Sanguiniker

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Der Sanguiniker (von lat. sanguisBlut“) ist ein Mensch, bei dem das sanguinische Temperament die anderen, stets auch vorhandenen Temperamente überwiegt. Nach der Temperamentenlehre des Hippokrates von Kós ist der Sanguiniker ein „leichtblütiger“, heiter und lebhafter Mensch, der oft zu einer gewissen Oberflächlichkeit neigt, sich aber anderseits durch seine vielseitigen regen Interessen auszeichnet. Sein Schritt ist tänzelnd, die Gestik luftig bewegt. Dem Sanguiniker ist das Luftelement zugeordnet und von den Farben vor allem das strahlende, heitere Gelb. Sanguiniker neigen oft zu Atemwegs- bzw. Lungenerkrankungen.

Von den vier Wesensgliedern dominiert beim Sanguiniker der Astralleib.

„Im Nervensystem und Astralleib sind die auf- und abwogenden Empfindungen und Gefühle. Nur dadurch, daß diese durch das Ich gebändigt werden, kommt Harmonie und Ordnung hinein. Würde er sie nicht durch sein Ich bändigen, so würden sie auf- und abfluten, ohne daß man bemerken könnte, der Mensch übt irgendeine Herrschaft über sie aus. Der Mensch würde hingegeben sein allem Wogen von Empfindung zu Empfindung, von Bild zu Bild, von Vorstellung zu Vorstellung und so weiter.

Etwas von dem tritt ein, wenn der astralische Leib vorherrscht, also beim Sanguiniker, der in gewisser Weise den auf- und abwogenden Bildern, Empfindungen und Vorstellungen hingegeben ist, da bei ihm der Astralleib und das Nervensystem vorherrschen. Das, was des Menschen Blutzirkulation ist, ist der Bändiger des Nervenlebens. Was tritt ein, wenn ein Mensch blutarm, bleichsüchtig ist, wenn der Bändiger nicht da ist? Dann tritt ein zügelloses Auf- und Abfluten der Bilder; Illusionen, Halluzinationen treten auf. Einen kleinen Anflug davon haben wir beim Sanguiniker. Der Sanguiniker kann nicht bei einem Eindruck verweilen, er kann nicht festhalten an einem Bilde, er haftet nicht mit seinem Interesse an einem Eindruck. Er eilt von Lebenseindruck zu Lebenseindruck, von Wahrnehmung zu Wahrnehmung. Das kann man besonders beim sanguinischen Kinde beobachten; da kann es einem Sorge machen. Leicht ist Interesse da, ein Bild fängt leicht an zu wirken, macht bald einen Eindruck, aber der Eindruck ist bald wieder verschwunden.“ (Lit.:GA 57, S. 286f)

Wie bei allen vier Temperamenten kommt auch der Sanguiniker nie in reiner Form vor, da immer auch andere Temperamente (lat. temperamentum = „das richtige Maß, die richtige Mischung“) beigemischt sind, die einen mildernden Ausgleich schaffen. In der Praxis hat man also immer nur mit bestimmten Akzentverschiebungen zu tun.

Siehe auch

Literatur

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