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Vita activa

Aus AnthroWiki

Mit Vita activa bezeichnet man das aus dem Mönchtum erwachsene christliche Ideal eines Lebens in tätiger Nächstenliebe, eines Lebens für andere. Dies erfordert, dass man die eigenen Bedürfnisse zurückstellt und sich dem Anderen (dem Hilfsbedürftigen, Schwachen, Kranken oder Alten) zuwendet. Zu den Aufgaben der Vita activa kann auch die Predigt des Evangeliums zählen. Dieses Ideal der Vita activa üben noch heutzutage die Mitglieder der tätigen Orden, die Diakonissen, die Mitarbeiter der Diakonie und der Caritas aus.

Das Gegenstück zur Vita activa ist die Vita contemplativa, die die die Abkehr von den weltlichen Dingen (z. B. Reichtum, Ehre, Macht, Triebe) und die radikale Hinwendung zu Gott erfordert.

Die Philosophin Hannah Arendt hat 1958 eines ihrer bekanntesten Bücher unter dem Titel „Vita activa oder vom tätigen Leben“ (engl. Original „The human condition“) veröffentlicht. Darin analysiert sie die drei menschlichen Grundtätigkeiten Arbeiten, Herstellen und Handeln, wobei sie bei den Griechen und dem Beginn der abendländischen Metaphysik ansetzt. Dies sei notwendig, um zu verstehen, „was wir eigentlich tun, wenn wir tätig werden“. Sie unterscheidet das Arbeiten vom Herstellen dadurch, dass das Herstellen ein dauerhaftes Produkt hinterlässt (Handwerk/Kunst), wogegen die Ergebnisse der Arbeit sofort wieder verbraucht werden (Hauswirtschaft/Landwirtschaft). Handeln dagegen bildet mit der Sprache eine Einheit und ist nur im sozialen Kontext möglich (v.a. soziales und politisches Handeln).

Siehe auch

Literatur

  • Hannah Arendt: Vita activa oder Vom tätigen Leben. Kohlhammer, Stuttgart 1960.
Dieser Artikel basiert ganz oder teilweise auf einer für AnthroWiki adaptierten Fassung des Artikels Vita activa aus der freien Enzyklopädie de.wikipedia.org und steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike. In Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.