Geist der Schwere

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Der Geist der Schwere gehört dem Reich der Urengel (Archai) an und bildet die geistige Ursache der Schwerkraft. Seine wesentliche Aufgabe besteht darin, unser Ich und unseren Astralleib beim Erwachen wieder in den physischen Leib zurückzuführen. Unrechte Geister der Schwere erregen Missstimmungen, die sich bis zur Hypochondrie steigern können.

"Wer von uns kennt nicht Verstimmungen, Mißstimmungen. Wir alle sind ihnen wohl schon unterworfen gewesen. Der Esoteriker muß nun aber versuchen, mit seinem gewöhnlichen Ich dagegen anzukämpfen. Denn läßt er die Mißstimmungen über sich Herr werden, so tritt etwas ganz Bestimmtes bei ihm ein. Er verfällt dem unrichtigen Geiste der Schwere. Es gibt wirklich einen solchen Geist oder Geister der Schwere. Der Geist der Schwere an sich gehört zu den Urkräften (Geistern der Persönlichkeit), und er ist derjenige, der uns morgens beim Erwachen zurückbringt in unseren physischen Körper. Das fällt in seinen Wirkungsbereich, und das ist gut und richtig für uns. Nun gibt es aber unter diesen Geistern solche, die ihr Wirkungsfeld überschreiten und im Bereiche der Geister der Form wirken wollen. Diese sind es, die sich dann des Ätherleibes des Esoterikers bemächtigen, wenn er sich Mißstimmungen hingibt, und ihn so bearbeiten, daß der Mensch ganz der Hypochondrie verfällt. Im Physischen drückt sich das dann in Erkrankungen des Verdauungstraktes aus [...]

Wir brauchen keine Angst zu haben, wenn wir den Geist der Schwere in der Weise fühlen, daß wir des Morgens beim Erwachen wie zerschlagen sind und unsere Glieder so schwer fühlen, daß wir sie kaum rühren können. Das ist ein vorübergehendes Stadium und ein Zeichen dafür, daß wir das unrichtige Stadium der Hypochondrie übersprungen haben. Und wer zu gewissen Zeiten das Gefühl hat, daß er sich schwer mit seinen Füßen an der Erde halten kann, daß er schweben müsse, der braucht sich auch nicht zu beunruhigen, denn er hat das Stadium der Schwärmerei übersprungen, und die Erscheinung ist nur eine reguläre in der Entwicklung. Des Menschen Seele wird durch den Geist der Schwere und den Geist des Lichtes im Gleichgewicht gehalten, und der Esoteriker soll immer bemüht sein, dieses Gleichgewicht nicht zu stören." (Lit.: GA 266b, S. 49ff)

Auch Ahriman wirkt als Geist der Schwere und hat zugleich Gewalt über den Tonäther und den Lebensäther. Durch seinen Einfluss wird der physische Leib des Menschen stärker ins Physische hineingetrieben und dadurch zur männlichen Gestalt geformt. Die weibliche Gestalt wird durch Luzifer gebildet, der auch Einfluss auf den Lichtäther und den Wärmeäther hat, die beide der Leichte verwandt sind.

"Über den Ton- und Lebensäther hat besonders Ahriman seine Gewalt. Ahriman ist zugleich der Geist der Schwere. Ahriman hat das Bestreben, Luzifer entgegenzuwirken. Dadurch wird in einer gewissen Weise wesentlich das Gleichgewicht bewirkt, daß von den weise wirkenden, fortschreitenden Göttern der luziferischen Gewalt, die den Menschen hinausheben will über das Irdische, entgegengestellt wird die ahrimanische Gewalt. Ahriman will nun den Menschen eigentlich herunterziehen ins Physische. Er will ihn mehr physisch machen, als er sonst würde als Mittelmensch. Dazu ist Ahriman dadurch vorbereitet, daß er besonders Gewalt hat über den Ton- und Lebensäther. Und in Ton- und Lebensäther wirkt er und webt er, der Ahriman. Und dadurch wird nun die menschliche physische Gestalt, indem sie aus dem Äther herausgeht ins Physische hinein, in einer andern Weise physisch, als sie geworden wäre durch die bloß fortschreitenden Götter, zur männlichen Gestalt. Die männliche Gestalt wäre ohne den Einfluß Ahrimans gar nicht denkbar, gar nicht möglich. So daß man sagen kann: Die weibliche Gestalt ist herausgewoben durch Luzifer aus dem Wärme- und Lichtäther, indem Luzifer dieser Gestalt ätherisch ein gewisses Streben nach oben einflößt. Die männliche Gestalt wird von Ahriman so geformt, daß ihr ein gewisses Streben zur Erde hin eingepflanzt wird." (Lit.: GA 272, S. 182f)

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Aus den Inhalten der esoterischen Stunden, Band II: 1910 – 1912, GA 266/2 (1996), ISBN 3-7274-2662-4 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  2. Rudolf Steiner: Geisteswissenschaftliche Erläuterungen zu Goethes «Faust», Band I: Faust, der strebende Mensch , GA 272 (1981), ISBN 3-7274-2720-5 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
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