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Seidelbast (Daphne)

Aus AnthroWiki
Seidelbast
Daphne gnidioides, RBGE 2010, 2.jpg

Daphne gnidioides

Rosiden
Eurosiden II
Ordnung: Malvenartige (Malvales)
Familie: Seidelbastgewächse (Thymelaeaceae)
Unterfamilie: Thymelaeoideae
Gattung: Seidelbast
Daphne
L.

Die Pflanzengattung Seidelbast (Daphne) gehört zur Familie der Seidelbastgewächse (Thymelaeaceae). Die Gattung umfasst etwa 70 bis 92 Arten.

Seidelbast spielte eine Rolle in der frühen Geschichte des Papiers. Eine andere volkskundliche Verwendung ist aus Waldshut-Tiengen belegt. Fuhrleute steckten Seidelbast, der an Mariae Himmelfahrt geweiht worden ist, an den Hut, damit Hexen das Fuhrwerk nicht bannen konnten. Manche Arten und Sorten werden selten als Ziersträucher für naturnahe Gärten und Parks verwendet.

Beschreibung

Vegetative Merkmale

Illustration des Echten Seidelbast (Daphne mezereum)
Früchte von Daphne gnidium

Die Seidelbast-Arten wachsen als laubabwerfende oder immergrüne Sträucher oder [Wikipedia:[Halbstrauch|Halbsträucher]]. Die Rinde ist kahl oder flaumig behaart. Die meist wechselständigen, selten gegenständigen Laubblätter sind einfach und kurz gestielt.

Blütenstände und Blüten

Die Blüten stehen in meist end-, selten seitenständigen, kopfigen, kurzen traubigen, rispigen oder ährigen Blütenständen zusammen. Bei Daphne mezereum sind die Blüten kauliflor. Manche Arten sind zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch).

Die zwittrigen oder eingeschlechtigen Blüten sind vier- oder fünfzählig. Fast immer ist ein auffallender, freier Blütenbecher (Hypanthium) vorhanden. Die vier oder fünf Kelchblätter sind zylindrisch, glocken- bis trichterförmig verwachsenen mit vier oder fünf aufrechten oder ausgebreiteten Kelchzipfeln, die abwechselnd größer und kleiner sind. Nach einer zweiten Deutung ist keine Kelchröhre vorhanden, sondern der Blütenbecher ist röhrig bis glockig ausgebildet und die Kelch- und Staubblätter sind an seiner Spitze inseriert. Diese Blütenröhre kann je nach Art behaart oder kahl sein. Die Farben der Kelchblätter reichen von weiß über cremefarben bis gelb und rosafarben. Es werden keine Kronblätter ausgebildet. Es sind zwei Kreise mit je vier oder fünf Staubblättern vorhanden, die untereinander frei sind. Die entweder nur kurzen oder fehlenden Staubfäden ragen nicht aus der Kelchröhre heraus. Der mehr oder weniger ungestielte, eiförmige, oberständige Fruchtknoten ist einfächerig. Der kurze Griffel endet in einer kopfigen Narbe.

Früchte und Samen

Die bei Reife sich meist rot oder gelb färbenden, einsamigen Früchte werden als harte oder trockene und ledrige Beeren oder Steinfrüchte gedeutet; sie sind manchmal vom Kelch umhüllt. Die Samen enthalten kein oder wenig Endosperm und einen Embryo mit zwei fleischigen Keimblättern (Kotyledonen). Die Samenschale (Testa) ist krustenartig.

Giftigkeit

Hauptsächlich in der Rinde ist Daphnetoxin und in den Samen Mezerein[1] enthalten. Eine Giftaufnahme ist beim Menschen auch über die Haut möglich. Neben einem Zerfressen der Haut kommt es zu schweren Schäden der Niere, des Kreislaufs und des Zentralnervensystems. Maximal fünf Beeren erzeugen nur starke Reizungen. Der Verzehr von zehn Beeren kann für Kinder schon tödlich sein.

Manche Vögel, zum Beispiel Drosseln, sind gegen das giftige Fruchtfleisch anscheinend immun und speien die Steinkerne wieder aus, sie tragen dadurch zur Verbreitung bei.

Aufgrund der toxischen Wirkung hatte der Seidelbast mit der Ausnahme der Homöopathie keine große Bedeutung in der Pflanzenheilkunde. In England wurden die Beeren bei Durchfallerkrankungen von Pferden eingesetzt.

Zur Systematik und zur Verbreitung siehe auch

Siehe auch

Literatur

  • Yinzheng Wang, Michael G. Gilbert, Brian F. Mathew, Christopher Brickell: Daphne. In: Flora of China. Volume 13, S. 230. (online) (Abschnitt Beschreibung, Verbreitung und Systematik)
  • M. A. Fischer, W. Adler, K. Oswald: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. Linz 2005, ISBN 3-85474-140-5.
  • Bruno P. Kremer: Strauchgehölze. Mosaik-Verlag, Niedernhausen 2002, ISBN 3-576-11478-5.
  • Gerhard Madaus: Lehrbuch der biologischen Heilmittel. 3. Band, Nachdruck der Ausgabe Leipzig 1938. Georg Olms, Hildesheim 1979, S. 1906.
  • Günter Heubl: Hagers Handbuch der pharmazeutischen Praxis: Drogen A - K. 5. Ausgabe. Birkhäuser Verlag, 1998, ISBN 3-540-52688-9, S. 489: Daphne. (eingeschränkte Vorschau in der Google Buchsuche).
  • D. A. Webb, I. K. Ferguson: Daphne L. In: Thomas Gaskell Tutin u. a.: Flora Europaea. Band 2, Cambridge University Press, 1968, S. 256–258.
  • The Internazional Plant Name Index. Abgerufen am 7. November 2013.

Weblinks

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Einzelnachweise

  1. C. Görick, M. F. Melzig: Gniditrin is the main diterpenoid constituent in the bark of Daphne mezereum L. In: Pharmazie. 68(7), Jul 2013, S. 640–642. PMID 23923651
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