Phrixos

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Phrixos (griech. Φρίξος) ist in der griechischen Mythologie der Sohn des Königs Athamas von Böotien und seiner ersten Frau Nephele. Seine Schwester ist Helle.

Mythos

Athamas’ zweite Frau Ino hasst Phrixos und Helle. Ino versuchte, die Zwillinge umzubringen, indem sie alles Korn im Lande röstete, so dass die Saat nicht aufgehen konnte. Die Bauern, aus Angst vor einer Hungersnot, baten ein nahe gelegenes Orakel um Hilfe. Ino bestach die zum Orakel geschickten Männer, dass sie behaupten sollten, das Orakel fordere die Opferung des Phrixos. Bevor er getötet werden konnte, wurden Phrixos und Helle von einem fliegenden Widder namens Chrysomeles gerettet, der durch ihre natürliche Mutter Nephele geschickt wurde. Helle stürzte jedoch auf der Flucht ins Meer, welches daraufhin nach ihr benannt wurde (Hellespont).

Phrixos gelangt zum König Aietes von Kolchis und erhält dessen Tochter Chalkiope zur Frau. Daraufhin opfert Phrixos den Widder dem Zeus und hängt dessen Fell, das berühmte Goldene Vlies, in einem dem Ares geheiligten Hain auf. Hier wird es von einem niemals schlafenden Drachen bewacht. Das Paar hat die Söhne Argos und Phrontis, die eine wichtige Rolle in der Argonautensage spielen, außerdem Melas und Kytisoros[1] und je nach Überlieferung noch einen fünften Sohn namens Presbon[2] und eine Tochter namens Helle.[3]

Der geistige Hintergrund

Mit der luziferischen Versuchung und dem dadurch bedingten Sündenfall ging die ursprüngliche Reinheit des Astralleibs verloren. Die bis dahin noch flüssige Erde verdichtete sich bis zum festen Zustand. Mit der Vertreibung aus dem Paradies betrat der Mensch die feste Erde und nun erst konnte er das Ich in sich aufnehmen - damit begann aber auch der Egoismus den Astralleib zu trüben. Damit musste auch das alte Hellsehen allmählich verschwinden bzw. in den unbewussten Tiefen des Astralleibs versinken, in der Sage dadurch ausgedrückt, dass Helle ins Meer stürzt. Mit der aufkommenden griechisch-lateinischen Zeit, dem Widder-Zeitalter, erwachte dafür die Verstandesseele.

„Phrixus und seine Schwester Helle, die Kinder eines böotischen Königs, litten viel von ihrer Stiefmutter. Die Götter sandten ihnen einen Widder mit einem goldenen Fell (Vlies), der sie durch die Lüfte davontrug. Als sie über die Meerenge zwischen Europa und Asien kamen, ertrank Helle. Die Meerenge heißt daher Hellespont. Phrixus gelangte zum Könige von Kolchis, am östlichen Ufer des Schwarzen Meeres. Er opferte den Widder den Göttern und schenkte das Vlies dem Könige Aetes. Dieser ließ es in einem Haine aufhängen und von einem furchtbaren Drachen bewachen. Der griechische Held Jason unternahm es, im Verein mit andern Helden, Herakles, Theseus, Orpheus, das Vlies aus Kolchis zu holen. Es wurden ihm behufs Erlangung des Schatzes von Aetes schwere Arbeiten aufgetragen. Aber Medea, die zauberkundige Tochter des Königs, unterstützte ihn. Er bändigte zwei feuerschnaubende Stiere, er pflügte einen Acker und säte Drachenzähne, so daß geharnischte Männer aus der Erde hervorwuchsen. Auf Medeas Rat warf er einen Stein unter die Männer, worauf sie sich gegenseitig mordeten. Durch ein Zaubermittel der Medea schläfert Jason den Drachen ein und kann dann das Vlies gewinnen. Er tritt mit demselben die Rückfahrt nach Griechenland an. Medea begleitet ihn als seine Gattin. Der König eilt den Flüchtenden nach. Medea tötet, um ihn aufzuhalten, ihr Brüderchen Absyrtus und streut die Glieder ins Meer. Aetes wird durch das Einsammeln aufgehalten. So konnten die beiden mit dem Vlies Jasons Heimat erreichen. - Jede einzelne Tatsache fordert da eine tiefere Sinnerklärung heraus. Das Vlies ist etwas, das zum Menschen gehört, das ihm unendlich wertvoll ist; das in der Vorzeit von ihm getrennt worden ist und dessen Wiedererlangung an die Überwindung furchtbarer Mächte geknüpft ist. So ist es mit dem Ewigen in der Menschenseele. Es gehört zum Menschen. Aber dieser findet sich getrennt von ihm. Seine niedere Natur trennt ihn davon. Nur wenn er diese überwindet, einschläfert, dann kann er es wieder erlangen. Es ist ihm möglich, wenn ihm das eigene Bewußtsein (Medea) mit seiner Zauberkraft zu Hilfe kommt. Für Jason wird Medea, was für Sokrates die Diotime, als Lehrmeisterin der Liebe, wurde (vgl. S. 71). Die eigene Weisheit des Menschen hat die Zauberkraft, um das Göttliche nach Überwindung des Vergänglichen zu erlangen. Aus der niederen Natur kann nur ein Menschlich-Niederes hervorgehen, die geharnischten Männer, die durch die Kraft des Geistigen, den Rat der Medea, überwunden werden. Auch wenn der Mensch schon sein Ewiges, das Vlies, gefunden hat, ist er noch nicht in Sicherheit. Er muß einen Teil seines Bewußtseins (Absyrtus) opfern. Dies fordert die Sinnenwelt, die wir nur als eine mannigfaltige (zerstückelte) begreifen können. Man konnte für alles dieses noch tiefer in die Schilderung der hinter den Bildern liegenden geistigen Vorgänge eingehen; doch sollte hier nur das Prinzip der Mythenbildung angedeutet werden.“ (Lit.:GA 8, S. 85ff)

„Rein und hell war der Astralleib und umfloß dasjenige, was als physischer und Ätherleib als Anlage da war. Mit dem Eintritt des Ich aber war der Egoismus hineingetreten, und verdunkelt war der Astralleib geworden, verloren war der reine Goldfluß des Astralleibes, immer mehr war er verloren bis der Mensch heruntergestiegen war auf den tiefsten Punkt des physischen Planes in der griechisch-lateinischen Zeit. Da mußten die Menschen daran denken, wieder zu gewinnen den reinen Fluß des Astralleibes, und es entstand in den Eleusinischen Mysterien dasjenige, was man nannte: das Suchen nach der ursprünglichen Reinheit des Astralleibes. Den Astralleib wieder in seinem ursprünglich reinen Goldfluß herzustellen, das wollten die Eleusinischen Mysterien, das wollten auch die Ägypter. Das Suchen nach dem goldenen Fluß war eine der Proben der ägyptischen Einweihungen: und das ist uns erhalten in der wunderbaren Sage des Aufsuchens des Goldenen Vlieses durch Jason und die Argonauten. Als die unteren Organe noch in ihrer Form den Kähnen[4] glichen, da hatte der astralische Leib in der Wassererde noch den goldenen Glanz. Das Suchen nach diesem Astralleib ist dargestellt in dem Argonautenzug. Der Argonautenzug hat wirklich stattgefunden, geradeso wie der trojanische Krieg.“ (Lit.:GA 106, S. 139)

Literatur

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Weblinks

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Einzelnachweise

  1. Bibliotheke des Apollodor 1, 9, 1. (altgriechisch und deutsch); Apollonios von Rhodos, Argonautika 2, 1155; Hyginus Mythographus, Fabulae 14.
  2. Pausanias 9, 34, 8; 9, 37, 1 (altgriechisch)
  3. Tzetzes zu Lykophron 22
  4. Die Erdentwicklung stand damals unter dem Sternzeichen der Fische


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