Salbe

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Die Salbung König Davids nach einer mittelalterlichen Darstellung

Eine Salbe (lat. Unguentum, kurz: Ungt.) ist eine weiche, halbfeste, streichfähige, homogen aussehende Zubereitung auf wasserlöslicher oder öllöslicher Basis, die vornehmlich in der Medizin zur Übertragung von Heilmitteln auf die Haut (z. B. als Wundsalbe) oder auf die Schleimhäute verwendet wird.

Salben wurden aber auch schon seit alten Zeiten für kultische Zwecke benutzt. Die Salbung ist ein schon in den alten vorchristlichen Mysterien gebräuchliches kultisch-religiöses Ritual der Heilung und Heiligung und der Übertragung der priesterlichen und königlichen Würde. Sie ist Bestandteil mehrer Sakramente und war in vielen europäischen Ländern seit dem Mittelalter auch ein entscheidender Akt der Königserhebung, der noch vor der Krönung vollzogen wurde.

Bei Einweihungsritualen dienten mit entsprechenden Wirkstoffen versetzte Salben als Mittel, dass die Lösung der Seele vom Leib erleichtern und dadurch einen Zustand der Ekstase fördern sollte. In verzerrter Form trifft das auch auf die Hexensalbe zu, die Goethe in den Walpurgisnachts-Szenen in seinem Faust I erwähnt.

Nach dem Bericht der Evangelien löste die Salbung Christi in Bethanien den Verrat des Judas aus.

Siehe auch