumes des Lebens. Nach dem Sohar, dem zentralen Buch der jüdischen Kabbala, wurde er damit beauftragt, die Erde zu heilen, damit die Menschen auf ihr leben können. Wie Rudolf Steiner in seinen Vorträgen über "Das Miterleben des Jahreslaufes in vier kosmischen Imaginationen" geschildert hat, ist er es auch, dem wir die in unserem Organismus wirkenden Heilkräfte verdanken. Er ist der Frühlingsgeist, der die Erde umkreist, und der während der Herbsteszeit die Kräfte der menschlichen Atmung eigentlich schafft und darin seine heilende Kräfte verankert. Im Atem liegt darum das Geheimnis unserer Heilkräfte (Lit.: GA 229, S. 81).

Raphael soll auch Noah die Anleitung zum Bau seiner Arche überbracht haben.

Im alttestamentarischen Buch Tobit begleitet Raphael Tobias auf seiner Reise und hilft ihm, den Fisch zu finden (Tob 6,2 EU), mit dessen Herz und Niere Sarah von ihrer Besessenheit geheilt und so die Hochzeit mit ihr möglich wurde und mit dessen Galle er Tobias blinden Vater Tobit heilte (Tob 11,7 EU).

2 Als der junge Tobias im Fluss baden wollte, schoss ein Fisch aus dem Wasser hoch und wollte ihn verschlingen. 3 Der Engel rief Tobias zu: Pack ihn! Da packte der junge Mann zu und warf den Fisch ans Ufer. 4 Und der Engel sagte zu Tobias: Schneide den Fisch auf, nimm Herz, Leber und Galle heraus und bewahre sie gut auf! 5 Der junge Tobias tat, was ihm der Engel sagte. Dann brieten sie den Fisch und aßen ihn. 6 Als sie weiterreisten und in die Gegend von Ekbatana kamen, 7 fragte der junge Tobias den Engel: Asarja, lieber Bruder, wozu sollen die Leber, das Herz und die Galle des Fisches gut sein? 8 Rafael antwortete: Wenn ein Mann oder eine Frau von einem Dämon oder einem bösen Geist gequält wird, soll man das Herz und die Leber des Fisches in Gegenwart dieses Menschen verbrennen; dann wird er von der Plage befreit. 9 Und wenn jemand weiße Flecken in den Augen hat, soll man die Augen mit der Galle bestreichen; so wird er geheilt. (Tob 6,2-9 EU)

Gemäß der christlichen Ikonographie wird Raphael als Pilger mit Stab, Flasche und Fisch in Begleitung von Tobias dargestellt und ihm wird die Farbe Grün, gelegentlich auch Violett zugewiesen.

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Das Miterleben des Jahreslaufes in vier kosmischen Imaginationen, GA 229 (1999), ISBN 3-7274-2290-4 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  2. Rudolf Steiner: Zur Geschichte und aus den Inhalten der erkenntniskultischen Abteilung der Esoterischen Schule von 1904 bis 1914, GA 265 (1987), ISBN 3-7274-2650-0 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org


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