Blindheit

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Domenico Beccafumi: Die heilige Lucia von Syrakus, Schutzpatronin der Blinden

Blindheit besteht in einem fehlenden oder nur mehr sehr gering vorhandenen Sehvermögen auf einem oder beiden Augen. Sie kann angeboren oder erworben sein und kann vielfältige organische, aber auch seelische Ursachen haben - in letzteren Fall spricht man von psychischer, psychogener oder seelisch bedingter Blindheit.

Für den Umgang mit Blinden rät Rudolf Steiner in einem Brief an Willy Schlüter (12. Juli 1915):

„Mit Blinden muß man in der Unterredung jede Anspielung auf Erlebnisse, die nur dem Sehenden zugänglich sind, vermeiden. Dies ist aus dem Grunde schwierig, weil es bei dem Vermeiden gerade auf die feineren Nuancen in der Wortprägung ankommt. Man muß ganz auf einem Boden bleiben, der auf sich die Wahrnehmefähigkeit und -Welt des Blinden trägt. Nun muß man dies aber so zustande bringen, daß man in sich nicht selbst immer mit dem Gedanken arbeitet, dies oder jenes mußt du vermeiden, denn dabei taucht der Gedanke an die Blindheit des Blinden auf, und das eben soll ja nicht sein. Man muß daher im Verkehr mit Blinden eine besondere Art, sich auszusprechen, haben, auf die man sich ganz wie von selbst - wie auf eine Gewohnheit - im Verkehr mit dem Blinden einstellt. In bezug auf alles dieses ist kein beträchtlicher Unterschied zwischen Blind-Geborenen und Blind-Gewordenen. Die letzteren verstehen einen ja, auch wenn man Sehvorstellungen zugrunde legt; allein es wirkt auf sie eben ungemein seelisch-heilsam, wenn man es unterläßt. Nur darf man dabei auch nicht den Gedanken eines Sich-über-den-Blinden-Stellens haben.“ (Lit.:GA 39, S. 462f)

Siehe auch

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Briefe Band II: 1890 – 1925, GA 39 (1987), ISBN 3-7274-0390-X pdf pdf(2) html mobi epub archive.org English: rsarchive.org
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Eine textkritische Ausgabe grundlegender Schriften Rudolf Steiners bietet die Kritische Ausgabe (SKA) (Hrsg. Christian Clement): steinerkritischeausgabe.com
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Hilfreiche Werkzeuge zur Orientierung in Steiners Gesamtwerk sind Christian Karls kostenlos online verfügbares Handbuch zum Werk Rudolf Steiners und
Urs Schwendeners Nachschlagewerk Anthroposophie unter weitestgehender Verwendung des Originalwortlautes Rudolf Steiners.
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