Dangma

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Die ersten 4 planetarischen Weltentwicklungsstufen, zwischen denen jeweils ein Pralaya liegt, das nur dem Dangma zugänglich ist: Alter Saturn - Alte Sonne - Alter Mond - Erde; Wandtafelzeichnung aus GA 354, S 17.

Dangma (tibet. reine Seele) ist die Bezeichnung für einen höchstentwickelten Hellseher, dessen geistiger Blick noch über das Devachan hinausreicht und dem dadurch noch zugänglich ist, was geschieht, wenn sich die Weltentwicklung aus der äußeren Erscheinung in den Ruhezustand des Pralayas zurückzieht.

"Einen solchen Schlummerzustand aller menschlichen Wesen bezeichnen wir in der Theosophie als ein «Pralaya». Dagegen nennt man den Zustand, in dem alles zum Leben erwacht, nach und nach herauskommt und von Anfängen bis zur Vervollkommnung, bis zu einem Höhepunkt fortschreitet, ein «Manvantara». Wenn der Zustand der Vollkommenheit eingetreten ist, dann folgt neuerdings wieder ein Pralaya, ein Schlafzustand, und auf diesen folgt wiederum ein Zustand des Wachens und Wachsens. So geht der Planet siebenmal durch diese Folge von Zuständen hindurch, siebenmal wieder erwachend zu einem neuen Rundenleben. Die Zeit zwischen einem Manvantara und dem anderen verfließt also in einem solchen Zustand, in dem alles, was lebt und webt auf unserer Erde, gleichsam schläft. Aber es ist das kein Schlaf, der sich vergleichen läßt mit dem gewöhnlichen menschlichen Schlaf. Beim gewöhnlichen menschlichen Schlaf ist nur die Verstandestätigkeit und die Sinnestätigkeit des Menschen unterbrochen, aber Sie sehen sein physisches Leben. Den Schlafzustand der Erde müssen Sie sich ganz anders vorstellen. Es ist so, daß von keinem Wesen auf unserer Erde irgend etwas während dieses Schlafzustandes zu sehen ist. Nur für das geöffnete Auge des höchstentwickelten Sehers, des sogenannten Dangma, wäre dieser Zustand der Erde wahrnehmbar. Unbeschreibbar mit unseren Worten ist dieser Zustand, denn unsere Worte sind nicht geprägt für diese Art des Seins. Ich finde in keiner Sprache Worte für diesen Zustand. Daher sagt der entwickelte Seher, um eine Vorstellung von diesem Zustande hervorzurufen, etwas ganz anderes. Er sagt: Stellt euch eine Pflanze vor. Diese Pflanze seht ihr. Nun stellt euch von dieser Pflanze eine Art Gipsabdruck vor, aber so, daß alles, was die Pflanze ist, hohl ist, leerer Raum, und ringsherum die Gipsmasse. Nehmen Sie nun an, alles dasjenige, was Gips ist, wäre geistig und nur für bestimmte Sinneswahrnehmungen bemerkbar. Derjenige welcher die Pflanze sehen kann, kann dann nicht zugleich den Gipsabdruck sehen, also das Negativ der Pflanze. So etwa würde sich dasjenige verhalten, was der entwickelte Seher von der Erde im Pralayaschlafe wahrzunehmen vermag. Die Erde ist nicht da. Sie ist die Aushöhlung, die Hohlform, sie ist wie in einem nach allen Seiten verschwimmenden, allmählich aufhörenden, großen, gewaltigen Meer höchster geistiger Wesenheiten, aus dem gleichsam herausfließt das Dasein der Erde selbst." (Lit.: GA 089, S. 108f)

Literatur

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