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Puppe (Insekt): Unterschied zwischen den Versionen

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Die '''Puppe''' ist das typische Übergangsstadium von [[Insekten]], die eine vollständige [[Metamorphose (Zoologie)|Metamorphose]] durchlaufen. Es folgt auf die pure [[Ernährung|Fressphase]] des [[Larve]]nstadiums und endet nach einer völligen Umgestaltung des gesamten [[Organismus]] mit dem [[geschlechtsreife]]n, [[fortpflanzung]]sfähigen erwachsenen [[Vollinsekt]], der [[Imago (Zoologie)|Imago]]. Im Puppenstadium ist das Insekt meist völlig [[bewegung]]slos und es findet auch keine [[Nahrung]]saufnahme statt. Die [[Organ]]e der Larve werden praktisch vollständig abgeworfen bzw. zu einem ungestalteten Brei aufgelöst, aus dem durch die Kraft des [[Licht]]es und mit der Hilfe vielfältiger [[Hormon]]e das [[adult]]e Insekt gebildet wird. Das klassische Beispiel ist die Entwicklung der [[Raupe (Schmetterling)|Raupe]] über die Puppe zum fertigen [[Schmetterling]].
Die '''Puppe''' ist das typische Übergangsstadium von [[Insekten]], die eine vollständige [[Metamorphose (Zoologie)|Metamorphose]] durchlaufen. Es folgt auf die pure [[Ernährung|Fressphase]] des [[Larve]]nstadiums und endet nach einer völligen Umgestaltung des gesamten [[Organismus]] mit dem [[geschlechtsreife]]n, [[fortpflanzung]]sfähigen erwachsenen [[Vollinsekt]], der [[Imago (Zoologie)|Imago]]. Im Puppenstadium ist das Insekt meist völlig [[bewegung]]slos und es findet auch keine [[Nahrung]]saufnahme statt. Die [[Organ]]e der Larve werden praktisch vollständig abgeworfen bzw. zu einem ungestalteten Brei aufgelöst, aus dem durch die Kraft des [[Licht]]es und mit der Hilfe vielfältiger [[Hormon]]e das [[adult]]e Insekt gebildet wird. Das klassische Beispiel ist die Entwicklung der [[Raupe (Schmetterling)|Raupe]] über die Puppe zum fertigen [[Schmetterling]].


{{GZ|Sehen Sie, der Schmetterling ist aus dem Licht geschaffen;
{{GZ|Sehen Sie, solch ein Schmetterling ist ja nicht von
vornherein da, sondern der kommt ja, wie Sie wissen, auf eine sehr komplizierte
Weise zustande. Zunächst gehen wir davon aus, daß der Schmetterling,
wenn es gegen den Herbst zu geht, er also reif geworden ist, ein Ei
legt. So daß also das erste, wovon der Schmetterling ausgeht, das ist, daß
er ein Ei legt. Aus diesem Ei kommt ja nicht wieder ein Schmetterling
heraus. Da kriecht nicht wiederum, sagen wir, der Schmetterling Schwalbenschwanz
heraus, der so ausschaut (siehe Zeichnung); der kriecht nicht
da heraus, sondern aus diesem Ei kriecht zunächst dasjenige heraus, was
 
[[Datei:GA351 018.gif|center|500px|Zeichnung aus GA 351, S. 18]]
 
man im Volksmund einen «Wurm» nennt; eine Raupe kriecht heraus.
Diese Raupe also kriecht aus dem Ei heraus. Hier hat sie ihren Kopf (siehe
Zeichnung), hier hinten ist ein Stachel, und die kriecht nun so träg, langsam
herum, ist eigentlich äußerlich eine Art von Faulenzer. Aber innerlich
ist eine solche Raupe gar keine Faulenzerin, sondern innerlich spinnt sie
aus ihrem eigenen Leib heraus Fäden, und aus diesen Fäden macht sie um
sich herum eine Hülle. Wenn also das jetzt die Raupe ist (siehe Zeichnung),
so spinnt diese Raupe aus sich selbst heraus Fäden und macht um
sich herum eine Hülle, die hart ist. Die Raupe verschwindet allmählich im
Inneren ganz, löst sich auf in diesen Fäden, macht also um sich herum eine
Hülle, die sie irgendwie an einen Baumstamm anhängt, anklebt; sie klebt
zuerst den Faden an und verschwindet dann in der Hülle. So daß wir
haben: das Ei, die Raupe und hier, das nennt man eine Puppe. Und diese
Puppe, die bleibt nun eine Zeitlang hängen. Dann kriegt sie irgendwo ein
Loch und der Schmetterling kommt heraus. So daß, bevor ein solcher
Schmetterling zustande kommt, vier Sachen notwendig sind: also erstens
das Ei, zweitens die Raupe, drittens die Puppe und viertens er selbst. Das
Ei, das wird irgendwo abgelegt. Die Raupe kriecht dann herum. Die
Puppe bleibt ganz fest und der Schmetterling flattert lustig in der Luft
herum. Der kann dann wiederum ein Ei legen und die Geschichte geht im
Jahreslauf von neuem los. So ist die Sache.
 
Nun, das schauen sich die Leute an, und das erklären heute die Gelehrten
ja so, daß sie einfach beobachten, was sich da durch das Mikroskop
oder dergleichen eben beobachten läßt. Aber so einfach ist die Sache nicht.
Man muß berücksichtigen, wo das Ei leben kann und wie es lebt, wie die
Raupe lebt, wie die Puppe lebt und wie zuletzt der Schmetterling lebt. Das
Ei, das braucht vor allen Dingen, wenn es so weit kommen soll, daß die
Raupe auskriechen kann, manchmal furchtbar wenig - aber es braucht
Feuchtigkeit, in der etwas Salz aufgelöst ist. Kein Ei kann gedeihen, ohne
daß es etwas Feuchtigkeit, in der etwas Salz aufgelöst ist, bekommt. Daher
muß das Tier, der Schmetterling, diesen Instinkt haben, das Ei irgendwo
hinzulegen, wo es Feuchtigkeit bekommen kann, in der etwas Salz enthalten
ist. Ohne das geht es also nicht. Es ist das, was ich Ihnen hier für den
Schmetterling erzähle, eben geradeso auch für die Biene und so weiter. Es
ist für die Biene auch notwendig, daß da, wo die Eier abgelegt werden,
etwas durchdringt - wenn es auch wenig ist -, daß Salz hineinkommt. Es
beobachten das eben wenige. Es genügt, wenn der Nebel durchgeht; der
hat immer etwas Salzfeuchtigkeit. Es kommt einem da die Natur zu Hilfe.
Es leuchtet das dem menschlichen Verstand nicht immer ganz ein. Die
Natur ist eben viel gescheiter als der Mensch. Aber das Ei muß immer
etwas Feuchtigkeit haben, in der etwas Salz drinnen ist. Das ist beim
Schmetterling auch so, und dann kriecht also die Raupe heraus. Das Ei
braucht also nur diese Feuchtigkeit, in der Salz drinnen ist; es hat keine
Augen, es sieht nichts, es lebt im übrigen für sich selbst in einer Welt, die
ganz finster ist. In dem Augenblick, wo die Raupe ausgekrochen ist,
kommt sie ans Licht heraus, ist also fortwährend im Lichte. Die Raupe hat
Sinnesorgane, kommt ans Licht. Jetzt ist es eigentlich ein ganz anderes
Wesen geworden, als das Ei es ist. Das Ei hat sich ganz in die Raupe verwandelt.
Und daß die Raupe dem Licht ausgesetzt ist, daß sie Sinne hat,
das übt einen inneren Eindruck auf die Raupe aus. Solche Dinge kommen
bei gewissen Erscheinungen ganz radikal zum Ausdruck. Sie alle haben ja
schon diese merkwürdige Erscheinung genossen, daß, wenn Sie irgendwo
eine Lampe angezündet haben, allerlei Insekten im Zimmer herumflattern,
sich vom Licht der Lampe angezogen fühlen, sich sogar hineinstürzen,
so dumm sind, daß sie verbrennen. Woher rührt das? Natürlich
kommt das nicht bei dieser Raupe vor, aber der Wille dazu ist bei dieser
Raupe auch vorhanden. Die Raupe, die wird nämlich vom Sonnenlicht
geradeso, ich möchte sagen, wollüstig angezogen, wie das Insekt, das sich
in die Kerzenflamme stürzt; nur kann die Raupe nicht zu der Sonne hinaufkommen.
Könnte sie sich vom Boden erheben und hinauffliegen zur
Sonne, so würden wir sehr bald gar keine Raupen mehr haben; die würden
alle zur Sonne hinauffliegen, alle fortfliegen. Denn das wollen sie, sie sind
nur festgehalten von der Schwere der Erde, sie können nicht. So daß,
wenn wir eine Raupe anschauen, diese Raupe eigentlich den Willen hat,
dem Lichte nachzugehen. Das kann sie nicht. Aber was tut sie?
Denken Sie sich einmal, da ist der Lichtstrahl, da die Raupe (es wird
gezeichnet). Jetzt spinnt die Raupe, indem sie kriecht, so wie der Lichtstrahl
ist, einen Faden. Die Raupe spinnt ganz nach dem Lichtstrahl den
Faden, und wenn der Lichtstrahl in der Nacht nicht da ist, da rollt sie den
Faden ein und bei Tag spinnt sie in dem Lichtstrahl den Faden wieder
weiter, in der Nacht rollt sie ihn wieder ein. Und daraus entsteht die Hülle
rundherum. Die Raupe löst sich ganz im Licht auf, stirbt im Licht, wie
das Insekt, das der Flamme zugeht, nur daß sie nicht zur Sonne hinaufkommt,
in den Lichtstrahl selber hineingeht; aber sie spinnt ihren eigenen
Körper in diese Fäden hinein und macht um sich diesen Kokon, wie man
ihn nennt, diese Fäden, die da zusammengesponnen werden. Die Seidenraupe spinnt die Seide nach dem Licht. Wenn Sie also aus irgendeiner Seidenraupe
Seide nehmen, so können Sie sich getrost sagen: Was ist das? Das
ist gesponnenes Licht! - Da ist in der Richtung der Lichtstrahlen hineingesponnen
die Erdenmaterie. Und wenn Sie irgendwo eine Puppe sehen,
dann ist das so, daß das lauter gesponnenes Sonnenlicht ist, ringsherum
Erdenstoff, der dem Sonnenstrahl nachgesponnen ist.
 
Also so weit sind wir, daß wir jetzt die Puppe haben, ringsherum gesponnenes
Licht, und dadurch, daß das gesponnenes Sonnenlicht ist,
kommt natürlich etwas anderes zustande, als wenn sich ein Insekt in die
Flamme stürzt - da verbrennt es die Flamme der Kerze, kann nichts damit
machen. Könnte aber dieses Insekt in der Schnelligkeit, mit der es sich in
die Flamme stürzt, in der Richtung der Flammenstrahlen einen solchen
Kokon herumspinnen, so würde aus dem Feuer der Flamme im Inneren
ein neues Tier entstehen. Das wird nur durch die Verbrennung verhindert.
Es ist interessant, daß man dadurch erfährt, was eigentlich dieses Insekt
will, das in der Nacht im Zimmer herumflattert und sich in die Flamme
stürzt: es will sich nämlich fortpflanzen, es will zugrunde gehen, damit es
in einer neuen Gestalt wiederkommt. Es täuscht sich nur, weil es nicht so
schnell eine Hülle machen kann. Aber die Raupe kann in der Langsamkeit
eben diese Hülle machen, hängt diese Hülle auf, und jetzt kann die Kraft
der Sonne, die da eingefangen ist, die da eine Gefangene ist, die kann den
Schmetterling im Inneren schaffen, und der kann dann als ein Sonnengeschöpf
herausfliegen und als ein Sonnengeschöpf sich bewegen.
 
Sehen Sie, meine Herren, da kommt man darauf, wie eigentlich die
Dinge in der Natur sind. Erstens haben Sie in dem, was ich Ihnen gesagt
habe, eine ganz wichtige Idee: Das Insekt, das sich in die Flamme stürzt,
will sterben, denkt man sich. Nein, das will nicht sterben, sondern es will
in anderer Gestalt wiederkommen. Es will durch die Flamme umgestaltet
werden. Und so ist der Tod überall: Der Tod ist nichts, was die Wesen
vernichtet, sondern wodurch sie, wenn der Tod richtig eingeleitet wird,
nur umgestaltet werden. Erstens sieht man das daraus. Zweitens sieht man
aber einen gründlichen Zusammenhang, der zwischen allem in der Natur
draußen besteht. Sehen Sie, der Schmetterling ist aus dem Licht geschaffen;
aber das Licht mußte erst, indem es die Erdenmaterie in sich aufnahm
aber das Licht mußte erst, indem es die Erdenmaterie in sich aufnahm
und einen Kokon machte, in der Puppe zum Faden gemacht werden. Alles
und einen Kokon machte, in der Puppe zum Faden gemacht werden. Alles
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der Mutter schafft, das also die Möglichkeit schafft, daß der Mensch
der Mutter schafft, das also die Möglichkeit schafft, daß der Mensch
aus dem Lichte heraus entstehen kann. So sieht man also am Schmetterling,
aus dem Lichte heraus entstehen kann. So sieht man also am Schmetterling,
daß er aus dem Licht heraus, das erst gefangen worden ist, entsteht.|351|20f}}
daß er aus dem Licht heraus, das erst gefangen worden ist, entsteht.
Nun, der Schmetterling, der flattert in vielen Farben herum. Solche
Farben sind überhaupt da, wenn man dasjenige, was am meisten vom
Lichte beeinflußt werden kann, anschaut. Wenn man also in heiße Gegenden
geht, dann sind alle Vögel von wunderbaren Farben, weil da die Sonne
die größere Stärke hat. Was tut also das, was da in der Sonne, im gefangenen
Licht schafft? Das bringt die Farben hervor, bringt immer Farben
hervor. Und so ist es auch beim Schmetterling. Der Schmetterling hat
seine Farben durch dasjenige, was das Licht da als ein Gefangener getan
hat. Man kann den Schmetterling nur verstehen, wenn man ihn versteht
als Schöpfung aus dem ganzen Licht heraus, das ihn in vielen Farben
macht.
 
Aber das kann die Sonne nicht allein. Die Sache ist so: Wenn wir das Ei
anschauen, ist das also in der Feuchtigkeit drinnen, in der Salz ist. Salz ist
Erde, Feuchtigkeit ist Wasser. So daß wir sagen können: Das Ei muß
gedeihen in Erde und etwas Wasser. - Die Raupe kommt schon ans Licht
heraus. Die Raupe kann ihrem ganzen Wesen nach nicht bloß gedeihen in
Erde und Wasser, also in aufgelöstem Kalk zum Beispiel und Wasser,
sondern die Raupe braucht Feuchtigkeit, also Wasser, aber auch Luft,
Feuchtigkeit und Luft. Diese Feuchtigkeit und Luft, die die Raupe
braucht, die ist nun nicht bloß wie das, was das Ei physisch braucht, sondern
in dieser Feuchtigkeit drinnen lebt dasjenige, was man Äther nennt
und was ich Ihnen beim Menschen geschildert habe als den Ätherleib. Die
Raupe kriegt einen Ätherleib. Und durch den Ätherleib atmet sie. Durch
den Ätherleib nimmt sie dasjenige auf, was jetzt schon geistig in der Luft
ist. Das Ei ist noch ganz physisch, die Raupe aber lebt schon im Physisch-
Ätherischen. Aber das ist schwer für die Raupe, im Physisch-Ätherischen zu leben. Die Raupe hat viel zuviel schwere Erdenmaterie in sich.
Bei der Raupe ist es so: Wenn sie ans Licht kommt, so zeigt sich das eben,
daß sie dann aus sich heraus die Lichtstrahlen spinnt in Form ihrer Kokonseide.
Die Raupe möchte ans Licht, kann aber nicht; sie hat zuviel Schwerekräfte
in sich. Sie ist dem nicht gewachsen, dem sie jetzt ausgesetzt ist.
Daher will sie selber aufgehen im Licht, sie will sich ins Licht hineinergießen,
sie will im Licht weiterleben. Was tut sie? Ja, sie schließt sich gegen
die Erde mit den Sonnenstrahlen ab, sie macht einen Kokon um sich
herum. Die Raupe schließt sich in der Puppe von den physischen Erdenkräften
ganz ab. Und jetzt hat die Puppe im Inneren, wo der «Wurm»
verschwunden ist, astralische Kräfte in sich, nicht mehr Erdenkräfte und
nicht mehr ätherische Kräfte, sondern astralische, ganz geistige Kräfte in
sich, und diese astralischen Kräfte leben im eingefangenen Licht. Das
eingefangene Licht hat immer geistige Kräfte, astralische Kräfte in sich.
Und diese astralischen Kräfte, die schaffen den Schmetterling. Der kann
jetzt, weil er ganz aus astralischen Kräften besteht, in der Luft herumfliegen,
was die Raupe nicht kann; der kann dem Lichte folgen. Er folgt nur
dem Lichte, er unterliegt nicht mehr der Schwere. Es ist die Schwere dadurch,
daß er sich hingegeben hat, ausgeschaltet. So daß man sagen kann:
Er ist zum Ich herangereift. - Ein Ich ist es, in dem wir sozusagen den
Schmetterling herumflattern sehen. Wir Menschen haben unser Ich in
uns. Der Schmetterling hat es außer sich. Das Ich ist eigentlich Licht. Das
färbt ihn.
 
Wenn Sie das bedenken, dann müssen Sie sich etwas klarmachen. Sie
alle sagen immer zu sich: Ich. - Was bedeutet das, wenn Sie zu sich Ich
sagen? Sehen Sie, jedesmal, wenn Sie zu sich Ich sagen, glänzt in Ihrem
Hirn eine kleine Flamme auf, die nur mit gewöhnlichen Augen nicht gesehen
werden kann. Das ist Licht. Sage ich zu mir Ich, so rufe ich das Licht
in mir auf. Dieses selbe Licht, das den Schmetterling in Farben färbt, das
rufe ich in mir auf, wenn ich zu mir Ich sage. Es ist das wirklich außerordentlich
interessant, draußen in der Natur zu beobachten, daß man sich
sagen kann: Ich sage zu mir Ich; könnte ich dieses Ich ausstrahlen in
alle Welt, so wäre es Licht. Ich habe es nur durch meinen Körper eingesperrt,
dieses Ich. Könnte ich es ausstrahlen, so könnte ich mit diesem
Licht lauter Schmetterlinge erschaffen. - Das Ich des Menschen hat eben
die Macht, lauter Schmetterlinge zu schaffen, überhaupt Insekten und so
weiter zu schaffen. Sehen Sie, da stellen sich die Menschen vor, daß alles so
einfach ist. Aber in älteren Zeiten, wo man solche Sachen gewußt hat, da
haben die Menschen auch in dem Sinne gesprochen. Im ganz alten Judentum,
da gab es ein Wort: «Jahve», was dasselbe bedeutet wie «Ich». Dieses
Wort, in der hebräischen Sprache Jahve, durfte nur der Priester aussprechen,
weil der Priester dazu vorbereitet war, sich zu sagen, was das bedeutet.
Denn der Priester sah in dem Momente, wo er Jahve aussprach, überall
die Bilder von herumfliegenden Schmetterlingen. Und da wußte er:
Hat er das Wort Jahve ausgesprochen so, daß er nichts sah, so hat er es
nicht mit der inneren richtigen Herzhaftigkeit ausgesprochen. Er stand
aber in der richtigen inneren Herzhaftigkeit, wenn er lauter Schmetterlinge
sah. Das hat er aber den anderen Leuten nicht beibringen können,
denn die wären verrückt geworden darob; darum hat er sich erst vorbereiten
müssen. Aber wahr ist es doch.
 
Ja, meine Herren, aber was ist denn das? Denken Sie sich einmal, hier
wäre zwischen diesem Pult und dem Punkt, wo ich stehe, eine große Bettdecke
mit lauter Flaumfedern drinnen. Die Flaumfedern wären etwas
dünn drinnen, und ich stelle mich da hier an und dränge dahin, gehe so
dahin, drücke die Flaumfedern zusammen, ich komme nicht ganz bis zu
dem Pult hin, sondern muß in der Mitte stehenbleiben, weil ich sie nicht
weiter zusammendrücken kann. Ich erreiche das Pult nicht, aber ich verspüre
einen Druck, wenn ich mich da anstemme. So wollen Sie das Ich
aussprechen, wollen Sie eigentlich lauter Schmetterlinge erzeugen, weil
das Ich Licht ist. Aber Sie können das nicht. Statt dessen spüren Sie den
Widerstand, wie ich da den Widerstand spüre, wenn ich dem entgegengehe.
Und das sind Ihre Gedanken. Darinnen bestehen Ihre Gedanken,
daß man nicht lauter Schmetterlinge erschaffen kann durch das Licht. Das
Ich denkt Gedanken. Die Gedanken sind eigentlich nur Bilder von der
Schmetterlingswelt.
 
Sehen Sie, das sieht so aus, daß eigentlich heute noch dasselbe einträte,
was im alten Judentum eingetreten wäre, wenn einfach ein jeder, der Jahve
ausgesprochen hätte, die ganze Schmetterlingswelt gesehen hätte; dann
hätten die Leute gesagt: Nun, der ist selbstverständlich verrückt. - Er
wäre es auch gewesen, wenn er nicht reif dazu gewesen wäre, die geistigen
Sachen anzuschauen! Aber heute sagen die Leute, wenn einer davon redet,
daß das Licht Ich ist, und daß das Licht dasselbe ist, was in anderer Weise,
wenn es eingesperrt ist, die Schmetterlinge erschaffen kann, was in uns,
weil wir ein dazu geeignetes Gehirn haben, die Gedanken schafft statt der
Schmetterlinge - heute sagen die Leute wieder: Der ist verrückt! - Aber
das ist die Wahrheit. Das ist eben der Unterschied zwischen einer bloßen
Verrücktheit und der Wahrheit. So daß man sagen muß: Schauen wir uns
den bunten Schmetterling an in der Luft, dann wirkt auf uns dasselbe, wie
wenn wir uns so recht in uns fühlen und Ich sagen. Der Schmetterling kann
nicht Ich sagen, nicht einmal das höhere Tier, weil das Ich von außen
wirkt. Wenn Sie einen Löwen ansehen in seiner semmelfarbenen Gelbheit,
dann ist es die semmelfarbene Gelbheit, die vom Ich des Löwen von
außen bewirkt wird. Der Löwe wird selber gedacht von der ganzen Natur,
die Färbung kommt dadurch zustande. Weil wir von innen heraus denken,
bekommen wir nicht von außen die Färbung, sondern wir bekommen
die Hautfärbung von innen, die man sehr schwer in der Malerei
nachmachen kann. Aber unser Ich färbt eigentlich mit Hilfe des Blutes
unseren ganzen Körper zu dieser wunderbaren Menschenfarbe, die man
in der Malerei nur nachmachen kann, wenn man alle Farben in der richtigen
Weise miteinander mischen kann, richtig mischen kann. Da schafft
fortwährend die Natur an dem Wesen, aber sie schafft auf geistige Art.
Sehen Sie, ich habe Ihnen hier gesagt: Es muß der Übergang sein von dem
Feuchten, das die Luft in sich hält, zu dem Licht. Da ist die Puppe nun in
Luft und Licht. Da ist sie in Wasser und Luft als Raupe, hier in Luft und
Licht als Puppe, und dann kommt sie immer weiter von dem Licht, das
eingefangen ist, zu dem Astralischen, das in ihr wirkt.|351|18ff}}


== Siehe auch ==
== Siehe auch ==

Version vom 26. Oktober 2018, 07:50 Uhr

Die schlupfreife Puppe einer weiblichen Wespe mit der bereits durchschimmernden Imago

Die Puppe ist das typische Übergangsstadium von Insekten, die eine vollständige Metamorphose durchlaufen. Es folgt auf die pure Fressphase des Larvenstadiums und endet nach einer völligen Umgestaltung des gesamten Organismus mit dem geschlechtsreifen, fortpflanzungsfähigen erwachsenen Vollinsekt, der Imago. Im Puppenstadium ist das Insekt meist völlig bewegungslos und es findet auch keine Nahrungsaufnahme statt. Die Organe der Larve werden praktisch vollständig abgeworfen bzw. zu einem ungestalteten Brei aufgelöst, aus dem durch die Kraft des Lichtes und mit der Hilfe vielfältiger Hormone das adulte Insekt gebildet wird. Das klassische Beispiel ist die Entwicklung der Raupe über die Puppe zum fertigen Schmetterling.

„Sehen Sie, solch ein Schmetterling ist ja nicht von vornherein da, sondern der kommt ja, wie Sie wissen, auf eine sehr komplizierte Weise zustande. Zunächst gehen wir davon aus, daß der Schmetterling, wenn es gegen den Herbst zu geht, er also reif geworden ist, ein Ei legt. So daß also das erste, wovon der Schmetterling ausgeht, das ist, daß er ein Ei legt. Aus diesem Ei kommt ja nicht wieder ein Schmetterling heraus. Da kriecht nicht wiederum, sagen wir, der Schmetterling Schwalbenschwanz heraus, der so ausschaut (siehe Zeichnung); der kriecht nicht da heraus, sondern aus diesem Ei kriecht zunächst dasjenige heraus, was

Zeichnung aus GA 351, S. 18
Zeichnung aus GA 351, S. 18

man im Volksmund einen «Wurm» nennt; eine Raupe kriecht heraus. Diese Raupe also kriecht aus dem Ei heraus. Hier hat sie ihren Kopf (siehe Zeichnung), hier hinten ist ein Stachel, und die kriecht nun so träg, langsam herum, ist eigentlich äußerlich eine Art von Faulenzer. Aber innerlich ist eine solche Raupe gar keine Faulenzerin, sondern innerlich spinnt sie aus ihrem eigenen Leib heraus Fäden, und aus diesen Fäden macht sie um sich herum eine Hülle. Wenn also das jetzt die Raupe ist (siehe Zeichnung), so spinnt diese Raupe aus sich selbst heraus Fäden und macht um sich herum eine Hülle, die hart ist. Die Raupe verschwindet allmählich im Inneren ganz, löst sich auf in diesen Fäden, macht also um sich herum eine Hülle, die sie irgendwie an einen Baumstamm anhängt, anklebt; sie klebt zuerst den Faden an und verschwindet dann in der Hülle. So daß wir haben: das Ei, die Raupe und hier, das nennt man eine Puppe. Und diese Puppe, die bleibt nun eine Zeitlang hängen. Dann kriegt sie irgendwo ein Loch und der Schmetterling kommt heraus. So daß, bevor ein solcher Schmetterling zustande kommt, vier Sachen notwendig sind: also erstens das Ei, zweitens die Raupe, drittens die Puppe und viertens er selbst. Das Ei, das wird irgendwo abgelegt. Die Raupe kriecht dann herum. Die Puppe bleibt ganz fest und der Schmetterling flattert lustig in der Luft herum. Der kann dann wiederum ein Ei legen und die Geschichte geht im Jahreslauf von neuem los. So ist die Sache.

Nun, das schauen sich die Leute an, und das erklären heute die Gelehrten ja so, daß sie einfach beobachten, was sich da durch das Mikroskop oder dergleichen eben beobachten läßt. Aber so einfach ist die Sache nicht. Man muß berücksichtigen, wo das Ei leben kann und wie es lebt, wie die Raupe lebt, wie die Puppe lebt und wie zuletzt der Schmetterling lebt. Das Ei, das braucht vor allen Dingen, wenn es so weit kommen soll, daß die Raupe auskriechen kann, manchmal furchtbar wenig - aber es braucht Feuchtigkeit, in der etwas Salz aufgelöst ist. Kein Ei kann gedeihen, ohne daß es etwas Feuchtigkeit, in der etwas Salz aufgelöst ist, bekommt. Daher muß das Tier, der Schmetterling, diesen Instinkt haben, das Ei irgendwo hinzulegen, wo es Feuchtigkeit bekommen kann, in der etwas Salz enthalten ist. Ohne das geht es also nicht. Es ist das, was ich Ihnen hier für den Schmetterling erzähle, eben geradeso auch für die Biene und so weiter. Es ist für die Biene auch notwendig, daß da, wo die Eier abgelegt werden, etwas durchdringt - wenn es auch wenig ist -, daß Salz hineinkommt. Es beobachten das eben wenige. Es genügt, wenn der Nebel durchgeht; der hat immer etwas Salzfeuchtigkeit. Es kommt einem da die Natur zu Hilfe. Es leuchtet das dem menschlichen Verstand nicht immer ganz ein. Die Natur ist eben viel gescheiter als der Mensch. Aber das Ei muß immer etwas Feuchtigkeit haben, in der etwas Salz drinnen ist. Das ist beim Schmetterling auch so, und dann kriecht also die Raupe heraus. Das Ei braucht also nur diese Feuchtigkeit, in der Salz drinnen ist; es hat keine Augen, es sieht nichts, es lebt im übrigen für sich selbst in einer Welt, die ganz finster ist. In dem Augenblick, wo die Raupe ausgekrochen ist, kommt sie ans Licht heraus, ist also fortwährend im Lichte. Die Raupe hat Sinnesorgane, kommt ans Licht. Jetzt ist es eigentlich ein ganz anderes Wesen geworden, als das Ei es ist. Das Ei hat sich ganz in die Raupe verwandelt. Und daß die Raupe dem Licht ausgesetzt ist, daß sie Sinne hat, das übt einen inneren Eindruck auf die Raupe aus. Solche Dinge kommen bei gewissen Erscheinungen ganz radikal zum Ausdruck. Sie alle haben ja schon diese merkwürdige Erscheinung genossen, daß, wenn Sie irgendwo eine Lampe angezündet haben, allerlei Insekten im Zimmer herumflattern, sich vom Licht der Lampe angezogen fühlen, sich sogar hineinstürzen, so dumm sind, daß sie verbrennen. Woher rührt das? Natürlich kommt das nicht bei dieser Raupe vor, aber der Wille dazu ist bei dieser Raupe auch vorhanden. Die Raupe, die wird nämlich vom Sonnenlicht geradeso, ich möchte sagen, wollüstig angezogen, wie das Insekt, das sich in die Kerzenflamme stürzt; nur kann die Raupe nicht zu der Sonne hinaufkommen. Könnte sie sich vom Boden erheben und hinauffliegen zur Sonne, so würden wir sehr bald gar keine Raupen mehr haben; die würden alle zur Sonne hinauffliegen, alle fortfliegen. Denn das wollen sie, sie sind nur festgehalten von der Schwere der Erde, sie können nicht. So daß, wenn wir eine Raupe anschauen, diese Raupe eigentlich den Willen hat, dem Lichte nachzugehen. Das kann sie nicht. Aber was tut sie? Denken Sie sich einmal, da ist der Lichtstrahl, da die Raupe (es wird gezeichnet). Jetzt spinnt die Raupe, indem sie kriecht, so wie der Lichtstrahl ist, einen Faden. Die Raupe spinnt ganz nach dem Lichtstrahl den Faden, und wenn der Lichtstrahl in der Nacht nicht da ist, da rollt sie den Faden ein und bei Tag spinnt sie in dem Lichtstrahl den Faden wieder weiter, in der Nacht rollt sie ihn wieder ein. Und daraus entsteht die Hülle rundherum. Die Raupe löst sich ganz im Licht auf, stirbt im Licht, wie das Insekt, das der Flamme zugeht, nur daß sie nicht zur Sonne hinaufkommt, in den Lichtstrahl selber hineingeht; aber sie spinnt ihren eigenen Körper in diese Fäden hinein und macht um sich diesen Kokon, wie man ihn nennt, diese Fäden, die da zusammengesponnen werden. Die Seidenraupe spinnt die Seide nach dem Licht. Wenn Sie also aus irgendeiner Seidenraupe Seide nehmen, so können Sie sich getrost sagen: Was ist das? Das ist gesponnenes Licht! - Da ist in der Richtung der Lichtstrahlen hineingesponnen die Erdenmaterie. Und wenn Sie irgendwo eine Puppe sehen, dann ist das so, daß das lauter gesponnenes Sonnenlicht ist, ringsherum Erdenstoff, der dem Sonnenstrahl nachgesponnen ist.

Also so weit sind wir, daß wir jetzt die Puppe haben, ringsherum gesponnenes Licht, und dadurch, daß das gesponnenes Sonnenlicht ist, kommt natürlich etwas anderes zustande, als wenn sich ein Insekt in die Flamme stürzt - da verbrennt es die Flamme der Kerze, kann nichts damit machen. Könnte aber dieses Insekt in der Schnelligkeit, mit der es sich in die Flamme stürzt, in der Richtung der Flammenstrahlen einen solchen Kokon herumspinnen, so würde aus dem Feuer der Flamme im Inneren ein neues Tier entstehen. Das wird nur durch die Verbrennung verhindert. Es ist interessant, daß man dadurch erfährt, was eigentlich dieses Insekt will, das in der Nacht im Zimmer herumflattert und sich in die Flamme stürzt: es will sich nämlich fortpflanzen, es will zugrunde gehen, damit es in einer neuen Gestalt wiederkommt. Es täuscht sich nur, weil es nicht so schnell eine Hülle machen kann. Aber die Raupe kann in der Langsamkeit eben diese Hülle machen, hängt diese Hülle auf, und jetzt kann die Kraft der Sonne, die da eingefangen ist, die da eine Gefangene ist, die kann den Schmetterling im Inneren schaffen, und der kann dann als ein Sonnengeschöpf herausfliegen und als ein Sonnengeschöpf sich bewegen.

Sehen Sie, meine Herren, da kommt man darauf, wie eigentlich die Dinge in der Natur sind. Erstens haben Sie in dem, was ich Ihnen gesagt habe, eine ganz wichtige Idee: Das Insekt, das sich in die Flamme stürzt, will sterben, denkt man sich. Nein, das will nicht sterben, sondern es will in anderer Gestalt wiederkommen. Es will durch die Flamme umgestaltet werden. Und so ist der Tod überall: Der Tod ist nichts, was die Wesen vernichtet, sondern wodurch sie, wenn der Tod richtig eingeleitet wird, nur umgestaltet werden. Erstens sieht man das daraus. Zweitens sieht man aber einen gründlichen Zusammenhang, der zwischen allem in der Natur draußen besteht. Sehen Sie, der Schmetterling ist aus dem Licht geschaffen; aber das Licht mußte erst, indem es die Erdenmaterie in sich aufnahm und einen Kokon machte, in der Puppe zum Faden gemacht werden. Alles das, was entsteht an tierischen Wesenheiten, wird aus dem Licht heraus geschaffen. Auch der Mensch wird aus dem Licht heraus geschaffen durch die Vorgänge, die durch die Befruchtung des weiblichen Eikeimes geschehen; der schützt im Inneren des Menschen durch eine Hülle das Licht. Und in Wahrheit ist es das Licht, das den Menschen im Körper der Mutter schafft, das also die Möglichkeit schafft, daß der Mensch aus dem Lichte heraus entstehen kann. So sieht man also am Schmetterling, daß er aus dem Licht heraus, das erst gefangen worden ist, entsteht. Nun, der Schmetterling, der flattert in vielen Farben herum. Solche Farben sind überhaupt da, wenn man dasjenige, was am meisten vom Lichte beeinflußt werden kann, anschaut. Wenn man also in heiße Gegenden geht, dann sind alle Vögel von wunderbaren Farben, weil da die Sonne die größere Stärke hat. Was tut also das, was da in der Sonne, im gefangenen Licht schafft? Das bringt die Farben hervor, bringt immer Farben hervor. Und so ist es auch beim Schmetterling. Der Schmetterling hat seine Farben durch dasjenige, was das Licht da als ein Gefangener getan hat. Man kann den Schmetterling nur verstehen, wenn man ihn versteht als Schöpfung aus dem ganzen Licht heraus, das ihn in vielen Farben macht.

Aber das kann die Sonne nicht allein. Die Sache ist so: Wenn wir das Ei anschauen, ist das also in der Feuchtigkeit drinnen, in der Salz ist. Salz ist Erde, Feuchtigkeit ist Wasser. So daß wir sagen können: Das Ei muß gedeihen in Erde und etwas Wasser. - Die Raupe kommt schon ans Licht heraus. Die Raupe kann ihrem ganzen Wesen nach nicht bloß gedeihen in Erde und Wasser, also in aufgelöstem Kalk zum Beispiel und Wasser, sondern die Raupe braucht Feuchtigkeit, also Wasser, aber auch Luft, Feuchtigkeit und Luft. Diese Feuchtigkeit und Luft, die die Raupe braucht, die ist nun nicht bloß wie das, was das Ei physisch braucht, sondern in dieser Feuchtigkeit drinnen lebt dasjenige, was man Äther nennt und was ich Ihnen beim Menschen geschildert habe als den Ätherleib. Die Raupe kriegt einen Ätherleib. Und durch den Ätherleib atmet sie. Durch den Ätherleib nimmt sie dasjenige auf, was jetzt schon geistig in der Luft ist. Das Ei ist noch ganz physisch, die Raupe aber lebt schon im Physisch- Ätherischen. Aber das ist schwer für die Raupe, im Physisch-Ätherischen zu leben. Die Raupe hat viel zuviel schwere Erdenmaterie in sich. Bei der Raupe ist es so: Wenn sie ans Licht kommt, so zeigt sich das eben, daß sie dann aus sich heraus die Lichtstrahlen spinnt in Form ihrer Kokonseide. Die Raupe möchte ans Licht, kann aber nicht; sie hat zuviel Schwerekräfte in sich. Sie ist dem nicht gewachsen, dem sie jetzt ausgesetzt ist. Daher will sie selber aufgehen im Licht, sie will sich ins Licht hineinergießen, sie will im Licht weiterleben. Was tut sie? Ja, sie schließt sich gegen die Erde mit den Sonnenstrahlen ab, sie macht einen Kokon um sich herum. Die Raupe schließt sich in der Puppe von den physischen Erdenkräften ganz ab. Und jetzt hat die Puppe im Inneren, wo der «Wurm» verschwunden ist, astralische Kräfte in sich, nicht mehr Erdenkräfte und nicht mehr ätherische Kräfte, sondern astralische, ganz geistige Kräfte in sich, und diese astralischen Kräfte leben im eingefangenen Licht. Das eingefangene Licht hat immer geistige Kräfte, astralische Kräfte in sich. Und diese astralischen Kräfte, die schaffen den Schmetterling. Der kann jetzt, weil er ganz aus astralischen Kräften besteht, in der Luft herumfliegen, was die Raupe nicht kann; der kann dem Lichte folgen. Er folgt nur dem Lichte, er unterliegt nicht mehr der Schwere. Es ist die Schwere dadurch, daß er sich hingegeben hat, ausgeschaltet. So daß man sagen kann: Er ist zum Ich herangereift. - Ein Ich ist es, in dem wir sozusagen den Schmetterling herumflattern sehen. Wir Menschen haben unser Ich in uns. Der Schmetterling hat es außer sich. Das Ich ist eigentlich Licht. Das färbt ihn.

Wenn Sie das bedenken, dann müssen Sie sich etwas klarmachen. Sie alle sagen immer zu sich: Ich. - Was bedeutet das, wenn Sie zu sich Ich sagen? Sehen Sie, jedesmal, wenn Sie zu sich Ich sagen, glänzt in Ihrem Hirn eine kleine Flamme auf, die nur mit gewöhnlichen Augen nicht gesehen werden kann. Das ist Licht. Sage ich zu mir Ich, so rufe ich das Licht in mir auf. Dieses selbe Licht, das den Schmetterling in Farben färbt, das rufe ich in mir auf, wenn ich zu mir Ich sage. Es ist das wirklich außerordentlich interessant, draußen in der Natur zu beobachten, daß man sich sagen kann: Ich sage zu mir Ich; könnte ich dieses Ich ausstrahlen in alle Welt, so wäre es Licht. Ich habe es nur durch meinen Körper eingesperrt, dieses Ich. Könnte ich es ausstrahlen, so könnte ich mit diesem Licht lauter Schmetterlinge erschaffen. - Das Ich des Menschen hat eben die Macht, lauter Schmetterlinge zu schaffen, überhaupt Insekten und so weiter zu schaffen. Sehen Sie, da stellen sich die Menschen vor, daß alles so einfach ist. Aber in älteren Zeiten, wo man solche Sachen gewußt hat, da haben die Menschen auch in dem Sinne gesprochen. Im ganz alten Judentum, da gab es ein Wort: «Jahve», was dasselbe bedeutet wie «Ich». Dieses Wort, in der hebräischen Sprache Jahve, durfte nur der Priester aussprechen, weil der Priester dazu vorbereitet war, sich zu sagen, was das bedeutet. Denn der Priester sah in dem Momente, wo er Jahve aussprach, überall die Bilder von herumfliegenden Schmetterlingen. Und da wußte er: Hat er das Wort Jahve ausgesprochen so, daß er nichts sah, so hat er es nicht mit der inneren richtigen Herzhaftigkeit ausgesprochen. Er stand aber in der richtigen inneren Herzhaftigkeit, wenn er lauter Schmetterlinge sah. Das hat er aber den anderen Leuten nicht beibringen können, denn die wären verrückt geworden darob; darum hat er sich erst vorbereiten müssen. Aber wahr ist es doch.

Ja, meine Herren, aber was ist denn das? Denken Sie sich einmal, hier wäre zwischen diesem Pult und dem Punkt, wo ich stehe, eine große Bettdecke mit lauter Flaumfedern drinnen. Die Flaumfedern wären etwas dünn drinnen, und ich stelle mich da hier an und dränge dahin, gehe so dahin, drücke die Flaumfedern zusammen, ich komme nicht ganz bis zu dem Pult hin, sondern muß in der Mitte stehenbleiben, weil ich sie nicht weiter zusammendrücken kann. Ich erreiche das Pult nicht, aber ich verspüre einen Druck, wenn ich mich da anstemme. So wollen Sie das Ich aussprechen, wollen Sie eigentlich lauter Schmetterlinge erzeugen, weil das Ich Licht ist. Aber Sie können das nicht. Statt dessen spüren Sie den Widerstand, wie ich da den Widerstand spüre, wenn ich dem entgegengehe. Und das sind Ihre Gedanken. Darinnen bestehen Ihre Gedanken, daß man nicht lauter Schmetterlinge erschaffen kann durch das Licht. Das Ich denkt Gedanken. Die Gedanken sind eigentlich nur Bilder von der Schmetterlingswelt.

Sehen Sie, das sieht so aus, daß eigentlich heute noch dasselbe einträte, was im alten Judentum eingetreten wäre, wenn einfach ein jeder, der Jahve ausgesprochen hätte, die ganze Schmetterlingswelt gesehen hätte; dann hätten die Leute gesagt: Nun, der ist selbstverständlich verrückt. - Er wäre es auch gewesen, wenn er nicht reif dazu gewesen wäre, die geistigen Sachen anzuschauen! Aber heute sagen die Leute, wenn einer davon redet, daß das Licht Ich ist, und daß das Licht dasselbe ist, was in anderer Weise, wenn es eingesperrt ist, die Schmetterlinge erschaffen kann, was in uns, weil wir ein dazu geeignetes Gehirn haben, die Gedanken schafft statt der Schmetterlinge - heute sagen die Leute wieder: Der ist verrückt! - Aber das ist die Wahrheit. Das ist eben der Unterschied zwischen einer bloßen Verrücktheit und der Wahrheit. So daß man sagen muß: Schauen wir uns den bunten Schmetterling an in der Luft, dann wirkt auf uns dasselbe, wie wenn wir uns so recht in uns fühlen und Ich sagen. Der Schmetterling kann nicht Ich sagen, nicht einmal das höhere Tier, weil das Ich von außen wirkt. Wenn Sie einen Löwen ansehen in seiner semmelfarbenen Gelbheit, dann ist es die semmelfarbene Gelbheit, die vom Ich des Löwen von außen bewirkt wird. Der Löwe wird selber gedacht von der ganzen Natur, die Färbung kommt dadurch zustande. Weil wir von innen heraus denken, bekommen wir nicht von außen die Färbung, sondern wir bekommen die Hautfärbung von innen, die man sehr schwer in der Malerei nachmachen kann. Aber unser Ich färbt eigentlich mit Hilfe des Blutes unseren ganzen Körper zu dieser wunderbaren Menschenfarbe, die man in der Malerei nur nachmachen kann, wenn man alle Farben in der richtigen Weise miteinander mischen kann, richtig mischen kann. Da schafft fortwährend die Natur an dem Wesen, aber sie schafft auf geistige Art. Sehen Sie, ich habe Ihnen hier gesagt: Es muß der Übergang sein von dem Feuchten, das die Luft in sich hält, zu dem Licht. Da ist die Puppe nun in Luft und Licht. Da ist sie in Wasser und Luft als Raupe, hier in Luft und Licht als Puppe, und dann kommt sie immer weiter von dem Licht, das eingefangen ist, zu dem Astralischen, das in ihr wirkt.“ (Lit.: GA 351, S. 18ff)

Siehe auch

Literatur

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Eine textkritische Ausgabe grundlegender Schriften Rudolf Steiners bietet die Kritische Ausgabe (SKA) (Hrsg. Christian Clement): steinerkritischeausgabe.com
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Hilfreiche Werkzeuge zur Orientierung in Steiners Gesamtwerk sind Christian Karls kostenlos online verfügbares Handbuch zum Werk Rudolf Steiners und Urs Schwendeners Nachschlagewerk Anthroposophie unter weitestgehender Verwendung des Originalwortlautes Rudolf Steiners.