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Umweltfotografie
Umweltfotografie (seltener Naturschutzfotografie, engl. Conservation photography) ist ein Genre der Fotografie, das sich mit fotojournalistischen Mitteln für den Schutz der Umwelt einsetzt. Umweltfotografie erweitert die Naturfotografie um den zweckgerichteten Aspekt des Umweltschutzes und schafft auf diese Weise Bildmaterialien, die den Betrachter dazu bewegen sollen, sich für den Erhalt der Natur einzusetzen. Zur Abgrenzung der Umweltfotografie von der Naturfotografie bemerkte der amerikanische National-Geographic-Fotograf Joel Sartore: „Das Naturfoto zeigt einen Schmetterling auf einer schönen Blume. Das Umweltfoto zeigt dasselbe Motiv, nur mit einer Planierraupe im Hintergrund, die auf beide zufährt.“[1]
Die Umweltfotografie im heutigen, modernen Sinne ist ein relativ junges Genre der Fotografie, obwohl ihre Anfänge bereits ins 19. Jahrhundert zurückreichen. Im Jahr 2005 wurde die International League of Conservation Photographers als Interessengemeinschaft der Umweltfotografen gegründet. Dies gilt heute als offizielle Etablierung der Umweltfotografie als eigenständige Disziplin.
Zu den bekannten Umweltfotografen gehören Peter Dombrovskis (1945–1996), Art Wolfe (* 1951), Subhankar Banerjee (* 1967), Boyd Norton (* 1936), Thomas D. Mangelsen (* 1945), Michael Forsberg, Cristina Mittermeier (* 1966), Frans Lanting (* 1951) sowie der Deutsche Florian Schulz (* 1975, CIWEM Umweltfotograf des Jahres 2010)[2].
Geschichte

Die amerikanischen Fotografen Carleton Watkins (1829–1916) und William Henry Jackson (1843–1942) gelten als frühe Pioniere der Umweltfotografie.[3] Beide hatten durch ihre in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstandenen Bilder erheblichen Einfluss auf die Entscheidungen des US-Kongresses zur Einrichtung des Yosemite-Nationalparks (1864) und des Yellowstone-Nationalparks (1872).
Im 20. Jahrhundert wuchs die Bedeutung der Umweltfotografie in den Vereinigten Staaten unter anderem durch die Arbeiten von Ansel Adams (1902–1984).[4] Obwohl der Sierra Club, dem Adams im Jahr 1919 beitrat, als eine von wenigen Organisationen den Begriff „conservation photography“ benutzte, fehlte der Umweltfotografie die Anerkennung als eigenständiges Genre. Insbesondere im Vergleich mit der Sozialdokumentarischen Fotografie schien sich die Umweltfotografie mit weniger wichtigen Themen auseinanderzusetzen. Der französische Fotograf Henri Cartier-Bresson (1908–2004) sagte dazu: „Die Welt geht zugrunde und Leute wie Adams und Weston fotografieren Steine!“[5]

Die Gründung der International League of Conservation Photographers (ILCP) durch die mexikanisch-amerikanische Umweltfotografin Cristina Mittermeier im Jahr 2005 gilt heute als offizielle Etablierung der Umweltfotografie als eigene Disziplin.[6] Mittermeier versammelte mehr als 40 Umweltfotografen auf dem 8. World Wilderness Congress in Anchorage, Alaska, zu einem Symposion und gründete mit diesen die ILCP als Interessenvertretung und eigenständige Non-Profit-Organisation. Seither organisiert die ILCP Fotoexpeditionen und unterstützt Umweltgruppen durch die Lizenzierung von Bildmaterialien der ILCP-Fotografen.
Ausgewählte Beispiele
- Der australische Fotograf Peter Dombrovskis setzte seine Aufnahmen in den 1980er Jahren zum Erhalt der tasmanischen Flüsse ein. Insbesondere sein Foto Morning Mist, Rock Island Bend, Franklin River wurde im Zuge der Kontroverse um den Bau des Franklin-Staudamms in zahlreichen Zeitungen abgedruckt und trug auf diese Weise zur Verhinderung des Bauprojektes und damit zu einem der größten Erfolge der australischen Umweltbewegung bei.[7]
- Der chinesische Fotograf Xi Zhinong dokumentierte Mitte der 1990er Jahre die Lebensweise der Goldstumpfnasen, einer in Zentralchina endemischen Affenart. Bei seiner Arbeit in China stellte er fest, dass die Verwaltung der Region Dêqên in die illegale Abholzung der Gebirgswälder verwickelt war. Seine Kampagne zum Schutz der Art wird heute als die erste Umweltschutzinitiative gewertet, die die chinesische Regierung zum Einlenken zwang.[8]
- Der amerikanische Fotograf Michael „Nick“ Nichols unterstützte mit seinen Fotos unter anderem die Arbeit Jane Goodalls zum Erhalt der Habitate von Primaten und diejenige des Wildtierbiologen Michael Fay zur Rettung von Elefanten im Tschad. Sein 1999 durchgeführtes Fotoprojekt MegaTransect erzeugte internationale Aufmerksamkeit für den Schutz afrikanischer Tierarten und führte schließlich zur Schaffung von Nationalparks durch Omar Bongo, dem Präsidenten der Republik Gabun.[9]
Siehe auch
- Umweltfotografie - Artikel in der deutschen Wikipedia
Literatur
- Carlton Ward Jr.: Conservation Photography, Dissertation, University of Florida, [Gainesville] 2008.
- Boyd Norton: Conservation Photography Handbook: How to Save the World One Photo at a Time, Buffalo, NY 2016, ISBN 978-1-60895-987-7.
Weblinks
- International League of Conservation Photographers, Interessengemeinschaft der Umweltfotografen
- Neil Ever Osborne: Witness: Defining Conservation Photography, 17-minütiges Einführungsvideo aus dem Jahr 2011 auf Vimeo
Einzelnachweise
- ↑ „The nature photograph shows a butterfly on a pretty flower. The conservation photograph shows the same thing, but with a bulldozer coming at it in the background.“, hier zitiert nach Natasha Little, What makes a good conservation photograph, Blog der Royal Society of Biology vom 13. April 2016, zuletzt abgerufen am 24. Dezember 2016.
- ↑ John Roach, Best Environmental Photos of 2010 Named, in: National Geographic vom 29. September 2010, zuletzt abgerufen am 24. Dezember 2016.
- ↑ Carlton Ward Jr., Conservation Photography, Dissertation, University of Florida, [Gainesville] 2008, S. 17f.
- ↑ Hierzu und zum folgenden Ward, Conservation Photography, S. 18.
- ↑ „The world is going to pieces and people like Adams and [Edward] Weston are photographing rocks!“, hier zitiert nach Ward, Conservation Photography, S. 19.
- ↑ Hierzu und zum folgenden Ward, Conservation Photography, S. 54–57.
- ↑ Ward, Conservation Photography, S. 21.
- ↑ Ward, Conservation Photography, S. 22f.
- ↑ Ward, Conservation Photography, S. 23 f.
| Dieser Artikel basiert auf einer für AnthroWiki adaptierten Fassung des Artikels Umweltfotografie aus der freien Enzyklopädie de.wikipedia.org und steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike. In Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. |











