Schamballa

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Schamballa (tib. bde 'byung; auch Shambala), das reine Land, ist ein in buddhistschen Legenden beschriebenes mythisches tibetisches Königreich, verborgen in den unzugänglichen Regionen des Himalaya, zugänglich nur den hohen Eingeweihten. Nach den Lehren der Theosophen ist hier auch der zentrale Sitz der Meister der Weisheit und des Zusammenklanges der Empfindungen, die darum auch als die "Bruderschaft von Shambala" bezeichnet werden. Schamballa spielt auch eine bedeutsame Rolle in der Tradition des Kalachakra-Tantra, dass der Buddha Shakyamuni nach der Überlieferung des Taranatha im Alter von 80 Jahren an der Stupa von Dhānyakaṭaka in Südindien gelehrt haben soll und dann an König Suchandra von Shambala übertrug, da die Zeit noch nicht reif sei, die Lehre und Praxis des Kalachakra unter den Menschen auf Erden zu verbreiten.

Schamballa gilt als Stätte, die der geistigen Entwicklung besonders günstig ist; ob es sich dabei um einen äußeren Ort handelt, bleibt dabei zunächst offen. So sagt etwa der 14. Dalai Lama Tendzin Gyatsho über Schamballa:

"Gleichgültig ob Shambhala ein Ort irgendwo auf diesem Planeten ist, oder nicht, so kann er dennoch nur von denen gesehen werden, deren Geist und karmische Tendenzen rein sind." (Lit.: Cornu)

Tatsächlich bestätigt Rudolf Steiner, dass Schamballa kein äußerer Ort ist:

"Früher, in den Zeiten eines uralten Hellsehens, konnte der Mensch ohne das starke Ich-Bewußtsein hineinschauen in die geistige Welt, so daß er damals schon in gewisser Weise das gesehen hat, was er jetzt wieder sehen wird, aber jetzt so, daß er hineintreten wird mit seinem neuen Selbstbewußtsein. Damals sah er es in traumhaft ekstatischen Zuständen, oder beim Hineinschauen in die eigene Seele. Damals war diese Welt vorhanden vor dem Blick, der während des Kali Yuga nur ein physischer Blick geworden ist. Daher erzählen uns die Traditionen, welche sich ein Andenken an das alte Hellsehen bewahrt haben, von einem unbekannten Märchenlande, das dem Blick des heutigen Menschen entschwunden ist. Und es gibt in der morgenländischen Literatur wunderbare Schriften mit einem eigenartigen tragischen Zauber in ihrem Inhalt, der etwa sagt: Es hat einmal im Menschenreich die Möglichkeit gegeben, hinzupilgern zu einem Lande, wo herausgeflossen ist alles Geistige in ein physisch Sinnliches. Es ist das Land, aus dem in entsprechenden Zeiten die Eingeweihten, und aus dem die Bodhisattvas immer wieder ihre Kraft schöpfen. Mit tiefer Wehmut wird von diesem Lande in den orientalischen Schriften gesprochen, wo es in einigen etwa heißt: Wo ist es? Es wird uns gesagt, wie die Orte heißen, Wege werden genannt, aber selbst vor den angesehensten Lamas des tibetanischen Gebietes hat es sich verborgen. Nur den Eingeweihten ist es zugänglich! Aber es wird davon erzählt, daß dieses Land wieder zur Erde kommen werde. Und das ist wahr: Es wird zur Erde kommen! Und der Führer dazu wird derjenige sein, den die Menschen sehen werden, wenn sie durch das Ereignis von Damaskus hineingelangen werden in das Land «Schamballa». Schamballa, so heißt das Land, hat sich zurückgezogen vor dem Blick der Menschen. Es ist heute nur zu betreten für die, welche sich als Eingeweihte nach bestimmten Zeiten ihre Kräftigung von dort zu holen haben. Die alten Kräfte führen nicht mehr in das Land Schamballa. Daher sprechen die orientalischen Schriften mit so tragischer Wehmut von dem untergegangenen Lande Schamballa. Aber es wird das Christus-Ereignis, das durch die erwachten neuen Fähigkeiten in diesem Jahrhundert den Menschen beschert sein wird, wiederbringen das Märchenland Schamballa, das während des Kali Yuga im Grunde nur der Eingeweihte kennen konnte." (Lit.: GA 116, S. 120f, ähnlich in GA 118, S. 130f)

Siehe auch

Literatur

  1. Alexander Berzin: Kalachakra - Das Rad der Zeit. O.W.Barth Verlag, 2002, ISBN 3-502-61068-1 (oder als Online-Buch auf de.berzinarchives.com)
  2. Philippe Cornu: Handbuch der tibetischen Astrologie. Theseus, Berlin 1999, ISBN 3-89620-141-7
  3. Rudolf Steiner: Der Christus-Impuls und die Entwickelung des Ich-Bewußtseins, GA 116 (1982), ISBN 3-7274-1160-0 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  4. Rudolf Steiner: Das Ereignis der Christus-Erscheinung in der ätherischen Welt, GA 118 (1984), ISBN 3-7274-1180-5 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
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