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Pierre Gassendi

Aus AnthroWiki
Pierre Gassendi

Pierre Gassendi (auch Pierre Gassend, lateinisch Petrus Gassendi; * 22. Januar 1592 in Champtercier, Provence; † 24. Oktober 1655 in Paris) war ein französischer Theologe, Naturwissenschaftler, Philosoph und Astronom und stand als solcher im reger Korrespondenz mit Galileo Galilei und Christoph Scheiner. Seine engsten Vertrauten waren der Astronom und Gelehrte Nicolas-Claude Fabri de Peiresc und der Mathematiker und Theologe Marin Mersenne.

Gassendi lehnte den von Descartes vertretenen Dualismus ab und begründete eine rein materialistische Lehre, mit der er an den Atomismus von Epikur anknüpfte. Daraus leitete er auch die Möglichkeit einer Spontanzeugung ab, indem er die Existenz von Lebewesen auf für das Leben geeigneten Atomkombinationen zurückführte, die sich auch außerhalb eines bereits existierenden Körpers ergeben könnten. Daher könne neues Leben grundsätzlich auch aus unbelebter Materie entstehen.[1]

Schriften

  • Exercitationes paradoxicae adversus Aristoteleos (1624)
  • Epistolica Exercitatio, in qua precipua principia philosophiae Roberti Fluddi deteguntur (1631), Streitschrift gegen Robert Fludd
  • Disquisitiones Anticartesianae (1643)
  • Disquisitio metaphysica (1644), Streitschrift gegen Descartes
  • De vita, moribus et placitis Epicuri (1647)
  • Syntagma philosophiae Epicurii (1649)
  • Tychonis Brahei, equitis Dani, Astronomorum Coryphaei, vita. Accessit Nicolai Copernici, Georgii Peurbachii, & Joannis Regiomontani, Astronomorum celebrium, vita (1655), online
  • Syntagma philosophicum (1658)

Siehe auch

Literatur

  • Eduard Jan Dijksterhuis: Die Mechanisierung des Weltbildes. Reprint der Ausgabe 1956. Springer, Berlin/Heidelberg/New York 1983, ISBN 3-540-02003-9
  • Dag Nikolaus Hasse: Urzeugung und Weltbild. Aristoteles – Ibn Ruschd – Pasteur. Olms, Hildesheim u. a. 2006, ISBN 3-487-13306-7
  • Matthias Risch: Pierre Gassendi und die kopernikanische Zeitenwende. In: Physik in unserer Zeit. Heft 5/2007, S. 249–253
  • Reiner Tack: Untersuchungen zum Philosophie- und Wissenschaftsbegriff bei Pierre Gassendi: (1592–1655). Hain, Meisenheim (am Glan) 1974, ISBN 3-445-01103-6

Einzelnachweise

  1. ↑ Hasse: Urzeugung und Weltbild. 2006, S. 9.
Dieser Artikel basiert ganz oder teilweise auf einer für AnthroWiki adaptierten Fassung des Artikels Pierre Gassendi aus der freien Enzyklopädie de.wikipedia.org und steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike. In Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.