Berg der Seligpreisungen

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Der Berg der Seligpreisungen, gesehen von Kafarnaum.

Auf dem Berg der Seligpreisungen, der sich am Nordrand des Sees Genezareth im Norden Israels erhebt, hielt nach christlicher Überliefereung der Christus die Bergpredigt. Entgegen der verbreiteten Meinung war diese intime Unterweisung nicht an das Volk, sondern nur an seinen Jüngerkreis gerichtet. Dass diese Belehrung «auf dem Berg» gegeben wurde, deutet an, dass dabei aus der Bewusstseinsstufe der Inspiration gesprochen wurde (Lit.: GA 139, S. 151, GA 93a, S. 63).

„«Auf den Berg gehen» bedeutet: Ins tiefste Mysterium gehen und Worte lehren, welche die Jünger dann wieder zum Volke sprechen. Man liest eben die Worte der Bibel nicht in ordentlicher Weise, sondern liest geradezu über die Worte hinweg.

Vers 1 heißt in richtiger Weise übersetzt: «Da er aber das Volk sah, ging er hinweg auf einen Berg und setzte sich, und seine Jünger traten zu ihm.» Jesus ging also gerade hinweg vom Volk und redete nur zu seinen Jüngern. Jesus Christus mußte stets die doppelte Sprache führen. Er redete in Gleichnissen, wenn er populär zum Volke sprach. Den Jüngern aber legte er den okkulten Sinn der Worte aus, wenn er mit ihnen «auf dem Berge» war.“ (Lit.:GA 97, S. 94)

„Nun könnte jemand auf den Schluß von Kapitel 7, 28 und 29 verweisen: «Und es begab sich, da Jesus diese Rede vollendet hatte, entsetzte sich das Volk über seine Lehre, denn er predigte gewaltig und nicht wie die Schriftgelehrten.» Man könnte also meinen, daß Jesus doch wirklich zu dem Volke gesprochen hätte. Allein diese Verse stehen in gar keinem Zusammenhang mit der Bergpredigt, diese kontrastiert sogar mit dem, was unterdessen im Volk Aufruhr verursacht hatte. Das Volk entsetzte sich über eine Rede Jesu, aber über eine ganz andere als die Bergpredigt - und darüber entstand im Volke Tumult und Aufruhr. Man muß nur allen Vorgängen in der Bibel genau nachgehen und die Worte richtig zu lesen wissen, so geht einem für vieles, über das man bisher einfach weggelesen hat, ein neues Verständnis auf.“ (S. 97f)

Siehe auch

Literatur

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