Helena Petrovna Blavatsky

Aus AnthroWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Helena Blavatsky
Helena Petrovna Blavatsky, Gemälde von Hermann Schmiechen, gemalt 1885 in Elberfeld.

Helena Petrovna Blavatsky (* 12. August 1831 in Jekaterinoslaw, Russland (heute Dnipropetrowsk, Ukraine); † 8. Mai 1891 in London), genannt Madame Blavatsky oder gelegentlich kurz HPB, war eine deutsch-russische (später mit amerikanischer Staatsbürgerschaft) Schriftstellerin und Mitbegründerin der Theosophie sowie der Theosophischen Gesellschaft.

Sie wurde als Helena von Hahn geboren. Nach ihrer Heirat war ihr Name eigentlich Jelena Petrowna Blawazkaja (Елена Петровна Блавацкая, in englischer Umschrift: Yelena Petrovna Blavatskaya).

Leben

Blavatskys Kindheit und Jugend verlief typisch für eine Adelige. Als sie elf Jahre alt war starb ihre Mutter.

Mit siebzehn heiratete sie, um mehr Freiheit zu erlangen, Nikifor Blavatsky, Offizier und Vizegouverneur einer Provinz, und verließ ihn einige Monate später wieder, um Reisen in Europa und Afrika zu unternehmen. Die Heirat als solche bedeutete ihr nichts; die Ehe soll nie vollzogen worden sein.

Das persönliche Siegel, das H.P.B. auf ihrem Briefpapier verwendete

Blavatsky will in Kairo bei einem Kopten studiert und Kontakt mit Drusen aus dem Libanon und anderen Mystikern aufgenommen haben. In 1851 traf sie an ihrem zwanzigsten Geburtstag nach eigenen Angaben in London den „Meister Morya“, den sie schon in Visionen in ihrer Kindheit gesehen haben will. Nach Blavatskys Aussage sind Meister Menschen, die auf dem spirituellen Pfad sehr weit fortgeschritten sind. Sie sollen eine Brüderschaft von Individuen bilden, die für das spirituelle, intellektuelle, psychische und ethische Wohl der Menschheit sorgen und die manchmal mit Menschen öffentlich in Kontakt treten, um sie mit ihren Lehren zu inspirieren und zu helfen.

Sie bereiste weiterhin Europa, Afrika, Nord- und Südamerika und Asien. In Kanada soll sie Medizinmänner getroffen haben, und auch auf ihren anderen Reisen soll sie häufig in Kontakt mit Mystikern und Meistern gekommen sein.

1868 reiste sie nach eigenen Angaben nach Tibet, wo sie den „Meister Koot Hoomi“ zum ersten Mal getroffen haben will. In Griechenland will sie den „Meister Hilarion“ getroffen haben. 1871 versuchte sie in Kairo die Société Spirite („Spirituelle Gesellschaft“) zu gründen, was aber misslang.

Ende 1875 gründete sie mit Henry Steel Olcott und William Quan Judge in New York die Theosophische Gesellschaft.

1877 veröffentlichete Blavatsky mit Isis Unveiled ihr erstes größeres Werk. 1879 reiste sie wieder nach Indien. Im selben Jahr erschien mit The Theosophist ihre erste theosophische Zeitschrift.

1880 bekannten sich Helena Blavatsky und Henry Steel Olcott in Sri Lanka zum Buddhismus. 1882 wurde der Hauptsitz der Theosophischen Gesellschaft nach Adyar, nahe Madras, verlegt.

1884 wurde Blavatsky in einem umstrittenen Fall von dem Ehepaar Coulomb, Missionaren und von Richard Hodgson, Mitglied der Society for Psychical Research (SPR), der Fälschung von Briefen bezichtigt. 1885 kam Hodgson in einem Bericht zu dem Schluss, Blavatsky habe tatsächlich Briefe gefälscht, was gleichzeitig bedeutet hätte, sie habe paranormale Phänomene vorgespiegelt. 1986 veröffentlichte die SPR eine Studie von Vernon Harrison, die den Hodgson Report als zweifelhaft bezeichnete.

Blavatsky verließ Indien 1885 mit gesundheitlichen Problemen endgültig. 1887 erschien die erste Ausgabe ihrer Zeitschrift Lucifer. 1888 veröffentlichte Blavatsky ihr wichtigstes Werk, The Secret Doctrine, das die Grundlagen der Theosophie erläutert. Ebenfalls 1888 gründete sie die esoterische Sektion der Theosophischen Gesellschaft. 1889 veröffentlichte sie Die Stimme der Stille, das sie in Fontainebleau, nahe Paris, geschrieben hatte. Der bedeutende Zen-Gelehrte Daisetz Teitaro Suzuki bezeichnete die in diesem Buch vermittelt Philosophie als echten Mahāyāna-Buddhismus und mutmaßte, Blavatsky müsse in diese Richtung des Buddhismus eingeweiht worden sein.

Blavatskys letzte Worte über ihr Werk sollen gewesen sein: „Keep the line unbroken! Laßt meine letzte Inkarnation nicht vergebens sein.“

Werke

Biographien

  • Sylvia Cranston: HPB: The Extraordinary Life and Influence of Helena Blavatsky
  • Daniel H. Caldwell: The Esoteric World of Madame Blavatsky Dieses Buch enthält eine Sammlung von Beschreibungen über Blavatsky verfasst von über siebzig Zeitgenossen Blavatsky's.
  • Charles Ryan: H.P. Blavatsky and the Theosophical Movement [1]
  • Marion Meade: Madame Blavatsky
  • Katherine Tingley: Helena Petrowna Blavatsky - Ein Genius verändert die Welt. Hannover, 1992

Zitate

Ich bin ein alter buddhistischer Pilger, der in der Welt umherreist, um die Wahrheit, die die einzige wahre Religion ist, zu lehren.

Weblinks

Werke online

Englischsprachige Weblinks

Dieser Artikel basiert (teilweise) auf dem Artikel Helena Petrovna Blavatsky aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU Lizenz für freie Dokumentation und der Creative Commons Attribution/Share Alike. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.