Paramanu

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Paramanu (aus skrt. param[1] „jenseits“ und anu [2] „Atom“), auch Parimandala (von skrt. pari „herum, jenseits, außerhalb“[3] und mandala „Kreis, Sphäre“) genannt[4], ist nach der Atomlehre des indischen Vaisheshika, die Kanada wahrscheinlich im 6. Jahrhundert v. Chr. [5] [6] [7] unabhängig von Leukipp und Demokrit entwickelt hat, die kleinste, unzerstörbare und ewige, völlig gestaltlose punktförmige Ureinheit der materiellen Welt. Also solche sind die Paramanus noch nicht räumlich dinghaft fassbar. Sie lagern sich zunächst zu Dvyanuka (Zweifachatom) aus je zwei Paramanus zusammen. Zwei Dvyanuka bilden ein Chaturanuka (Vierfachatom), das nun schon immer länger und größer wird. Drei Dvyanuka bilden ein 6-faches Atom usw. So entstehen erste räumlich fassbare, dinghafte Gebilde, die Anus (skrt. Atom), die Atome. Diese sind immer noch viel zu klein, um sichtbar zu sein, aber nach und nach lagern sie sich zu größeren Komplexen zusammen, bis sie schließlich in die sinnliche Sichtbarkeit und Greifbarkeit treten.

Kanada steht mit seiner spekulativen Atomlehre erstaunlich nahe der modernen physikalischen Ansicht, nach der alle Materie letztlich aus punktförmig gedachten, nicht dinghaften Elementarteilchen (Leptonen und Quarks) besteht.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. param“ im Sanskrit Dictionary
  2. Im Sanskrit eigentlich eine gebräuchliche Vorsilbe mit vielschichtiger Bedeutung: nach, nahe, unter, untergeordnet, immer, leicht, fein, ...
  3. pari“ im Sanskrit Dictionary
  4. vgl. The Brahma Sutras - Chapter 2 (englisch)
  5. Anu and Parmanu - Indian ideas about Atomic physics, http://www.newsfinder.org/site/more/anu_and_parmanu_indian_ideas_about_atomic_physics/
  6. "Kaṇāda," Dilip M. Salwi, http://www.4to40.com/legends/index.asp?id=183
  7. nach anderen Quellen lebte Kanada erst im 2. Jahrhundert v. Chr.; vgl. dazu: Oliver Leaman, Key Concepts in Eastern Philosophy. Routledge, 1999, page 269.