Ikarus

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Dädalus und Ikarus, Relief in der Villa Albani (Rom)
Statue des Ikarus, römisch, Joanneum Graz

Ikarus oder Ikaros (altgriech. Ἴκαρος, latinisiert Icarus) ist in der griechischen Mythologie der Sohn des Daidalos.

Mythos

Ikarus und Dädalus wurden - als Strafe, weil Dädalus dem Theseus hilfreiche Hinweise zur Verwendung des Ariadnefadens gegeben hatte - von König Minos im Labyrinth des Minotauros auf Kreta gefangen gehalten. Da Minos die Seefahrt und das Land kontrollierte, erfand Dädalus Flügel für sich und seinen Sohn. Dazu befestigte er Federn mit Wachs an einem Gestänge. Vor dem Start schärfte er Ikarus ein, nicht zu hoch und nicht zu tief zu fliegen, da sonst die Hitze der Sonne beziehungsweise die Feuchte des Meeres zum Absturz führen würde. Zuerst ging alles gut, aber nachdem sie Samos und Delos zur Linken und Lebinthos zur Rechten passiert hatten, wurde Ikarus übermütig und stieg so hoch hinauf, dass die Sonne das Wachs seiner Flügel schmolz, die Federn lösten sich und er stürzte ins Meer. Der verzweifelte Dädalus benannte die Insel, auf der er seinen Sohn beigesetzt hatte, zur Erinnerung an sein Kind Ikaria.

Der Ikarus-Mythos wird im Allgemeinen so gedeutet, dass der Absturz und Tod des Übermütigen die Strafe der Götter für seinen unverschämten Griff nach der Sonne ist. Nach Ovid ließen die Götter Ikarus aus Rache sterben, weil Dädalus seinen Neffen und Schüler Perdix aus Neid auf sein Können ermordet hatte.[1]

Der geistige Hintergrund

Der geistige Hintergrund der Sage hängt mit der Einweihung zusammen. In der Mithras-Einweihung etwa bezeichnete man den sechsten Einweihungsgrad als

"Sonnenheld oder Sonnenläufer, weil sein Lauf ebenso harmonisch, ebenso rhythmisch geworden ist wie der Lauf der Sonne. Die Sonne repräsentierte die rhythmische, lebendige Bewegung des Planetensystems. Die Ikarus-Legende bezieht sich auf die Einweihung. Ikarus hat zu früh, ohne genügende Vorbereitung, versucht, die Sonne zu erreichen und ist abgestürzt." (Lit.: GA 092, S. 46)

Rezeption

Die Gestalt des Ikarus ist in der europäischen Kultur immer wieder Anreger und Gegenstand künstlerischer, wissenschaftlicher und technischer Schöpfungen geworden. So zum Beispiel in der Malerei im Bild Landschaft mit dem Sturz des Ikarus von Pieter Bruegel dem Älteren. In der jüngeren deutschen Malerei des Phantastischen Realismus hat der Maler Werner Holz in mehren Gemälden den "übermütigen"und törichten heutigen Menschen als Ikarus dargestellt.

In der DDR nutzten kritische Maler wie Wolfgang Mattheuer das Motiv des Ikarus, um das Ende des Traums vom sozialistischen Heldentum zu thematisieren [2].

Siehe auch

Literatur

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Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz
Email: verlag@steinerverlag.com URL: www.steinerverlag.com. Freie Werkausgaben gibt es auf fvn-rs.net, archive.org und im Rudolf Steiner Online Archiv.
Eine textkritische Ausgabe grundlegender Schriften Rudolf Steiners bietet die Kritische Ausgabe (SKA) (Hrsg. Christian Clement): steinerkritischeausgabe.com
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Hilfreiche Werkzeuge zur Orientierung in Steiners Gesamtwerk sind Christian Karls kostenlos online verfügbares Handbuch zum Werk Rudolf Steiners und
Urs Schwendeners Nachschlagewerk Anthroposophie unter weitestgehender Verwendung des Originalwortlautes Rudolf Steiners.
Ausführliche bibliografische Informationen mit Volltextsuche in allen derzeit verfügbaren Online-Ausgaben bietet die Steinerdatenbank.de.

Weblinks

Commons-logo.png Commons: Icarus - Weitere Bilder oder Audiodateien zum Thema

Einzelnachweise

  1. Ovid: Metamorphosen 183-235. deutsch und latein
  2. http://www.mdr.de/artour/themen158.html


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