Ethologie

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Die Ethologie (von griech. ἔθος „Gewohnheit, Sitte, Brauch“ und -logie „Lehre, Wissenschaft“) ist ein Teilgebiet der Zoologie, das unter Einbeziehung der Psychologie auf naturwissenschaftlicher Grundlage das vielfach auch von Instinkten geprägte Verhalten von Tieren untersucht und daraus auch Rückschlüsse auf den Menschen zieht. In diesem Sinn versteht man darunter traditionell die vergleichende Verhaltensforschung oder überhaupt die Verhaltensbiologie generell. Die wissenschaftlichen Grundlagen wurden u.a. von Oskar Heinroth, Erich von Holst, Konrad Lorenz, Günter Tembrock, Nikolaas Tinbergen und Irenäus Eibl-Eibesfeldt geschaffen. Bedeutsame Vorarbeiten leistete auch Jean-Henri Fabre, der das Instinktverhalten der Insekten erforschte.

Schon Charles Darwin war davon ausgegangen, dass die teils sehr komplexen Verhaltensmuster der Tiere ebenso wie ihre anatomisch-morphologischen Merkmale nach den gleichen Prinzipien der von ihm entwickelten Evolutionslehre im „Kampf ums Dasein“ entstanden sein müssten.

Die von Irenäus Eibl-Eibesfeldt begründete Humanethologie versucht die angeborenen Verhaltensweisen des Menschen aus seiner stammesgeschichtlichen Entwicklung zu verstehen. Ein Teilbereich ist die von Otto Koenig mit seinem 1970 veröffentlichten Buch „Kultur und Verhaltensforschung“ Kulturethologie.

Siehe auch

Literatur

  • Konrad Lorenz: Über tierisches und menschliches Verhalten. Aus dem Werdegang der Verhaltenslehre. Gesammelte Abhandlungen. Band 1 und 2, Piper, München 1965.
  • Konrad Lorenz: Vergleichende Verhaltensforschung. Grundlagen der Ethologie. Springer Verlag, Wien 1978.
  • Konrad Lorenz: Die Naturwissenschaft vom Menschen. Eine Einführung in die vergleichende Verhaltensforschung. Das „Russische Manuskript.“ Piper, München 1992.
  • Konrad Lorenz: Die acht Todsünden der zivilisierten Menschheit. Piper, München 2005, ISBN 3-492-04727-0.
  • Irenäus Eibl-Eibesfeldt: Grundriss der vergleichenden Verhaltensforschung. 7. völlig überarbeitete und erweiterte Auflage, Piper, München 1987.
  • Irenäus Eibl-Eibesfeldt: Die Biologie des menschlichen Verhaltens: Grundriss der Humanethologie. 3. Auflage. Seehamer, Weyarn 1997, ISBN 3-932131-34-7.
  • Steven Pinker: Das unbeschriebene Blatt: die moderne Leugnung der menschlichen Natur. Berlin-Verlag, Berlin 2003, ISBN 3-8270-0509-4.
  • Bernhard Hassenstein: Verhaltensbiologie des Kindes. Monsenstein und Vannerdat, Münster 2007, ISBN 978-3-938568-51-4.
  • Rupert Riedl, Wolfgang Schleidt, Uta Seibt, Irenäus Eibl-Eibesfeldt, Walter L. Fischer, Michael Freyer, Max Liedtke (Hrsg.): Kulturethologie. Über die Grundlagen kultureller Entwicklungen; dem Begründer der Kulturethologie, Professor Otto Koenig (1914–1992). Realis Verlag, München 1994, ISBN 3-930048-05-1.