Irland

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Übersichtskarte von Irland

Irland (altirisch Ériu; irisch Éire; abgeleitet vermutlich von dem urkeltischen Wort *Φīwerjon- „üppiges Land“; eng. Ireland; lat. Hibernia, in älterer Form auch Ivernia als Latinisierung des von dem antiken Geographen Claudius Ptolemäus geprägten griech. Namens Ierne) ist eine im Atlantik gelegene Insel. Mit einer Länge von etwa 450 km und einer Breite von rund 260 km ist sie mit einer Gesamtfläche von etwa 84.421 km² die drittgrößte Insel Europas. Die zentralen Ebenen werden von an der Küste gelegenen Bergen umgeben. Mit etwa 370 km Länge ist der Shannon der längste Fluss Irlands und teilt die Insel in zwei ungleiche Hälften. Der höchste Berg ist mit ca. 1.039 m Höhe der im Südwesten gelegene Carrantuohill.

Zug der Ursemiten am Ende der atlantischen Zeit

„Gegen das Ende der atlantischen Zeit hin stellt es sich heraus, daß die äußeren und inneren Verhältnisse für den Menschen am günstigsten waren auf einem bestimmten Gebietsteile unserer Erdoberfläche, der sich in der Nähe des heutigen Irlands befand. Heute ist das betreffende Landgebiet mit Wasser bedeckt. Damals waren dort ganz besonders günstige Verhältnisse; und dort bildete sich innerhalb der atlantischen Völker das begabteste Volk aus, das am meisten Veranlagung dazu hatte, zum freien menschlichen Selbstbewußtsein aufzusteigen. Und der Führer dieses Volkes, das man gewohnt worden ist in der theosophischen Literatur die «Ursemiten» zu nennen, war ein großer Eingeweihter, der, wenn man trivial sprechen darf, sich die fortgeschrittensten Individuen dieses Volksteiles aussuchte und mit ihnen nach dem Osten zog, durch Europa bis nach Asien hinüber in die Gegend des heutigen Tibet. Dahin zog ein verhältnismäßig kleiner, aber namentlich geistig, spirituell sehr weit fortgeschrittener Bruchteil der atlantischen Bevölkerung.“ (Lit.:GA 103, S. 139f)

Hybernische Mysterien

Hauptartikel: Hybernische Mysterien

Die Hybernische Mysterien, die Mysterien Irlands (Hybernia), haben lange Zeit bestanden. Nachklänge der alten atlantischen Initiation wirkten hier noch lange nach und verbanden sich später mit dem Christentum, nachdem man im inneren geistigen Schauen das Mysterium von Golgatha zeitgleich zu den Ereignissen in Palästina miterlebt hatte.

„Die Mysterien von Hybernia, die irischen Mysterien, haben ja lange Zeit bestanden. Sie haben bestanden noch zur Zeit der Begründung des Christentums, und sie sind diejenigen, welche von einer gewissen Seite her die alten Weisheitslehren der atlantischen Bevölkerung am treuesten bewahrt haben. Nun möchte ich Ihnen ein Bild geben zunächst über die Erlebnisse, die jemand hatte, der in die irischen Mysterien in der nachatlantischen Zeit eingeweiht worden ist. Derjenige, der diese Weihe, diese Initiation empfangen sollte, mußte dazumal in einer strengen Art vorbereitet werden, wie überhaupt die Vorbereitungen in die Mysterien in alten Zeiten von einer außerordentlichen Strenge waren. Der Mensch mußte eigentlich innerlich in seiner Seelenverfassung, in seiner ganzen menschheitlichen Verfassung umgestaltet werden. Dann handelte es sich darum, daß bei den Mysterien von Hybernia der Mensch zunächst so vorbereitet wurde, daß er aufmerksam wurde, in starken inneren Erlebnissen aufmerksam wurde auf dasjenige, was trügerisch ist in dem den Menschen umgebenden Sein, in allen den Dingen, die den Menschen so umgeben, daß er ihnen zunächst der Sinneswahrnehmung nach das Sein zuschreibt. Und der Mensch wurde ferner aufmerksam gemacht auf all die Schwierigkeiten und Hemmnisse, die sich ihm gegenüberstellen, wenn er nach der Wahrheit, nach der wirklichen Wahrheit strebt. Der Mensch wurde aufmerksam gemacht, daß im Grunde genommen alles, was uns in der Sinneswelt umgibt, eine Illusion ist, daß die Sinne ein Illusionäres geben und daß sich die Wahrheit verbirgt hinter der Illusion, daß also eigentlich das wahre Sein vom Menschen durch die Sinneswahrnehmung nicht zu erreichen ist.“ (Lit.:GA 233, S. 62f)

Kolonisation in der ägyptisch-chaldäischen Zeit

Nach den Angaben Rudolf Steiners wurde Irland in der ägyptisch-chaldäischen Zeit von Milet in Kleinasien ausgehend kolonisiert.

„In einem bestimmten Zeitpunkte des dritten nachatlantischen Zeitraumes hat eine gewisse Brüderschaft Veranlassung genommen, eine größere Anzahl von Kolonisten aus Kleinasien nach der Insel Irland zu schicken. Dazumal wurden dort angesiedelt Kolonisten aus demselben Gebiete von Asien, aus dem später der Philosoph Thales stammte. Lesen Sie nach in meinen «Rätseln der Philosophie» über die Philosophie des Thales. Thales stammte aus derselben Gegend, wenn auch später; er ist ja erst in der vierten nachatlantischen Zeit geboren. Aber schon früher, aus dem Milieu heraus, aus der ganzen geistigen Substanz heraus, aus welcher später der Philosoph Thales stammte, haben die Eingeweihten nach Irland Kolonisten geschickt. Warum? Weil sie die Eigentümlichkeit eines solchen Gebietes der Erde, wie es Irland ist, gekannt haben. Sie haben dasjenige gewußt, was angedeutet wurde durch die esoterische Legende, von der ich Ihnen gesprochen habe. Sie haben gewußt: die Kräfte, die aufsteigen aus der Erde durch den Boden der irischen Insel, diese Kräfte wirken so auf die Menschen, daß der Mensch dadurch wenig beeinflußt wird nach der Richtung der Intellektualität hin, wenig nach der Richtung des Egoismus, wenig nach der Richtung der Entschlußfähigkeit. Das haben diese Eingeweihten, die jene Kolonisten dahin geschickt haben, sehr gut gewußt, und sie haben Leute ausgewählt, welche durch ihre besonderen karmischen Anlagen geeignet erschienen, gerade den Einflüssen der Insel Irland ausgesetzt zu werden. Heute gibt es noch immer in Irland Nachkommen jener alten Bevölkerung, die dazumal von Kleinasien hinüber verpflanzt worden ist, und die sich entwickeln sollte so, daß nicht die kleinste Intellektualität, nicht der kleinste Verstand, nicht die Entschlußfähigkeit, dagegen gewisse besondere Eigenschaften des Gemütes hervorragend sich entwickeln sollten.

Dadurch ist von langer Hand her vorbereitet gewesen das, was dann als die friedliche Ausbreitung des Christentums in Irland Platz gegriffen hat und jene gloriose Entwicklung des Christentums in Irland, von der dann ausgestrahlt ist die Christianisierung Europas. Von langer Hand her ist das vorbereitet gewesen. Die Landsleute des späteren Thales haben Leute dorthin geschickt, welche sich dann geeignet erwiesen, solche Mönche zu werden, die in der Weise, wie ich es angedeutet habe, wirken konnten. Solche Dinge hat man überhaupt viele gemacht in älteren Zeiten, und wenn Sie in der äußeren exoterischen Geschichte heute von unverständigen Historikern - die aber viel Verstand haben können selbstverständlich, denn der Verstand ist ja heute auf der Straße zu finden -, wenn Sie heute von solchen Historikern Kolonisationen der Alten dargestellt finden, so müssen Sie immer sich klar sein: in solchen Kolonisationen lag eine tiefgehende Weisheit; die wurden gelenkt und geleitet, indem man überall Rücksicht nahm auf dasjenige, was in der Zukunft stattfinden sollte, indem man in jener Zeit rechnete mit den Eigentümlichkeiten der Erdenentwickelung.“ (Lit.:GA 178, S. 209f)

Pflegestätte des spirituellen Lebens

„Eine gute Pflegestätte für spirituelles Leben, eine ganz außerordentlich gute Pflegestätte, geschützt vor allen möglichen Illusionen, war in den ersten christlichen Jahrhunderten Irland, die irische Insel. Sie war richtig geschützt vor allen möglichen Illusionen, mehr als irgendein anderes Gebiet der Erde. Das ist auch der Grund, warum so viele Verbreiter des Christentums in den ersten christlichen Jahrhunderten von Irland ausgegangen sind. Aber diese Verbreiter des Christentums mußten alle eine naive Menschheit berücksichtigen, unter der sie wirkten; denn die europäische Menschheit, unter der sie wirkten, war dazumal naiv, sie mußten diese naive Menschheit in ihrer Naivität berücksichtigen; aber sie mußten für sich die großen Impulse der Menschheit wissen und verstehen. Im 4. und 5. Jahrhundert wirkten namentlich irische Eingeweihte in Mitteleuropa; da fingen sie an und sie wirkten so, daß sie das vorbereiteten, was in der Zukunft geschehen mußte. Sie standen in einer gewissen Weise unter dem Einfluß jenes Einweihungswissens, daß im 15. Jahrhundert - Sie wissen: 1413 - die fünfte nachatlantische Zeit kommen werde. Unter diesem Einfluß standen sie. Sie wußten also, vorzubereiten haben sie eine ganz neue Zeit, eine naive Menschheit muß für diese neue Zeit behütet werden. Was tat man dazumal, um diese naive Menschheit Europas so zu behüten, daß sie gewissermaßen umzäunt war und gewisse schädliche Einflüsse nicht hereinkommen konnten, was tat man?

Man lenkte, von jetzt gut unterrichteter und dazumal ehrlicher Seite die Evolution so, daß allmählich jene Schiffahrt unterdrückt wurde, welche von nördlichen Ländern nach Amerika hinüber gemacht worden ist in den älteren Zeiten. So daß, während in älteren Zeiten die Schiffe namentlich von Norwegen aus nach Amerika hinübergingen zu gewissen Zwecken - ich werde morgen noch über diese Dinge sprechen —, man die Sache allmählich so einrichtete, daß Amerika von der europäischen Bevölkerung völlig vergessen wurde, daß der Zusammenhang mit Amerika allmählich dahinschwand. Und im 15. Jahrhundert wußte ja die europäische Menschheit von Amerika nichts. Namentlich von Rom aus wurde die Entwickelung so dirigiert, daß man aus bestimmten Gründen den Zusammenhang mit Amerika allmählich verlor, weil die europäische Menschheit geschützt werden mußte vor den amerikanischen Einflüssen. Wesentlich beteiligt an diesem, daß vor dem amerikanischen Einflüsse die europäische Menschheit geschützt werden mußte, waren gerade von Irland aus die Mönche, welche als irische Eingeweihte auf dem europäischen Kontinente christianisierten.

In den älteren Zeiten brachte man von Amerika ganz bestimmte Einflüsse herüber; aber in dem Zeitalter gerade, wo die fünfte nachatlantische Epoche anfing, da sollte die Sache so sein, daß die europäische Menschheit von Amerika unbeeinflußt war, überhaupt nichts davon wußte, in dem Glauben lebte, es gibt gar kein Amerika. Erst als dann die fünfte nachatlantische Zeit hereingebrochen war, da wurde Amerika wieder entdeckt, wie das in der Geschichte bekannt ist. Es gehört zu den Wahrheiten, die Ihnen ja schon geläufig sein können, daß das, was man in der Schule als Geschichte lernt, vielfach eine Fable convenue ist. Auch das ist eine Fable convenue, daß Amerika 1492 zum erstenmal entdeckt worden sei. Es ist nur wieder entdeckt worden. Es war nur eine Zeitlang der Zusammenhang so geschickt kaschiert, wie es geschehen mußte. Aber wissen muß man wiederum, wie die Dinge lagen und was wirkliche Geschichte ist. So daß also eine Zeitlang Europa sehr umzäunt worden ist und man Europa sorgfältig gehütet hat vor gewissen Einflüssen, die nicht nach Europa kommen sollten.“ (Lit.:GA 178, S. 187f)

Giuseppe Garibaldi

In seinen Karmavorträgen schildert Rudolf Steiner, dass Giuseppe Garabaldi in einer früheren Inkarnation als Eingeweihter in Irland gewirkt und hier drei Schüler um sich versammelt hatte, mit denen er auch im folgenden Erdenleben verbunden blieb.

„Wenn wir im europäischen Leben weit zurückgehen, so finden wir Mysterien und Eingeweihte der tiefsten Art im uralten Irland. Aber die irischen Mysterien haben sich bis in die christliche Zeit wirklich erhalten. Selbst noch heute ist in Irland viel geistiges Leben - nicht abstraktes, begriffliches, sondern wirkliches - geistig wirksam. So chaotisch sich das äußere Irland heute ausnimmt, es ist in Irland viel wirkliches geistiges Leben; aber das ist ja doch nur der letzte Rest desjenigen, was einst dagewesen ist. In Hybernia, in Irland waren tief eingreifende Mysterien, die noch in den ersten Jahrhunderten unter Aufnahme des Christentums bis nach Europa hineingewirkt haben. Und da findet sich dann ein Eingeweihter, der den Weg nahm von Irland ungefähr bis in die Gegend des heutigen Elsaß im achten bis neunten Jahrhundert nach der Begründung des Christentums. Dieser Eingeweihte hat viel getan dazumal, um unter Stürmen für das wirkliche Christentum zu wirken, für das ja Bonifatius sehr wenig gewirkt hat in Wirklichkeit. Und zu diesem Eingeweihten sind aus drei Weltgegenden drei Schüler gekommen, drei Schüler, die sich ihm anvertraut haben. Diese drei Schüler sind - der eine mehr, der andere weniger - weit gekommen. Aber es war gerade in den irischen Mysterien die strenge Regel, daß Schüler, die sich einem Eingeweihten anvertraut hatten, von ihm im künftigen Erdenleben nicht wieder verlassen werden, sondern daß von ihm etwas vollbracht wird im Erdenleben, was diese Schüler mit ihm zusammenhält, was ein Band begründet zwischen diesen Schülern und ihm. Der Eingeweihte, den ich meine, ist im neunzehnten Jahrhundert wiederum erschienen als Giuseppe Garibaldi, mit diesem visionären Willen, der eben in älteren Zeiten auf ganz andere Weise zur Offenbarung gekommen ist, sich ausleben konnte, als in einem Körper des neunzehnten Jahrhunderts, der eine ganz andere Erziehung als die des neunzehnten Jahrhunderts, eine sehr geringe Erziehung sogar, durchgemacht hat. Und die drei anderen, die ich erwähnt habe, waren die Schüler, die als Schüler aus drei verschiedenen Erdgegenden gekommen sind.“ (Lit.:GA 239, S. 63f)

Siehe auch

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Das Johannes-Evangelium, GA 103 (1995), ISBN 3-7274-1030-2 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  2. Rudolf Steiner: Individuelle Geistwesen und ihr Wirken in der Seele des Menschen, GA 178 (1992), ISBN 3-7274-1780-3 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  3. Rudolf Steiner: Mysteriengestaltungen, GA 232 (1998), ISBN 3-7274-2321-8 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  4. Rudolf Steiner: Die Weltgeschichte in anthroposophischer Beleuchtung und als Grundlage der Erkenntnis des Menschengeistes, GA 233 (1991), ISBN 3-7274-2331-5 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  5. Rudolf Steiner: Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge. Fünfter Band, GA 239 (1985), ISBN 3-7274-2390-0 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
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