Jhana

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Jhana (Pali, wörtlich "Glühen", "Brennen"; skrt., dhyana) ist die buddhistische Bezeichnung für die acht meditativen Versenkungszustände oder Vertiefungen, die durch intensive und einspitzige Konzentration auf ein einzelnes geistiges oder körperliches Objekt erlangt werden können (Samadhi). Gemäß dem Buddha sind sie einer der wichtigsten und bequemsten Wege zur Erleuchtung. Viele Lehrer und Lehrerinnen vor allem des Theravada betonen die Bedeutung der Jhanas, in Deutschland besonders Ayya Khema.

Die vier feinkörperlichen Jhanas

Die feinkörperlichen Jhanas (pali rupa-jhana) werden so genannt, weil sie noch im Körper lokalisierbar sind und Entsprechungen im Alltagserleben haben. Jedoch sind die Empfindungen der Jhanas ungleich feiner und intensiver. In den buddhistischen Schriften (Pali-Kanon) werden die vier Jhanas wie folgt differenziert:

  • Das erste Jhana (pathamajjhana): »Da, ihr Mönche, gewinnt der Mönch, den sinnlichen Dingen entrückt, frei von unheilsamen Geisteszuständen, die mit ‘Gedankenfassung' (vitakka) und ‘Diskursivem Denken' (vicara) verbundene, in der Abgeschiedenheit (samadhi) geborene, von ‘Verzückung' (piti) und ‘Glücksgefühl' (sukha) erfüllte erste Vertiefung (jhana).
  • Das zweite Jhana (dutiyajjhana): »Nach Stillung von Gedankenfassung und Diskursivem Denken aber gewinnt er den inneren Frieden, die Einheit des Geistes, die von Gedankenfassung und Diskursivem Denken freie, in der Vertiefung (samadhi) geborene, von Verzückung (piti) und Glücksgefühl (sukha) erfüllte zweite Vertiefung.
  • Das dritte Jhana (tatiyajjhana): »Nach Aufhebung der Verzückung aber verweilt er gleichmütig, achtsam, klarbewusst, und er fühlt in seinem Innern jenes Glück, von dem die Edlen sprechen: ‘Glückselig weilt der Gleichmütige, der Achtsame'. Und so gewinnt er die dritte Vertiefung.
  • Das vierte Jhana (catutthajjhana): »Nach dem Schwinden von Wohlgefühl und Schmerz und durch Untergang des früheren Frohsinns und Trübsinns gewinnt er einen leidlosen, freudlosen Zustand, die gleichmütig-geistesgeklärte vierte Vertiefung.

Die vier formlosen oder unkörperlichen Jhanas

Die folgenden vier körperlosen Jhanas (pali arupa-jhana) gelten in einigen Schulen des Buddhismus als weitere Ausgestaltung (andere "Erfahrungsqualität") des vierten Jhana. Das vierte Jhana spielt insbesondere im Pali-Kanon als Vorbereitung für die Vipassana Meditation eine bedeutende Rolle. In vielen anderen Schulen gelten sie jedoch als eigene, weitere Jhanas. Sie werden formlos oder unkörperlich genannt, weil die mit ihnen verbundenen Erfahrungen und Emotionen außerhalb der Meditation nicht erlebbar sind.

Die vier sogenannten unkörperlichen" Jhanas werden auf diese Weise definiert:

  • Das fünfte Jhana (akasanancayatana) »Durch völlige Überwindung der Körperlichkeitswahrnehmungen aber, das Schwinden der Rückwirkswahrnehmungen, das Nichterwägen der Vielheitswahrnehmungen, gewinnt er in der Vorstellung: ‘Unendlich ist der Raum' das Raumunendlichkeitsgebiet (akasanan-cayatana).
  • Das sechste Jhana (vinnanancayatana) »Durch völlige Überwindung des Raumunendlichkeitsgebietes aber gewinnt er in der Vorstellung ‘Unendlich ist das Bewusstsein' das Bewusstseinsunendlichkeitsgebiet (vinnanancayatana).
  • Das siebte Jhana (akincannayatana) »Durch völlige Überwindung des Bewusstseinsunendlichkeitsgebietes aber gewinnt er in der Vorstellung ‘Nichts ist da' das Nichtsheitgebiet (akincannayatana).
  • Das achte Jhana (nevasanna-nasannayatana) »Durch völlige Überwindung des Nichtsheitgebietes aber gewinnt er das Gebiet der Weder-Wahrnehmung-Noch-Nichtwahrnehmung (nevasanna-nasannayatana) und verweilt darin.«

Ein neuntes Jhana

Gemäß den Schriften und verschiedenen Lehrern gibt es auch noch ein neuntes Jhana. Es wird allerdings selten erwähnt, da es das Endziel und nicht mehr Teil des meditativen Übungswegs ist. Denn die Erlangung dieses Jhanas ist gleichbedeutend mit der Erleuchtung und es ist daher nur den vollständig Erleuchteten (Arahat) zugänglich.

Bei diesem auch "Nirodhasamapatti" (Erlangung der Verlöschung) genannten Zustand betritt der Meditierende nach Durchlaufen der 8 Vertiefungen die Frucht des Nibbanas (phalasamapatti). In den Pali Texten wird berichtet, daß diese Vertiefung sehr lange anhält und von außen kaum zu erkennen ist, ob der Meditierende überhaupt noch lebt.

Siehe auch

Weblinks

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