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Anthroposophia
Durch Rudolf Steiner anläßlich der Weihnachtstagung benannte eigenständige Wesenheit, die das Substrat und den Inspirationsquell der Anthroposophie bildet.
„Durch das Christentum soll der Mensch gerade dazu kommen, Ergebnisse der Erdenentwicklung, die durch ihn entstehen, auch in die übersinnlichen Welten hineinzutragen. Das, was der Mensch auf der Erde selber ausbildet, das wird er durch den Gedanken an den auferstandenen Christus, an ein lebendes Wesen, das durch den Tod gegangen ist und doch lebt, fähig, in die geistigen Welten hineinzutragen.
Daher haben auch diejenigen Menschen, die nicht möchten, daß ihre sozialen Taten durch den Tod getragen werden, heute einen solchen Horror davor, den auferstandenen Christus anzuerkennen. Es hängt eben durchaus die sinnlich-physische Welt mit der übersinnlichen Welt zusammen, und man versteht die eine nicht, wenn man sie nicht im Zusammenhang mit der anderen versteht. Wir müssen wiederum dazu kommen, das, was auf der Erde vorgeht, dadurch zu verstehen, daß wir die geistigen Ereignisse des Weltenalls verstehen. Wir müssen lernen, nicht abstrakt zu reden von Geist und Materie, sondern wir müssen lernen, hinzuschauen auf den Menschen, wie er einmal im Atmungsprozeß einen Zusammenhang erfühlte mit dem Göttlich-Geistig-Seelischen der Welt, und müssen dadurch dazu kommen, selber wiederum das Geistig-Seelische der Welt nun auf die Art zu erleben, wie wir es eben in unserer Zeit erleben können. Auf eine andere Weise kann auch keine Gesundung der sozialen Zustände der Erde erfolgen. Man wird nach sozialer Verbesserung schreien, wird aber nichts erreichen, sondern im Gegenteil: Es wird alles immer mehr dem Niedergange zugehen, wenn nicht diese Durchchristetheit unter den Menschen Platz greift, die aber auf das Reale gehen muß, nicht auf das bloße Aussprechen von inhaltlosen Worten, an denen man sich berauscht.
Am Atem durften sich die Alten berauschen. An Worten dürfen sich die Neueren nicht berauschen. Worte dürfen für sie kein Berauschendes sein, sondern ein im Sinne der Sophia gehaltenes, den Menschen weisheitsvoll Durchdringendes.
Das sind die Dinge, durch die Anthroposophie auch auf das hinweist, was in sozialer Beziehung heute wichtig ist. Und sie möchte schon in ihrem Namen etwas davon ausdrücken, diese Anthroposophie, Anthroposophia, die ja auch eine Weisheit ist. Während der Griechenzeit war der Mensch etwas Selbstverständliches. Sophia war schon eine Menschen-Weisheit, weil der Mensch noch lichtweisheitsvoll war. Heute, wenn man sagt: Sophia, da denken die Menschen bloß an das Gespenst der Sophia, an die Wissenschaft. Man muß deshalb schon appellieren an den Menschen, den man heranruft, an den Anthropos: Anthroposophia. Man muß aufmerksam machen, daß das etwas ist, was aus dem Menschen heraus kommt, was aus dem Menschen heraus leuchtet, was aus den besten Kräften des Menschen heraus blüht. Darauf muß man schon hinweisen. Aber dadurch wird auch Anthroposophie etwas, was das menschliche Erdendasein belebt. Denn sie ist etwas, was nur in einer geistigeren, aber nicht minder konkreten Weise vom Menschen erlebt wird, als die alte Sophia erlebt wurde, und was zu gleicher Zeit eben mitbewirken soll dasjenige, was dann im ganzen Menschen war, der Inhalt des Glaubens, Pistis. Es ist Anthroposophie durchaus nicht etwa ein Glaubensinhalt, sondern ein wirklicher Wissensinhalt, aber ein solcher, der den Menschen eine Kraft gibt, wie sie in älteren Zeiten nur der Glaube enthalten hat.“ (Lit.: GA 211, S. 76f)
Literatur
- Rudolf Steiner: Das Sonnenmysterium und das Mysterium von Tod und Auferstehung, GA 211 (1986), ISBN 3-7274-2110-X pdf pdf(2) html mobi epub archive.org English: rsarchive.org
- Rudolf Steiner: Das Sonnenmysterium und das Mysterium von Tod und Auferstehung, GA 211 (2024), ISBN 978-3-7274-2111-2
- Rudolf Steiner: Die Weihnachtstagung zur Begründung der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft 1923/1924, GA 260, Dornach 1994, S. 69
- Sergej O. Prokofieff: Die Anthroposophische Gesellschaft und das Wesen Anthroposophia, Vlg. am Goetheanum, Dornach 1999
- Rudolf Grosse: Das Wesen Anthroposophie. Wege zum Ursprungsquell der Menschheitsführung, Band 2, Philosophisch-Anthroposophischer Vlg. am Goetheanum, Dornach 1982
Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz Email: verlag@steinerverlag.com URL: www.steinerverlag.com.
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