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Akudim

Aus AnthroWiki
(Weitergeleitet von Olam ha-Akudim)
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Akudim (hebr. עֲקוּדִים gestreift, gebunden) oder Olam ha-Akudim (עולם העֲקוּדִים, „die gebündelte Welt“) ist nach dem Kabbalisten Isaak Luria die erste Welt, die aus Adam Kadmon hervortrat, der selbst noch vor der eigentlichen manifesten Schöpfung aus dem göttlichen Licht des Ain Soph geschaffen worden war. Aus seinem Mund gingen die Lichter hervor und bildeten die noch ganz reinen Sephiroth, die darum in einem einzigen Gefäß, nämlich in dem der höchsten Sephira Kether, harmonisch vereinigt werden konnten. So entstand die stabile Welt des Chaos (hebr. עולם התהו Olam ha-Tohu), von der am Beginn der Genesis gesprochen wird. Luria setzt Akudim mit dem ersten Satz der Genesis in Beziehung: „Im Anfang schufen die Elohim den Himmel und die Erde“ (vgl. 1 Mos 1,1 LUT). Die Sephiroth sind hier noch ungeschieden und in diesem Sinn nur potentiell vorhanden. Das eine Gefäß konnte allerdings die Lichter nicht vollständig aufnehmen. Sie kamen dadurch in einen dynamischen Prozess, der als hebr. מטי ולא מטי mati we-lo mati „erreichbar und nicht erreichbar“ bezeichnet wird. Die Lichter aus dem Mund des Adam Kadmon sollten das Gefäß erfüllen, wurden aber teilweise zurückgeworfen und kehrten zu ihrer Quelle, dem Mund des Adam Kadmon, zurück, wurden wieder ausgehaucht, zurückgeworfen usw. in einem nicht enden wollenden Prozess.

In Nekudim (hebr. נְקֻדִּ֖ים gesprenkelt, gepunktet), dem zweiten Entwicklungsstadium, verteilten sich die 10 Sephiroth auf 10 voneinander völlig isloierte, punktartige Gefäße, die aber der Gewalt des Lichtes nicht standhielten. Es kam dadurch zu dem dramatischen Bruch der Gefäße (Schvirat ha-Kelim), der die ganze Schöpfungsordnung durcheinander brachte.

Die Bezeichnung „Akudim“ entstand - in Anlehnung an die verschieden gemusterten Ziegen Jakobs 1 Mos 31,10 EU - aus hebr. עָקֹד aqod „gestreift“, das hier gedeutet wird nach 1 Mos 22,9 EU - wo beschrieben wird, wie Isaak von Abraham geopfert werden soll und vorher gefesselt wird - aus dem praktisch gleichlautenden hebr. עָקַד aqad „gebunden, gefesselt“.