Urim und Tummim

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Hohepriester in der Amtstracht. Die viereckige Lostasche, die die beiden Lossteiene enthält, ist mit 12 Edelsteinen besetzt, die den zwölf Stämmen Israels entsprechen.

Urim und Tummim (hebr. אורים ותמים) waren zwei vermutlich unterschiedlich gefärbte Orakelsteine, die die israelitischen Hohepriester in der Lostasche, die mit goldenen Schnüren an ihrem Priesterschurz, dem Efod, befestigt war, bei sich trugen und mit deren Hilfe sie den Willen Gottes erfragten. Die viereckige Lostasche ist mit zwölf Edelsteinen besetzt, die den zwölf Stämmen Israels entsprechen, wobei die Namen der Edelsteine in den verschiednen Übersetzungen allerdings teilweise unterschiedlich angegeben werden:

„9 Und du sollst zwei Onyxsteine nehmen und darauf einschneiden die Namen der Söhne Israels, 10 auf jeden sechs Namen nach der Ordnung ihres Alters. 11 Du sollst die Namen der Söhne Israels in die Steine schneiden wie in ein Siegel, und sie sollen mit Gold eingefasst werden. 12 Und du sollst sie auf die Schulterteile des Schurzes heften, dass es Steine seien zum gnädigen Gedenken an die Israeliten, sodass Aaron ihre Namen auf seinen beiden Schultern trage vor dem HERRN, damit der HERR ihrer gedenke. 13 Und du sollst Goldfassungen machen 14 und zwei Ketten von feinem Golde; als geflochtene Schnüre sollst du sie machen und diese Schnüre an den Fassungen befestigen. 15 Die Brusttasche für die Lose zum Rechtsentscheid sollst du wie den Priesterschurz machen, kunstreich gewirkt, aus Gold, blauem und rotem Purpur, Karmesin und gezwirntem feinem Leinen. 16 Viereckig soll sie sein und doppelt gelegt; eine Spanne soll ihre Länge sein und eine Spanne ihre Breite. 17 Und du sollst sie besetzen mit vier Reihen von Steinen. Die erste Reihe sei ein Sarder, ein Topas und ein Smaragd, 18 die andere ein Rubin, ein Saphir und ein Diamant, 19 die dritte ein Lynkurer, ein Achat und ein Amethyst, 20 die vierte ein Türkis, ein Onyx und ein Jaspis; in Gold sollen sie gefasst sein, wenn man sie anbringt. 21 Zwölf sollen es sein wie auf einem Siegel nach den Namen der Söhne Israels, dass auf jedem ein Name stehe nach den zwölf Stämmen. 22 Und du sollst Ketten zu der Tasche wie geflochtene Schnüre machen aus feinem Golde 23 und zwei goldene Ringe für die Tasche, sodass du die beiden Ringe an zwei Ecken der Tasche heftest 24 und die beiden goldenen Schnüre in die beiden Ringe an den Ecken der Tasche tust. 25 Aber die beiden andern Enden der zwei Schnüre sollst du an den beiden goldenen Fassungen befestigen und sie an die Schulterteile des Priesterschurzes vorn anheften. 26 Und du sollst zwei andere goldene Ringe machen und an die beiden andern Ecken der Tasche heften an ihren Rand innen zum Schurz hin. 27 Und du sollst abermals zwei goldene Ringe machen und sie unten an die beiden Schulterteile vorn am Schurz anheften, wo der Schurz zusammengeht, oben über der Binde des Schurzes. 28 Und man soll die Tasche mit ihren Ringen mit einer Schnur von blauem Purpur an die Ringe des Schurzes knüpfen, dass sie über der Binde des Schurzes anliege und die Tasche sich nicht von dem Schurz losmache. 29 So soll Aaron die Namen der Söhne Israels in der Brusttasche auf seinem Herzen tragen, wenn er in das Heiligtum geht, zum gnädigen Gedenken vor dem HERRN allezeit. 30 Und du sollst in die Brusttasche tun die Lose »Licht und Recht«, sodass sie auf dem Herzen Aarons seien, wenn er hineingeht vor den HERRN, dass er die Entscheidungen für die Israeliten auf seinem Herzen trage vor dem HERRN allezeit.“

2. Buch Mose: 28,9-30 LUT

Martin Luther übersetzt die Namen der beiden Lossteine mit Licht und Recht (2. Mos 28,30 LUT), nach Martin Buber und Franz Rosenzweig sind sie die Lichtenden und die Schlichtenden.

Nach Rudolf Steiner ist Urim das Symbol für Moralität und Tummim steht für Weisheit. Bei den Griechen gab es noch eine natürliche Harmonie zwischen Moral und Intellekt, die Hebräer mussten sie bereits künstlich herbeiführen - und dazu bedienten sie sich der beiden Lossteine Urim und Tummim.

"In der 4. Kulturepoche hat ein Volk prophetisch herankommen sehen das Nebeneinanderstehen von Moralität und Intellektualität, und dieses Volk ist das althebräische Volk. Daher suchten die Glieder des althebräischen Volkes eine künstliche Harmonie herzustellen zwischen Moralität und Intellektualität, während zum Beispiel bei den Griechen eine mehr natürliche Harmonie dazumal bestand. Wir können heute aus den Dokumenten der Akasha-Chronik erkennen, wie die Führer des althebräischen Volkes diese Harmonie zwischen Moralität und Intellektualität herzustellen suchten. Sie hatten Symbole, die sie so genau kannten, daß, wenn sie diese Symbole in einer gewissen Weise anschauten und auf sich wirken ließen, eine gewisse Harmonie zwischen dem, was gut, was moralisch und was weise ist, hergestellt werden konnte. Diese Symbole trugen die priesterlichen Führer des althebräischen Volkes an der Brust. Das Symbolum für die Moralität hieß Urim, das Symbolum für die Weisheit hieß Tummin. Die Sache war so, daß tatsächlich magische Wirkungen ausgeübt wurden durch diese Symbole, eine magische Verbindung mit der geistigen Welt hergestellt wurde." (Lit.: GA 130, S. 45)

Nach der Zeit der Babylonischen Gefangenschaft scheint diese Fähigkeit verloren gegangen sein (Neh 7,65 LUT).

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Das esoterische Christentum und die geistige Führung der Menschheit, GA 130 (1995), ISBN 3-7274-1300-X
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Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz
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