Erdspiegel

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Der Erdspiegel oder Erdenreflektor ist aus okkulter Sicht die siebente Schicht des Erdinneren. Auf dem christlichen Einweihungsweg kann man bis zur Erkenntnis dieser siebenten Erdschicht vordringen. Sie spiegelt alles wider, was auf der äußersten Schicht geschieht, wendet es aber ins Gegenteil. Alles, was oben passiv erscheint, wird dort ins Aktive umgewendet. Diese siebente Schicht des Erdinneren birgt in sich alle Naturkräfte, ins Geistige umgesetzt, aber so, dass man sich zunächst die ganze Natur unmoralisch, antimoralisch vorstellen muss. Erst durch die geistige Entwicklung der Menschheit kann diese Schicht in etwas Moralisches verwandelt werden.

"Dieser Kreis ist der Spiegel der Erde. Ähnlich einem Prisma zerlegt er jedes Ding, das sich darin spiegelt, und läßt das Gegenbild dazu erscheinen. Sieht man durch einen Smaragd, erscheint er rot." (Lit.: GA 94, S. 109)

"Die siebente Erdschicht wird dann in der siebenten Einweihungsstufe erreicht. Wie das Auge auf gewisse Einwirkungen Gegenwirkungen in sich hervorbringt, so ist es auch in der siebenten Schicht. Ihre Substanz verwandelt alle Eigenschaften in ihr Gegenteil, indem sie sie umkehrt. Deshalb heißt diese Schicht «der Erdenreflektor»." (Lit.: GA 94, S. 181)

"Die siebente Schicht wird der Erdspiegel, auch Erdrefraktor oder -reflektor genannt, und zwar aus einem ganz besonderen Grund. Nun kommt etwas, was sich vielleicht am allerschwersten vorstellen läßt. Wer nicht bekannt ist mit dem, was man die sogenannten sieben unaussprechlichen Geheimnisse des Okkultismus nennt, dem wird es grotesk erscheinen, was diese siebente Schicht des Erdinneren enthält. Sie birgt in sich alle Naturkräfte, ins Geistige umgesetzt. Ich möchte mich so verständlich machen: Denken Sie sich Magnetismus, Elektrizität, Wärme, Licht oder irgendeine Naturkraft, aber diese ins Geistige übertragen. Ein Magnet zieht beispielsweise Eisen an. Das ist eine unorganische Wirkung. Denken Sie sich diese ins Geistige umgesetzt so, als ob der Magnet aus einer inneren Seelensympathie das Eisen anziehen würde, und denken Sie sich die elektrische Leitung ins Geistig-Moralische umgewandelt so, als ob unsere Naturkräfte nicht mechanische, gleichgültige Kräfte wären, sondern moralische Wirkungen hätten. Die Kräfte der Erwärmung, der Abstoßung, der Anziehung stellen Sie sich als seelisch-moralisch vor, denken Sie sich dieselben so, als ob sie den Menschen eine Wohltat erweisen wollten und dabei eine seelische Empfindung hätten. So stellen Sie sich Se ganze Natur zunächst moralisch vor.

Aber nun denken Sie sich die ganze Natur unmoralisch. Also alles, was Sie als moralisch in der Menschennatur vorstellen können, denken Sie sich ins Gegenteil verkehrt. Dann haben Sie dasjenige, was in diesem Erdspiegel erscheint. Also, es gibt dort zum Beispiel nichts von dem, was man hier auf der Erde als das Gute bezeichnet, sondern im Gegenteil, alle diejenigen Wirkungen sind dort am stärksten, die das Gegenteil dessen sind, was die Menschen als gut bezeichnen. Solche Eigenschaften haben die materiellen Bestandteile dieser Schicht unserer Erde. Sie hatte davon ursprünglich noch viel mehr, aber sie werden im Laufe der Entwickelung der Moral immer besser, so daß die moralische Entwickelung unserer Erde eine völlige Umsetzung der Kräfte in diesem Erdspiegel vom Unmoralischen ins Moralische bedeutet. Der moralische Prozeß in der menschlichen Gesellschaft hat nicht nur Bedeutung für diese Gesellschaft selbst, sondern auch für den ganzen Planeten. Sie kommt dadurch zum Ausdruck, daß sich die Kräfte dieser Schicht in moralische Naturkräfte verwandeln. Wenn unser Menschengeschlecht so weit sein wird, daß es die höchste Moral erzeugt haben wird, dann wird alles Antimoralische in diesem Erdspiegel überwunden und in Moralisches verwandelt sein. Das ist der Sinn dieser siebenten Schicht." (Lit.: GA 96, S. 36f)

"Die siebente Schicht heißt der Erdenspiegel, eben darum, weil sich in dieser Region alle Dinge widerspiegeln, die sich auf der äußersten Schicht ereignen. Nur muß man sich den Verlauf ein wenig anders vorstellen. Alles, was hier passiv ist, ist dort aktiv, und umgekehrt. Schlüge man demnach hier auf ein Metall, so daß es tönte, so gäbe das Metall dort unten von selbst einen Ton von sich." (Lit.: GA 97, S. 281)

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Kosmogonie, GA 94 (2001), ISBN 3-7274-0940-1 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  2. Rudolf Steiner: Vor dem Tore der Theosophie, GA 95 (1990), ISBN 3-7274-0952-5 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  3. Rudolf Steiner: Ursprungsimpulse der Geisteswissenschaft, GA 96 (1989), ISBN 3-7274-0961-4 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  4. Rudolf Steiner: Das christliche Mysterium, GA 97 (1998), ISBN 3-7274-0970-3 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  5. Rudolf Steiner: Geisteswissenschaftliche Menschenkunde, GA 107 (1988), ISBN 3-7274-1070-1 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
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