Pergamon

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Pergamon (Türkei)
Pergamon
Pergamon
Izmir
Izmir
Pergamon (Kleinasien)
Die Akropolis von Pergamon vom Asklepieion aus gesehen

Pergamon (griech. τὸ Πέργαμον, das Pérgamon, seltener ἡ Πέργαμος, die Pérgamos; lat. Pergamum, seltener auch Pergamus) war eine antike griechische Stadt nahe der Westküste Kleinasiens in der heutigen Türkei. Sie lag am nördlichen Rand einer Ebene, die von dem Fluss Kaïkos (dem heutigen Bakırçay) gebildet wurde. Die Bebauung erhebt sich zu Füßen, an den Hängen und auf der Hochfläche der Akropolis, deren Kern aus einem etwa 335 Meter hohen, tafelbergförmigen Massiv aus Andesitgestein besteht. Der Burgberg fällt nach Norden, Osten und Westen sehr steil ab, während die Südseite über drei natürliche Absätze einen flacheren Übergang zur Ebene bildet. Westlich durchfließt der Selinus (heute Bergamaçay) an der Akropolis vorbei die Stadt, im Osten fließt der Ketios (heute Kestelçay). Während des 3. und 2. Jahrhunderts v. Chr. war Pergamon Hauptstadt des Pergamenischen Reichs, das sich über große Teile des westlichen Kleinasiens erstreckte. Unter der kunstsinnigen Dynastie der Attaliden, die bestrebt war, ein neues Athen zu schaffen, wurde die Stadt zu einem der bedeutendsten Kulturzentren des Hellenismus. Namensgebend war die Stadt für das Pergament, das einer bereits antiken Legende zufolge dort erfunden wurde. Der heutige türkische Name der Stadt ist Bergama. Pergamon liegt etwa 80 km nördlich von Smyrna, dem heutigen İzmir.

An die frühchristliche Gemeinde von Pergamon wird in der Apokalypse des Johannes das dritte der sieben Sendschreiben gerichtet, das der Christus dem Evangelisten Johannes diktiert. Pergamon repräsentiert nach Rudolf Steiner die Ägyptisch-Chaldäische Kultur, die dritte Kulturepoche der nachatlantischen Zeit.

„12 Und dem Engel der Gemeinde in "Pergamon" schreibe: Das sagt, der da hat das scharfe, zweischneidige Schwert: 13 Ich weiß, wo du wohnst: da, wo der Thron des Satans ist; und du hältst an meinem Namen fest und hast den Glauben an mich nicht verleugnet, auch nicht in den Tagen, als Antipas, mein treuer Zeuge, bei euch getötet wurde, da, wo der Satan wohnt. 14 Aber einiges habe ich gegen dich: Du hast Leute dort, die sich an die Lehre Bileams halten, der den Balak lehrte, die Israeliten zu verführen, vom Götzenopfer zu essen und Hurerei zu treiben. 15 So hast du auch Leute, die sich in gleicher Weise an die Lehre der Nikolaïten halten. 16 Tue Buße; wenn aber nicht, so werde ich bald über dich kommen und gegen sie streiten mit dem Schwert meines Mundes. 17 Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt! Wer überwindet, dem will ich geben von dem verborgenen Manna und will ihm geben einen weißen Stein; und auf dem Stein ist ein neuer Name geschrieben, den niemand kennt als der, der ihn empfängt.“

Offenbarung: 2,12-17 LUT

Rudolf Steiner gibt dazu folgende Erläuterung:

"Nun gehen wir weiter, zur Gemeinde zu Pergamus. Sie ist der Repräsentant jener Epoche der Menschheit, die mehr und mehr heraustrat auf den physischen Plan, wo der Mensch in der Sternenschrift sah, was sein Geist ergründen konnte. Das ist dem Menschen in der dritten Kulturepoche gegeben. Der Mensch wirkt durch das, was in seinem Innern ist. Dadurch, daß er ein Inneres hat, kann er das Äußere erforschen. Nur weil er mit einer Seele begabt war, konnte er die Sternenbahn erforschen, die Geometrie erfinden. Das nannte man die Erforschung durch das Wort, das in der Apokalypse des Johannes ausgedrückt ist durch «das Schwert des Mundes». Derjenige, der diesen Brief schreiben läßt, deutet daher darauf hin, daß die Gewalt dieser Epoche ein scharfes Wort ist, ein scharfes, zweischneidiges Schwert. Das ist das Hermes-Wort der alten Priester, ist das Wort, durch das man die Naturkräfte und Sterne erforschte im alten Sinn, das ist diejenige Kultur, die vorzugsweise durch die inneren astralisch-seelischen Kräfte des Menschen gewonnen wird hier auf dem physischen Plan. Wenn sie noch in jener alten Form gewonnen wird, ist sie wirklich ein sehr zweischneidiges Schwert. Da steht die Weisheit hart an der Kante zwischen dem, was weiße und schwarze Magie ist, zwischen dem, was in die Seligkeiten führt, und dem, was ins Verderben mündet. Deshalb sagt er, daß er wohl weiß, daß da, wo die Repräsentanten dieser Epoche wohnen, auch des Satans Stuhl ist. Das deutet auf alles das hin, was hinwegführen kann von den wirklichen großen Zielen der Entwickelung. Und die «Lehre Balaams» ist keine andere als die Lehre der schwarzen Zauberer, denn das ist die Lehre der Volksverschlinger. Die Volksverschlinger, die Volkszerstörer sind die schwarzen Magier, die nur im Dienste ihrer eigenen Persönlichkeit arbeiten und alle Gemeinschaft zerstören, daher alles, was im Volke lebt, verschlingen. Aber das Gute dieser Kultur besteht darin, daß der Mensch gerade da beginnen kann, seinen Astralleib zu reinigen und zu verklären. Das nennt man das «verborgene Manna». Dasjenige, was bloß für die Welt ist, umgeändert in Gottesspeise, was nur für den egoistischen Menschen ist, umgewandelt in Göttliches, das nennt man «verborgenes Manna». Alle die Symbole hier zeigen an, daß der Mensch seine Seele reinigt, um zum reinen Träger von Manas sich zu machen." (Lit.: GA 104, S. 80f)

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Die Apokalypse des Johannes, GA 104 (1985), ISBN 3-7274-1040-X pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
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