Stoffwechsel-Gliedmaßen-System

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Das Stoffwechsel-Gliedmaßensystem bildet den untersten Teil des dreigliedrigen menschlichen Organismus und ist das physische Werkzeug, durch das sich unsere Willenstätigkeit entfaltet. Durch seinen speziellen Bau ermöglicht es den aufrechten Gang des Menschen.

In seinem heilpädagogischen Kurs bezeichnete Rudolf Steiner das Stoffwechsel-Gliedmaßen-System auch als analytisches System, dem das Nerven-Sinnes-System als synthetisches System polar gegenübersteht:

GA 317: Tafel 1 zum Vortrag vom 25.6.1924 in Dornach)

„Genauso wie wir einen synthetischen Prozeß im Haupte haben, haben wir dann im ganzen übrigen Organismus, besonders im Stoffwechsel- Gliedmaßensystem, einen analytischen Prozeß. Da wird alles auseinandergehalten, da wird im Gegensatz zum Kopfe alles auseinandergehalten. Während im Kopfe die Nierentätigkeit mit der Darmtätigkeit zusammen vor sich geht, wird im Gegensatz dazu im übrigen Organismus alles auseinandergehalten, so daß wir also sagen können, wenn wir weiter schematisch zeichnen, meinetwillen die Lebertätigkeit, Magentätigkeit, so sind sie hier voneinander abgesondert; im Kopfe fließen sie ineinander, fließt alles zusammen, da synthetisiert sich alles. Nun liegt dieses Zusammenfließen - zu gleicher Zeit mit einem fortwährenden Herausfallen der Substanz, wie wenn es regnete - , nun liegt diese synthetische Tätigkeit des Kopfes im wesentlichen aller Denktätigkeit zugrunde. Damit der Mensch denken kann, damit der Mensch herauskommt und in Tätigkeit kommt, muß dasjenige, was aus dem Geistig-Seelischen kommt, nach dem Kopfe hin die zusammenfassende Funktion erhalten, und dadurch die Erbsubstanz synthetisch gliedern. Dadurch kann dann in der synthetisch gegliederten Erbsubstanz ein Spiegel gesehen werden. Sie haben also damit folgendes: wenn im Kopfe das eintritt beim Herunterkommen, daß der Kopf organisiert synthetisch, so wird der Kopf ein Spiegel, und dadrinnen spiegelt sich die Außenwelt, und das gibt das Denken, das wir gewöhnlich beobachten. Wir müssen also unterscheiden zwischen den zwei Denkfunktionen, derjenigen, die hinter dem Wahrnehmbaren liegt, die das Gehirn aufbaut - die ist das Bleibende -, und der Denkfunktion, die gar nichts Wirkliches ist, die nur gespiegelt ist und fortwährend ausgelöscht wird beim Einschlafen und vergeht, wenn man nicht nachdenkt.

Eine andere Partie dessen, was da aus dem Geistig-Seelischen herunterkommt, baut nun analytisch das Stoffwechsel-Gliedmaßensystem auf, baut die Organe auf, die auseinanderfallen, die deutlich unterscheidbare einzelne Konturen haben. Wenn Sie nun den ganzen Körper betrachten mit seinen deutlich unterscheidbaren einzelnen Konturen, so haben wir darinnen Leber, Lunge, Herz und so weiter, mit denen auch das Gliedmaßen-Stoff Wechselsystem zusammenhängt; das rhythmische System sieht man nicht, alles, was mit physischer Substanz ausgefüllt ist, gehört zum Stoffwechsel-Gliedmaßensystem, auch was man am Gehirn sieht, ist Stoffwechsel. Nun liegt das, was diese einzelnen analytisch aufgebauten Organe sind, dem gesamten Willensleben des Menschen zugrunde, wie die synthetische Tätigkeit zugrunde liegt dem Denken. So liegt all das, was an Organen da ist, zugrunde dem Willensleben.“ (Lit.:GA 317, S. 14ff)

Literatur

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Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz
Email: verlag@steinerverlag.com URL: www.steinerverlag.com. Freie Werkausgaben gibt es auf fvn-rs.net, archive.org und im Rudolf Steiner Online Archiv.
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