Proteom

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Als Proteom wird die Gesamtheit aller - je nach exakter Definition - in einem Lebewesen, einem Gewebe, einer Zelle oder einem Zellkompartiment zu einem bestimmten Zeitpunkt vorhandenen Proteine bezeichnet. Das Gesamtnetzwerk aller molekularen Wechselwirkungen, insbesondere auch der Proteine, bilden das sog. Interaktom.

Michael P. H. Stumpf et al.[1] schätzen, dass das menschliche Interaktom ungefähr 25.000 Proteine und 650.000 Protein-Wechselwirkungen umfasst, von denen derzeit weniger als 0,3 % bekannt sind [2].

Durch beständige Aufbau- und Abbauprozesse ändert sich die Zusammensetzung des Proteoms beständig in starker Abhängigkeit von momentanen Umwelteinflüssen und der inneren Aktivität des Lebewesens. Ständige Veränderungen ergeben sich auch durch die räumlich und zeitlich unterschiedliche („spatiotemporale“) Genexpression. Die genetisch determinierten Primärproteine werden dabei auch in vielfältiger Weise durch Enzyme zu oft hunderten von sekundären Eiweißformen differenziert. Die Eiweißzusammensetzung eines Lebewesens ist daher nicht nur durch genetische, sondern weit mehr noch durch epigenetische Faktoren bestimmt.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Stumpf M, Thorne T, et al.: Estimating the size of the human interactome. PNAS, 2008, 105(19): 6959 doi:10.1073/pnas.0708078105 pdf
  2. L.A. Amaral: A truer measure of our ignorance. In: PNAS, 2008, 105(19):6795 doi:10.1073/pnas.0802459105 pdf