Sünde wider den Heiligen Geist

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Die Sünde wider den Heiligen Geist ist nach christlichem Verständnis eine Sünde, bei der das Wirken des Heiligen Geistes zurückgewiesen und dem Bösen zugerechnet wird.

Der Ausdruck taucht im Neuen Testament nur im Zusammenhang eines einzigen Vorfalls auf. Der Christus sagte zu einigen Pharisäern bzw. Schriftgelehrten:

Jede Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben werden; aber die Lästerung des Geistes wird nicht vergeben werden. Und wenn jemand ein Wort reden wird gegen den Sohn des Menschen, dem wird vergeben werden; wenn aber jemand gegen den Heiligen Geist reden wird, dem wird nicht vergeben werden, weder in diesem Zeitalter noch in dem zukünftigen. (Matthäus 12,31-32 ELB)

Der Ausdruck Sünde wider den Heiligen Geist fällt angesichts des krassen Vorwurfes, den einige Pharisäer oder Schriftgelehrte Jesus gegenüber erhoben (Matthäus, Kapitel 12, Verse 22-32, parallel in Markus 3). Es wurde behauptet, Jesus treibe die bösen Geister durch Beelzebub, den Obersten der bösen Geister, aus anstatt durch den Heiligen Geist. Darauf sagte er warnend zu ihnen, dass den Menschen „die Lästerung gegen den Geist nicht vergeben wird“ (Mt 12,31-32 und Mk 3,29).

Rudolf Steiner bemerkt dazu: "«Sünde wider den Geist» ist Sünde, die wir im Astralleib begehen, wo wir ein Bewußtsein davon haben." (Lit.: GA 100, S. 93).

«Die Jesuiten haben die Religiosität, die Frömmigkeit den Menschen genommen, sind ganz identisch mit der römischen Staatsgewalt. Der Kampf, d.h. die Sünde gegen den Geist ist ihr Herrschafts-Gewaltmittel – die einzige Sünde, von der die Schrift sagt, daß sie nicht vergeben wird. Und doch kann der Geist nicht ganz ausgerottet werden. Aber nur wenige werden ihn hinübertragen in die Zukunft.» Und wenn ihm (Polzer) diese Kennzeichnung des geistverneinenden Jesuitismus nicht völlig neu gewesen ist, so dürfte es ihn doch etwas überrascht haben,als Steiner fortfuhr: «Diese [jesuitische] Strömung sei auch innerhalb der Gesellschaft zu verspüren, und er hoffe, durch die Weihnachtstagung sie paralysiert zu haben, denn ohne Grund habe er nicht eine gewisse Parität, den weiblichen und männlichen Geist innerhalb des Vorstandes zu wahren gesucht, da die Tendenzen doch wahrnehmbar seien, wie aus alten Zusammenhängen heraus der weibliche Geist ausgeschaltet werden soll. Das habe ich schon in den Anfängen betont, als ich über die Tempellegende gesprochen habe. Aber es wurde wohl nicht verstanden, und dennoch ist es ein bedeutsamer Unterstrom in der Gesellschaft. Der Kampf gegen den Geist lag immer und liegt weiter im Hintergrund allen äußeren Geschehens.» (Thomas Meyer: Ludwig Polzer-Hoditz. Ein Europäer (1994), Seite 245f)

Literatur

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Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz
Email: verlag@steinerverlag.com URL: www.steinerverlag.com. Freie Werkausgaben gibt es auf fvn-rs.net, archive.org und im Rudolf Steiner Online Archiv.
Eine textkritische Ausgabe grundlegender Schriften Rudolf Steiners bietet die Kritische Ausgabe (SKA) (Hrsg. Christian Clement): steinerkritischeausgabe.com
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Urs Schwendeners Nachschlagewerk Anthroposophie unter weitestgehender Verwendung des Originalwortlautes Rudolf Steiners.
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