Reines Land

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Als Reines Land skrt. buddhakshetra; tib. sangs rgyas kyi zhing, dag zhing; chin. 淨土, jìngtǔ, W.-G. ching-t'u; kor. 정토, jeongto; jap. 浄土, jōdo) wird namentlich im Amitabha-Buddhismus ein geistiger Daseinsbereich bezeichnet, der dem Rad der Wiedergeburten (Samsara) entzogen ist und daher die besten Bedingungen dafür bietet, die Buddhaschaft zu erlangen. Das reine Land ist zwar kein äußerer Ort, sondern eine zu erreichende Bewusstseinsebene, doch ist dafür ein ganz bestimmter äußerer Ort besonders günstig. So sagt etwa der 14. Dalai Lama Tendzin Gyatsho über Schamballa:

"Gleichgültig ob Shambhala ein Ort irgendwo auf diesem Planeten ist, oder nicht, so kann er dennoch nur von denen gesehen werden, deren Geist und karmische Tendenzen rein sind." (Lit.: Cornu)

Jeder der großen Buddhas und Bodhisattvas hat sein eigenes reines Land. So ist etwa Sukhavati (tib. bde ba can) das reine Land des Buddha Amitabha, Potala (tib. pho brang ri bo gru 'dzin) das reine Land des Bodhisattva Avalokiteshvara und Tushita das reine Land des Buddha Maitreya. Schamballa (tib. bde 'byung) ist das mythische reine Land der tibetischen Könige und nach den Lehren der Theosophen der zentrale Sitz der Meister der Weisheit und des Zusammenklanges der Empfindungen, die darum auch als die "Bruderschaft von Shambala" bezeichnet werden. Schamballa spielt auch eine wesentliche Rolle in der Tradition des Kalachakra-Tantra.

"Früher, in den Zeiten eines uralten Hellsehens, konnte der Mensch ohne das starke Ich-Bewußtsein hineinschauen in die geistige Welt, so daß er damals schon in gewisser Weise das gesehen hat, was er jetzt wieder sehen wird, aber jetzt so, daß er hineintreten wird mit seinem neuen Selbstbewußtsein. Damals sah er es in traumhaft ekstatischen Zuständen, oder beim Hineinschauen in die eigene Seele. Damals war diese Welt vorhanden vor dem Blick, der während des Kali Yuga nur ein physischer Blick geworden ist. Daher erzählen uns die Traditionen, welche sich ein Andenken an das alte Hellsehen bewahrt haben, von einem unbekannten Märchenlande, das dem Blick des heutigen Menschen entschwunden ist. Und es gibt in der morgenländischen Literatur wunderbare Schriften mit einem eigenartigen tragischen Zauber in ihrem Inhalt, der etwa sagt: Es hat einmal im Menschenreich die Möglichkeit gegeben, hinzupilgern zu einem Lande, wo herausgeflossen ist alles Geistige in ein physisch Sinnliches. Es ist das Land, aus dem in entsprechenden Zeiten die Eingeweihten, und aus dem die Bodhisattvas immer wieder ihre Kraft schöpfen. Mit tiefer Wehmut wird von diesem Lande in den orientalischen Schriften gesprochen, wo es in einigen etwa heißt: Wo ist es? Es wird uns gesagt, wie die Orte heißen, Wege werden genannt, aber selbst vor den angesehensten Lamas des tibetanischen Gebietes hat es sich verborgen. Nur den Eingeweihten ist es zugänglich! Aber es wird davon erzählt, daß dieses Land wieder zur Erde kommen werde. Und das ist wahr: Es wird zur Erde kommen! Und der Führer dazu wird derjenige sein, den die Menschen sehen werden, wenn sie durch das Ereignis von Damaskus hineingelangen werden in das Land «Schamballa». Schamballa, so heißt das Land, hat sich zurückgezogen vor dem Blick der Menschen. Es ist heute nur zu betreten für die, welche sich als Eingeweihte nach bestimmten Zeiten ihre Kräftigung von dort zu holen haben. Die alten Kräfte führen nicht mehr in das Land Schamballa. Daher sprechen die orientalischen Schriften mit so tragischer Wehmut von dem untergegangenen Lande Schamballa. Aber es wird das Christus-Ereignis, das durch die erwachten neuen Fähigkeiten in diesem Jahrhundert den Menschen beschert sein wird, wiederbringen das Märchenland Schamballa, das während des Kali Yuga im Grunde nur der Eingeweihte kennen konnte." (Lit.: GA 116, S. 120f, ähnlich in GA 118, S. 130f)

Literatur

  1. Alexander Berzin: Kalachakra - Das Rad der Zeit. O.W.Barth Verlag, 2002, ISBN 3-502-61068-1 (oder als Online-Buch auf de.berzinarchives.com)
  2. Philippe Cornu: Handbuch der tibetischen Astrologie. Theseus, Berlin 1999, ISBN 3-89620-141-7
  3. Rudolf Steiner: Der Christus-Impuls und die Entwickelung des Ich-Bewußtseins, GA 116 (1982), ISBN 3-7274-1160-0 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  4. Rudolf Steiner: Das Ereignis der Christus-Erscheinung in der ätherischen Welt, GA 118 (1984), ISBN 3-7274-1180-5 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
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