Telestes

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Als Telestes oder Telestas (griech. Τελέστης oder Τελέστας) wurden in den antiken Mysterien, namentlich in den Eleusinien, die Eingeweihten genannt. Das Wort ist abgeleitet von Telos (griech. τέλος „Ziel“, dazu auch τελέω teléo oder teleitai τελεῖται „ein Ziel erreichen“, „sich verbessern“), da ihr geistiger Blick nach den Ausführungen Rudolf Steiners in die Zukunft auf den kommenden Christus gerichtet war, der für sie durch Iachos (Dionysos) repräsentiert wurde. Insofern sie hellsichtig waren, wurden sie auch als Epopten (griech. εποπται epoptai, „Augenzeugen, Seher“) bezeichnet.

Der Einzuweihende wurde zuerst vor eine männliche Bildsäule geführt, wodurch ihm die kosmischen Geheimnisse der Metalle enthüllt wurden, die die Erinnerung an die Entwicklung des ganzen Planetensystems bewahren. Danach wurde er vor eine weibliche Bildsäule geleitet:

„Und dann, wenn der Schüler solches durchgemacht hatte, wenn ihm solches seelisch vertieft worden war vor der väterlichen und der mütterlichen Statue, die die beiden einander entgegengesetzten Kräfte, die Kräfte des Kosmos, die Kräfte des Irdischen in seiner Seele vergegenwärtigten, dann wurde er sozusagen in das Allerheiligste geführt, auch in Griechenland. Da hatte er das Bild vor sich: die weibliche Gestalt, an ihrer Brust das Kind säugend. Dann wurde er eingeführt in das Verständnis der Worte: Und das ist der Gott Jakchos, der einst kommen wird. So lernte der griechische Schüler voraus das Christusmysterium verstehen.

Wiederum war in spiritueller Art der Christus auch vor den in Eleusis zu Initiierenden hingestellt worden. Aber es durften in jener Zeit die Menschen zunächst diesen Christus nur als den Zukünftigen kennenlernen, als den, der noch Kind war, Weltenkind, das erst erwachsen werden sollte im Kosmos. Telesten wurden ja die zu Initiierenden genannt: solche, die nach dem Ende, nach dem Ziele der Erdenentwickelung hinschauen sollten.“ (Lit.:GA 232, S. 158f)

Siehe auch

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Mysteriengestaltungen, GA 232 (1998), ISBN 3-7274-2321-8 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
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