Sehne (Anatomie)

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Als Sehne (auch Flechse; lat. tendo; eng. tendon) wird in der Anatomie der bindegewebiger Teil eines Muskels bezeichnet, der diesen mit einem Knochen verbindet. Ausgenommen davon sind Zwischensehnen, die zwei oder mehrere Muskelbäuche (die Anschwellung eines Skelettmuskels zwischen Ursprung und Ansatz) verbinden und die Ansätze an den Weichteilgeweben, den sog. Faszien (von lat. fascia für „Band, Bandage“). Die Verbindung der Knochen untereinander erfolgt nicht durch Sehnen, sondern durch Bänder.

In Knochen, Bändern und Sehnen wirken die Erdenkräfte, die wir mit dem Tod auch wieder der Erde übergeben, wie es Rudolf Steiner am Beispiel von Goethes Faust erläutert:

„Indem also Faust gestorben ist, wird das, worinnen die speziellen Kräfte der Erde walten, der Erde übergeben, jener Erde, der auch übergeben sind alle gestorbenen Menschen, insofern sie aus Knochen, Sehnen und Bändern sind. Eine tiefe spirituelle Natureinsicht spricht sich in dieser Gestaltung, die Goethe dieser Szene gegeben hat, aus, eine unendlich tiefe Naturerkenntnis! Denn man soll nur nicht glauben, daß man schon erschöpft hat das, was von uns übrigbleibt, wenn man sagt: Nun, der physische Leib fällt ab von uns, und unser Seelisches - wie wir es immer beschrieben - geht weiter in die geistigen Welten. - Nein, es sind geheime spirituelle Kräfte im ganzen physischen Leib, die der Erde verbleiben. Nur kann die Erde nicht das halten, was sie nicht selbst erzeugt hat, sondern nur die Kräfte aus Knochen, Sehnen und Bändern behält sie. Begraben Sie den Menschen und lassen ihn verwesen, verbrennen Sie ihn- in dem Erdenkörper selbst bleibt, trotz Verwesung oder Verbrennung, immer für alle Zukunft das vorhanden, was als Kräfte in Knochen, Sehnen und Bändern wirkt! Unseren Knochenmann gewissermaßen, den übergeben wir der Erde, der bleibt da, bis die Erde selbst am Ziel ihrer Evolution angelangt sein wird. Unser Knochenmann wird aufgenommen von den Knochenmännern aller voranverstorbenen Menschen, tritt ein in die Gemeinschaft der vorangestorbenen Menschen. Es wäre eine oberflächliche Anschauung, zu sagen: Da ist alles vergänglich. - Nur die Form ist vergänglich. Die Kräfte, die darinnen, walten, sind in dem Erdenwirken enthalten. Und wenn Sie heute die physischen Erdenwirkekräfte nehmen, so sind, wenn Sie hineinsehen gerade in die Erde, die Kräfte darinnen, die hineingekommen sind dadurch, daß Menschen in der Erde begraben worden sind, oder daß sie sonst irgendwie zur Zerstörung gebracht worden sind, die Körper irgendwie zerstört worden sind. Die Kräfte, die den Menschen geformt haben, sind nun in der Erde darinnen, wirken in dem Erdeninneren, sind da, sind erhalten.“ (Lit.:GA 272, S. 239f)

Siehe auch

Literatur

  • Johannes W. Rohen, Elke Lütjen-Drecoll: Funktionelle Anatomie des Menschen: Lehrbuch der makroskopischen Anatomie nach funktionellen Gesichtspunkten, Schattauer; Auflage: 11., überarb. u. erw. Aufl. (September 2005), ISBN 978-3794524402
  • Johannes W. Rohen: Eine funktionelle und spirituelle Anthropologie: unter Einbeziehung der Menschenkunde Rudolf Steiners, 1. Aufl., Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2009, ISBN 978-3772520983
  • Johannes W. Rohen: Morphologie des menschlichen Organismus, 4. Aufl., Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2016, ISBN 978-3772519987
  • Johannes W. Rohen, Elke Lütjen-Drecoll: Funktionelle Embryologie - Die Entwicklung der Funktionssysteme des menschlichen Organismus, 5. Aufl., Schattauer, September 2016, ISBN 978-3-7945-3219-3 (Print) ISBN 978-3-7945-9050-6 (eBook PDF) [1]
  • Rudolf Steiner: Geisteswissenschaftliche Erläuterungen zu Goethes «Faust», Band I: Faust, der strebende Mensch , GA 272 (1981), ISBN 3-7274-2720-5 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org English: rsarchive.org
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