Zu Hause

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Zu Hause ist es am schwersten, die okkulten Kräfte zu entwickeln. Nicht dass es unmöglich wäre, aber es fehlt hier die Anregung durch die Naturgeistigkeit, durch die viel leichter ein gewisses natürliches, d.h. nicht durch Initiation gewonnenes Hellsehen ausgelöst wird. An dem See oder auf dem Meer konnten, zumindest in früheren vorchristlichen Zeiten, sehr schnell Imaginationen ausgelöst werden. Auf dem Berg konnte man sogar relativ leicht bis zur Stufe der Inspiration hinaufsteigen. Zu Hause ist man zunächst ganz bei sich selbst, d.h. man steckt tief und fest in seinem physischen Leib drinnen. Das sind die besten Voraussetzungen, um ein klares Selbstbewusstsein zu entwicklen und das nüchterne Gegenstandsbewusstsein auf die sinnliche Außenwelt zu richten. Gerät man dennoch außer sich, so scheint man «nicht ganz bei Sinnen» zu sein, ohne dass damit schon klar fassbare hellsichtigen Erlebnissen verbunden sind.

"Und am schwersten haben es die okkulten Kräfte, wenn man bei sich ist, in seinem eigenen Hause, gleichgültig, ob man schließlich allein zu Hause ist oder ob die Angehörigen dabei sind. Denn während es bei einem Menschen, der längere Zeit am See gelebt hat, verhältnismäßig leicht ist - wenn alles dabei stimmt - zu glauben, daß er durch den Schleier der Körperlichkeit Imaginationen hat, und während es leichter ist bei einem Menschen, der in den Bergen lebt, daran zu glauben, daß er höher hinaufsteigt, so hat man bei einem Menschen, der zu Hause ist, bloß das Gefühl, daß er außer seinem Leibe ist, daß er «von Sinnen»ist. Nicht daß er die okkulten Kräfte nicht entwickeln könnte, aber es stimmt nicht so zu der Umgebung, es scheint in bezug auf die Umgebung nicht so natürlich wie in den entsprechenden anderen Fällen, am See oder auf dem Berge." (Lit.: GA 139, S. 151)

Siehe auch

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Das Markus-Evangelium, GA 139 (1985)
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Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz
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