Gehinnom

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Das Tal von Ge-Hinnom, Israel, 2007

Die hebräische Bezeichnung Ge-Hinnom, seltener auch Ge-Ben-Hinnom (גֵי־הִנֹם beziehungsweise גֵי־בֶּן־הִנֹם) ist ein Ortsname im biblischen Juda, der in der griechischen Übersetzung des Alten Testaments (Septuaginta) in der gräzisierten Form Gehenna wiedergegeben wurde. Der hebräische Begriff bedeutet wörtlich „Schlucht (Ge) von Hinnom“ oder „Schlucht des Sohnes (Ben) von Hinnom“.

Zu biblischen Zeiten befand sich die Schlucht im Grenzgebiet zwischen den Stämmen Juda und Benjamin, zwischen dem Refaim-Tal und En-Rogel. Erstmals erwähnt wird Gehinnom im Buch Josua als tiefe, schmale Schlucht am Fuße der Mauern Jerusalems. (Jos 15,8 EU) Die Schlucht liegt im Süden der Jerusalemer Altstadt, reicht vom Fuß des Berges Zion in östlicher Richtung bis zum Kidrontal und kann bis heute besichtigt werden. Zur Königszeit wurden in Gehinnom sowie in Tofet dem Moloch Kinderopfer dargebracht. Der Prophet Jeremias verurteilte mehrmals diesen Kult und sagte voraus, dass aus diesem Grund Tofet und Gehinnom „Mordtal“ genannt würden. (Jer 19,6 EU)

Metaphorisch bezeichnet Gehinnom einen Ort der Bestrafung für Gottlose nach dem Tod bzw. den Eingang in die Unterwelt, in die Hölle. In dieser Bedeutung wird der Begriff auch im Neuen Testament in der gräzisierten Form Gehenna verwendet. Die arabische Entsprechung im Koran ist Dschahannam.

Im anthroposophischen Kontext bedeutet Gehenna denn auch das Läuterungsfeuer der Seele nach dem Tode, welches auch als Kamaloka (indisch) bezeichnet wird.

Literatur

  • Encyclopedia Judaica, Band 7, S. 357.
  • Klaus Bieberstein: Die Pforte der Gehenna. Die Entstehung der eschatologischen Erinnerungslandschaft Jerusalems. In: Bernd Janowski u.a. (Hrsg.): Das biblische Weltbild und seine altorientalischen Kontexte (Forschungen zum Alten Testament; 32). Mohr Siebeck, Tübingen 2001, ISBN 3-16-147540-2, S. 503-539.
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