Wortart

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Unter Wortart, Wortklasse, Sprachteil, Redeteil (lat. pars orationis, Mehrzahl partes orationis, griech. μέρος τοῦ λόγου méros tū̂ lógū, Mehrzahl μέρη τοῦ λόγου mérē tū̂ lógū, beides wörtlich Teil[e] der Rede) oder lexikalische Kategorie versteht man die Klasse von Wörtern einer Sprache aufgrund der Zuordnung nach gemeinsamen grammatischen Merkmalen. Die Wortartlehre versucht eine Klassifizierung der lexikalisch-grammatischen Einheiten einer Sprache.

Die Wortart ist zu unterscheiden von der syntaktischen Funktion (Satzfunktion) eines Wortes wie Subjekt, Objekt, Adverbial, Attribut usw.

Allgemeines

Wörter können insbesondere nach ihrer Bedeutung (semantisch), nach ihrer Form (morphologisch) oder nach ihrer Verwendung im Satz (syntaktisch) eingeteilt werden. Die Kriterien werden einzeln oder miteinander kombiniert verwendet. Entsprechend gibt es sehr unterschiedliche Wortartenlehren. Welche Wortarten es gibt, ist abhängig von der zugrunde gelegten Theorie und von der zu beschreibenden Sprache. Ob es überhaupt universalsprachliche Wortarten gibt, ist umstritten. Teilweise wird nur/zumindest „die Unterscheidung in Verben und Nomina“ als wesentlich angesehen.[1]

Nach seiner Stellung innerhalb eines Satzes lässt sich ein Wort einer syntaktischen Kategorie zuordnen: Adjektive stehen im Deutschen vor dem Substantiv und nach einem Artikel. Die Morphologie unterscheidet Wörter hinsichtlich der Möglichkeit, sie zu beugen: Verben werden im Deutschen konjugiert, haben also verschiedene Tempus­formen, Infinitiv, Imperativ, Konjunktiv, Partizipien usw. Auch die Bedeutung der Wörter wird bei der Wortartklassifizierung genutzt, oft lediglich zur Subklassifizierung. So unterscheidet man etwa Präpositionen u. a. in Lokal-, Temporal- und Modalpräpositionen.

Die Zehn-Wortarten-Lehre der deutschen Sprache

Die gängige Zehn-Wortarten-Lehre der deutschen Sprache unterscheidet folgende 10 Wortarten:

  1. Substantiv (Haupt- oder Dingwort)
  2. Verb (Zeit- oder Tätigkeitswort)
  3. Adjektiv (Eigenschafts- oder Beiwort)
  4. Adverb (Umstands- oder Nebenwort)
  5. Pronomen (Fürwort)
  6. Präposition (Verhältnis- oder Vorwort)
  7. Konjunktion (Bindewort)
  8. Numerale (Zahlwort)
  9. Artikel (Geschlechtswort, Begleiter)
  10. Interjektion (Ausrufe- oder Empfindungswort)

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Siehe auch

Literatur

  • Henning Bergenholtz: Zur Morphologie deutscher Substantive, Verben und Adjektive. Dümmler, Bonn 1976, ISBN 3-427-83851-X. Enthält ein rein morphologisches Wortartensystem.
  • Henning Bergenholtz/ Burkhard Schaeder: Die Wortarten des Deutschen. Klett, Stuttgart 1977. ISBN 3-12-910460-7. Enthält ein rein syntaktisches Wortartensystem.
  • Karl Bühler: Sprachtheorie. Die Darstellungsfunktion der Sprache. Ullstein, Frankfurt/ Berlin/ Wien 1978, ISBN 3-548-03392-X. (Unveränderter Abdruck der Erstveröffentlichung: Verlag Gustav Fischer 1934)
  • Duden. Die Grammatik. 7., völlig neu erarbeitete und erweiterte Auflage. Dudenverlag, Mannheim/ Leipzig/ Wien/ Zürich 2005, ISBN 3-411-04047-5. Wortartenschemata: S. 133, 574. Traditionelles System mit primär morphologischen und syntaktischen Kriterien.
  • Heinrich Hempel: Wortklassen und Bedeutungsweisen. In: ders.: Bedeutungslehre und allgemeine Sprachwissenschaft. Narr, Tübingen 1980, ISBN 3-87808-131-6, S. 74–104. (Erstveröffentlichung 1954) Semantischer Ansatz eines Wortartensystems.
  • Barbara Kaltz: Zur Wortartenproblematik aus wissenschaftsgeschichtlicher Sicht. Buske, Hamburg 1983, ISBN 3-87118-599-X.
  • Gisela Zifonun/Ludger Hoffmann/Bruno Strecker: Grammatik der deutschen Sprache. 3. Bände. de Gruyter, Berlin/ New York 1997, ISBN 3-11-014752-1: Grammatik der deutschen Sprache.
  • Stefan Müller: Grammatiktheorie. Stauffenburg, Tübingen 2010, ISBN 978-3-86057-294-8.

Weblinks

 Wiktionary: Wortart – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wiktionary: Redeteil – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. So Dürr/Schlobinski: Deskriptive Linguistik. 2006, S. 301
Dieser Artikel basiert (teilweise) auf dem Artikel Wortart aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU Lizenz für freie Dokumentation und der Creative Commons Attribution/Share Alike. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.