Nathanael

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Nathanel (hebr. נתנאל, „von Gott gegeben“, „Geschenk Gottes“; griech. Ναθαναήλ) aus Galiläa war nach dem Bericht des Johannes-Evangeliums einer der ersten Jünger, der von Christus berufen wurde. In den drei anderen Evangelien wird er nicht erwähnt.

„47 Jesus sah Nathanael kommen und sagt von ihm: Siehe, ein rechter Israelit, in dem kein Falsch ist. 48 Nathanael spricht zu ihm: Woher kennst du mich? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Bevor Philippus dich rief, als du unter dem Feigenbaum warst, sah ich dich. 49 Nathanael antwortete ihm: Rabbi, du bist Gottes Sohn, du bist der König von Israel! 50 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Du glaubst, weil ich dir gesagt habe, dass ich dich gesehen habe unter dem Feigenbaum. Du wirst noch Größeres als das sehen. 51 Und er spricht zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet den Himmel offen sehen und die Engel Gottes hinauf- und herabfahren über dem Menschensohn.“

Johannesevangelium: Joh 1,47-51 LUT

Das Sitzen unter dem Feigenbaum kennzeichnet ihn nach Rudolf Steiner als Eingeweihten, der noch über die Kräfte des alten Hellsehens verfügte:

"Nun wissen wir, daß uns im Johannes-Evangelium gesagt wird, daß unter den ersten Jüngern des Christus Jesus auch Nathanael ist. Er wird dem Christus vorgeführt. Er ist nicht so hoch eingeweiht, daß er den Christus zu durchschauen vermöchte. Der Christus ist natürlich der Geist des umfassenden Wissens, der von einem Nathanael, einem im fünften Grade Eingeweihten, nicht durchschaut werden kann. Aber der Christus durchschaut den Nathanael. Das zeigt sich durch zwei Tatsachen. Wie bezeichnet er selbst ihn?

«Das ist ein rechter Israeliter!» (1, 47)

Da haben Sie die Bezeichnung nach dem Namen des Volkes. Wie man bei den Persern einen im fünften Grade Eingeweihten einen «Perser» nannte, so nannte man einen solchen bei den Israeliten einen «Israeliter». Daher nennt Christus den Nathanael einen «Israeliter». Und dann sagt er ihm:

«Ehe denn dich Philippus rief, da du unter dem Feigenbaum warest, sah ich dich!» (1, 48)

Das ist eine symbolische Bezeichnung für einen Eingeweihten, geradeso wie das Sitzen Buddhas unter dem Bodhi-Baum. Der Feigenbaum ist ein Symbol der ägyptisch-chaldäischen Einweihung. Er will ihm damit sagen: Oh, ich weiß wohl, daß du ein in gewissem Sinne Eingeweihter bist und gewisse Dinge durchschauen kannst, denn ich sah dich. Und nun erkennt ihn Nathanael:

«Nathanael antwortet und spricht zu ihm: < Meister, du bist Gottes Sohn und ein König in Israel. >» (1, 49)

Das Wort «König» bedeutet in dieser Zusammensetzung: Du bist ein Höherer als ich, denn sonst könntest du nicht sagen: «Da du unter dem Feigenbaum saßest, sah ich dich.» Und der Christus antwortet darauf:

«Du glaubest mir, weil ich dir gesagt habe, daß ich dich gesehen habe unter dem Feigenbaum; du wirst noch Größeres denn das sehen.» (1, 50)

Die Worte «wahrlich, wahrlich» werden wir noch zu besprechen haben. Dann sagt er:

«Ich sage euch, ihr werdet die Engel des Himmels auf den Menschensohn auf- und niedersteigen sehen!» (1, 51)

Größeres, als sie schon gesehen haben, werden die noch sehen, die Christus zu erkennen vermögen." (Lit.: GA 103, S. 86f)

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Das Johannes-Evangelium, GA 103 (1995), ISBN 3-7274-1030-2 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
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