7

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7

7 ist die Zahl der Zeit und damit zugleich auch die Zahl der ätherischen Welt und des daraus entnommenen Ätherleibs, denn die Realität der Zeit ist in der Ätherwelt begründet.

Die Zahl der Vollendung

Sieben, genauer die dreifache 7-7-7, ist zugleich die Zahl der Vollendung, denn alle Entwicklung im Kleinen und im Großen vollzieht und vollendet sich durch sieben Stufen. Unserer ganzes Weltsystem entwickelt sich durch sieben planetarische Weltentwicklungsstufen. Sieben Kulturepochen durchschreitet die Menschheit in der nachatlantischen Zeit, und der Mensch entwickelt sich in seinem Erdenleben in Siebenjahresperioden. Die kritische Entwicklungsphase wird durch die Zahl des Tieres (666) charakterisiert.

Sieben Farben umfasst der Regenbogen und die Tonleiter hat sieben Töne. Die Siebenheit (griech. εβδομάς, Hebdomas) kann sich aber auch räumlich als Ergebnis eines lebendigen zeitlichen Entwicklungsprozesses manifestieren - das große makrokosmische Beispiel dafür sind die sieben Planetensphären. Philon von Alexandria charakterisiert das Wesen der 7 ausführlich in seiner Schrift «Über die Schöpfung der Welt» (De opificio mundi)[1].

"Die Sieben ist die Zahl der Vollkommenheit. Sie können wiederum sich das am Menschen selber klarmachen. Er ist in der Vierzahl als Geschöpf, und er ist in der Fünfzahl, insofern er ein gutes oder ein böses Wesen sein kann. Wenn er alles ausgebildet haben wird, was im Keime in ihm enthalten ist, dann wird er ein siebengliedriges, in seiner Art vollkommenes Wesen sein. Die Siebenzahl herrscht in der Welt der Farben, im Regenbogen, sie herrscht in der Welt der Töne, in der Skala. Überall, auf allen Gebieten des Lebens können Sie die Siebenzahl als eine Art von Vollkommenheitszahl darstellen. Es steckt weder Aberglaube noch Zauberei dahinter." (Lit.: GA 101, S. 179)

Der athenische Dichter und Staatsmann Solon (640 v. Chr.–559 v. Chr.) teilte das Menschenleben in zehn Hebdomaden griech. ἑβδομάς hebdomas „die Siebenzahl“) von je sieben Jahren ein, die er in seiner berühmten Elegie Παῖς μὲν ἄνηβος ... („Unreifer Kanbe zwar ...“) beschrieb:[2]

Das Heptagramm als Symbol des mystischen Lammes (Zeichnung aus GA 96, S. 314)

Knabe zuerst ist der Mensch, unreif: da wirft er der Zähne
Hag, der dem Kinde entspross, von sich im siebenten Jahr.
Wenn zum anderen Mal Gott schloß die Sieben der Jahre,
Zeichen der Mannheit dann keimen, der nahenden, auf.
Während der dritten umkraust sein Kinn – noch wachsen die Glieder –
Wolliger Flaum, da der Haut Blüte im Wandel verwich.
Nun in den vierten empor zu hohem vollem Gedeihen
Reift die Stärke, in ihr zeigt was tauge der Mann.
Mit den fünften gedeiht ihm die Zeit, der Freite zu denken
Und dass in Söhnen ersteh fürderhin währender Stamm.
Während der sechsten da breitet der Geist allseits sich ins Rechte,
Nimmer zu unnützem Tun treibt ihn hinfort noch der Mut.
Sieben Siebenerjahre und acht: im vollen Gedeihen
Stehen Zunge und Geist: vierzehn an Jahren zusamt.
Noch in den neunten ist tauglich der Mann, doch lässiger zeigen
Gegen das volle Gedeihn Zunge fortan sich und Witz.
Wer in die zehnten gelangte, die zehnten nach Maßen vollendend,
Kaum zur Unzeit wärs, träf ihn die Neige des Tods.

Das Septagramm ist das Symbol des mystischen Lamms, des Christus.

Sieben und die Kapazität des Kurzzeitgedächtnisses

Die Zahl 7 scheint auch von entscheidender Bedeutung für die Kapazität des Kurzzeitgedächtnises zu sein, die mit der durch den Atemrhythmus bestimmten, subjektiv gefühlte Dauer des Augenblicks zusammenhängt. Während dieser Zeitspanne von 3 - 4 Sekunden können bis etwa 7 Objekte (z.B. Ziffern, Buchstaben oder ganze Worte) erfasst und wieder erinnert werden - und zwar, insofern sie als ein Ganzes erfasst werden, weitgehend unabhängig von deren spezifischem Informationsgehalt. Dieses sogenannte seven phenomenon wurde schon im 17. Jahrhundert von John Locke experimentell entdeckt und wird heute als die sogenannte Millersche Zahl (engl. The Magical Number Seven, Plus or Minus Two) bezeichnet, benannt nach dem US-amerikanischen Psychologen George A. Miller, der in seinem 1956 veröffentlichten Artikel "The Magical Number Seven, Plus or Minus Two: Some Limits on Our Capacity for Processing Information"[3], der zu den meistzitierten Artikel aus dem Fachbereich der Psychologie zählt, ebenfalls feststellte, dass der Mensch gleichzeitig nur 7±2 Gedächtniseinheiten (Chunks) mit dem Kurzzeitgedächtnis erfassen kann.

„Und schließlich, was ist mit der magischen Zahl sieben? Was ist mit den sieben Weltwundern, den sieben Meeren, den sieben Todsünden, den sieben Töchtern des Atlas in den Plejaden, den sieben Zeitaltern des Menschen, den sieben Ebenen der Hölle, den sieben Grundfarben, den sieben Tönen der Musikskala und den sieben Tagen der Woche? Was ist mit der siebenstufigen Bewertungsskala, den sieben Kategorien für ein absolutes Urteil, den sieben Objekten in der Spanne der Aufmerksamkeit und den sieben Ziffern in der Spanne des unmittelbaren Gedächtnisses? Für den Moment schlage ich vor, das Urteil zurückzuhalten. Vielleicht steckt hinter all diesen Siebenern etwas Tiefes und Tiefgründiges, etwas, das uns nur dazu auffordert, es zu entdecken. Aber ich vermute, dass es sich nur um einen bösartigen, pythagoreischen Zufall handelt.“

G. A. Miller: The magical number seven, plus or minus two[3]

Siehe auch

Literatur

  • Rudolf Steiner: Mythen und Sagen. Okkulte Zeichen und Symbole, GA 101 (1987), Stuttgart, 15. September 1907
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Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz
Email: verlag@steinerverlag.com URL: www.steinerverlag.com. Freie Werkausgaben gibt es auf fvn-rs.net, archive.org und im Rudolf Steiner Online Archiv.
Eine textkritische Ausgabe grundlegender Schriften Rudolf Steiners bietet die Kritische Ausgabe (SKA) (Hrsg. Christian Clement): steinerkritischeausgabe.com
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Hilfreiche Werkzeuge zur Orientierung in Steiners Gesamtwerk sind Christian Karls kostenlos online verfügbares Handbuch zum Werk Rudolf Steiners und
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Einzelnachweise

  1. Philon von Alexandria: Über die Schöpfung der Welt (§ 89-128) Online-Text (englisch)
  2. Deutsch von Wolfgang Schadewaldt in: Lebenszeit und Greisenalter im frühen Griechentum. Die Antike. Zeitschrift für Kunst und Kultur des klassischen Altertums. Band 9 (1933), Seite 282. Siehe auch Baltrusch. Griechisches Original bei Philon von Alexandria: Περί της κατά Μωυσέα κοσμοποιίας, el.wikisource (XXXV) 103 (S. 36 f. archive.org), sowie bei Gotthilf Heinrich von Schubert: Die Geschichte der Seele. 3. Auflage 1839, Seite 353 books.google
  3. 3,0 3,1 „And finally, what about the magical number seven? What about the seven wonders of the world, the seven seas, the seven deadly sins, the seven daughters of Atlas in the Pleiades, the seven ages of man, the seven levels of hell, the seven primary colors, the seven notes of the musical scale, and the seven days of the week? What about the seven-point rating scale, the seven categories for absolute judgment, the seven objects in the span of attention, and the seven digits in the span of immediate memory? For the present I propose to withhold judgment. Perhaps there is something deep and profound behind all these sevens, something just calling out for us to discover it. But I suspect that it is only a pernicious, Pythagorean coincidence.“ (MILLER, G.A. (1956): The magical number seven, plus or minus two: Some limits on our capacity for processing information. In: Psychological Review, 63, 1956, S.81-97.)