gemeinsam neue Wege der Erkenntnis gehen
Eine freie Initiative von Menschen bei anthrowiki.at anthrowiki.at, anthro.world anthro.world, biodyn.wiki biodyn.wiki und steiner.wiki steiner.wiki
mit online Lesekreisen, Übungsgruppen, Vorträgen ...
Wie Sie die Entwicklung von AnthroWiki durch Ihre Spende unterstützen können, erfahren Sie hier.

Use Google Translate for a raw translation of our pages into more than 100 languages.
Please note that some mistranslations can occur due to machine translation.
Alle Banner auf einen Klick

Permanentes Atom

Aus AnthroWiki

Das permanente Atom war eine in der Theosophischen Gesellschaft weitverbreitete Vorstellung, mit der man erklären wollte, wie die Erfahrungen eines Erdenlebens in die nächste Inkarnation hinüberwirken. Annie Besant schreibt dazu:

„The use of the permanent atoms is to preserve within themselves, as vibratory powers, the results of all the experiences through which they have passed. It will perhaps be best to take the physical atom as an illustration, since this is susceptible of easier explanation than those on higher planes. […] At the end of a physical life, this permanent atom has thus stored up innumerable vibratory powers; that is, has learned to respond in countless ways to the external world, to reproduce in itself the vibrations imposed upon it by surrounding objects. The physical body disintegrates at death; […]. But the physical permanent atom remains; it is the only atom that has passed through all the experiences of the ever-changing conglomerations we call our body, and it has acquired all the results of all those experiences.»“

„Der Nutzen der permanenten Atome besteht darin, dass sie als Schwingungskräfte die Ergebnisse aller Erfahrungen, die sie durchlaufen haben, in sich bewahren. Es ist vielleicht am besten, das physische Atom zur Veranschaulichung zu nehmen, da es sich leichter erklären lässt als die Atome auf höheren Ebenen. [...] Am Ende eines physischen Lebens hat dieses permanente Atom also unzählige Schwingungskräfte gespeichert, d.h. es hat gelernt, auf unzählige Arten auf die äußere Welt zu reagieren, die Schwingungen, die ihm von den umgebenden Objekten auferlegt werden, in sich selbst zu reproduzieren. Der physische Körper löst sich beim Tod auf; [...]. Aber das physische, permanente Atom bleibt; es ist das einzige Atom, das durch alle Erfahrungen der sich ständig verändernden Konglomerate, die wir unseren Körper nennen, hindurchgegangen ist, und es hat alle Ergebnisse all dieser Erfahrungen erworben.“

Annie Besant: A Study in Consciousness 1904, S. 96–98

Später in diesem Kapitel ist auch von astralen Atomen und mentalen Atomen die Rede:

„The permanent astral atom bears exactly the same relation to the astral body as that borne by the physical permanent atom to the physical body. At the end of the life in kamaloka—purgatory—the golden lifeweb withdraws from the astral body, leaving it to disintegrate, as its physical comrade had previously done, and enwraps the astral permanent atom for its long sleep. A similar relation is borne to the mental body by the permanent mental particle during physical, astral, and mental life; during the early stages of human evolution little improvement is made in the mental permanent unit by the brief devachanic lives, not only on account of their brevity, but because the feeble thought -forms produced by the undeveloped intelligence affect very slightly the permanent unit. But when thoughtpower is more highly evolved, the devachanic life is a time of great improvement, and innumerable vibratory energies are stored up, and show their value when the time arrives for the building of a new mental body for the next cycle of re-incarnation.“

„Das permanente Astralatom hat genau die gleiche Beziehung zum Astralkörper wie das physische permanente Atom zum physischen Körper. Am Ende des Lebens in Kamaloka - dem Fegefeuer - zieht sich das goldene Lebensnetz aus dem Astralkörper zurück, überlässt ihn dem Zerfall, wie es zuvor sein physischer Genosse getan hatte, und hüllt das permanente Astralatom für seinen langen Schlaf ein. Eine ähnliche Beziehung zum Mentalkörper hat das permanente mentale Teilchen während des physischen, astralen und mentalen Lebens. In den frühen Stadien der menschlichen Evolution wird die permanente mentale Einheit durch die kurzen devachanischen Leben nur wenig verbessert, nicht nur wegen ihrer Kürze, sondern weil die schwachen Gedankenformen, die von der unentwickelten Intelligenz hervorgebracht werden, die permanente Einheit nur sehr wenig beeinflussen. Aber wenn die Gedankenkraft höher entwickelt ist, ist das devachanische Leben eine Zeit großer Verbesserungen, und unzählige Schwingungsenergien werden gespeichert und zeigen ihren Wert, wenn die Zeit für den Aufbau eines neuen Mentalkörpers für den nächsten Reinkarnationszyklus gekommen ist.“

Annie Besant: A Study in Consciousness 1904, S. 105–106

Rudolf Steiner stand dieser im Grunde sehr materialistischen Anschauung naturgemäß kritisch gegenüber:

„Es wurde behauptet, die wiederholten Erdenleben, die nämlich nur einer wirklich geistigen Anschauung vor die Seele treten können, müßten auch in irdischem Gewände vor das Auge treten, man müßte sie auch in das Gewand des materialistischen Denkens hereinkriegen. Die Leute fingen plötzlich an, vom «permanenten Atom», das durch alle Erdenleben hindurchgeht, zu reden. Sie sagten: Wenn ich jetzt im Erdenleben bin und nach Jahrhunderten wiederkomme, so werden die Atome in alle Winde zerstreut sein. Aber ein einziges Atom geht über in das nächste Erdenleben. Man nannte es das permanente Atom. Nun war glücklich das Allermaterialistischste in die wiederholten Erdenleben hineingetragen, in das, was nur mit dem Geiste erfaßt werden kann. Als ob ein einzelner Mensch etwas davon haben könnte, wenn da ein einziges Atom aus dem vierten, fünften Jahrhundert etwa, in seinem Gehirn sich herumtriebe! Das kann mir doch so egal sein, wie es mir gleichgültig wäre, wenn es etwa einem jenseitigen Chirurgen irgendwie gegeben wäre, mein jetziges Erdenleben dadurch auszustatten, daß er meinen Magen von dazumal konserviert und jetzt wieder eingesetzt hätte. Im Prinzip unterscheidet sich das nicht voneinander.

Ich erzähle Ihnen das nicht, um mich lustig zu machen, sondern als interessante Symptome dafür, daß die Leute, welche vom Geist reden wollen, vom Wohlgefühl der geistigen Vibrationen reden, und daß Menschen, die durch bloße Gedankenimitationen aufgenommen hatten, was andere über wiederholte Erdenleben wußten, dieses dann so einkleiden, daß sie über das permanente Atom reden. Über dieses permanente Atom sind von Theosophen sogar allerlei Bücher geschrieben worden, auch solche mit kuriosen Zeichnungen über die Anordnung der Wasserstoff-, Sauerstoff-, Chlor-Atome und so weiter. Wenn man sich diese Geschichten anschaut, so sind sie nicht weniger greulich als die Zeichnungen, die die Materialisten von den Atomen entworfen haben. Es kommt nicht darauf an, ob man behauptet, irgend etwas ist geistig oder irgend etwas ist materiell, sondern darauf kommt es an, daß man einsieht, man muß in den lebendigen Geist hinein. Wiederum sage ich das nicht in polemischem Sinne, sondern um Ihnen die Sache klarzumachen.“ (Lit.: GA 217, S. 53f)

Literatur

Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz Email: verlag@steinerverlag.com URL: www.steinerverlag.com.
Freie Werkausgaben gibt es auf steiner.wiki, bdn-steiner.ru, archive.org und im Rudolf Steiner Online Archiv.
Eine textkritische Ausgabe grundlegender Schriften Rudolf Steiners bietet die Kritische Ausgabe (SKA) (Hrsg. Christian Clement): steinerkritischeausgabe.com
Die Rudolf Steiner Ausgaben basieren auf Klartextnachschriften, die dem gesprochenen Wort Rudolf Steiners so nah wie möglich kommen.
Hilfreiche Werkzeuge zur Orientierung in Steiners Gesamtwerk sind Christian Karls kostenlos online verfügbares Handbuch zum Werk Rudolf Steiners und Urs Schwendeners Nachschlagewerk Anthroposophie unter weitestgehender Verwendung des Originalwortlautes Rudolf Steiners.